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Ostprignitz-Ruppin Verleihung des Schinkelpreises in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verleihung des Schinkelpreises in Neuruppin
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02:17 14.10.2015
Bei einer Festveranstaltung in der Siechenhauskapelle in Neuruppin wurde der Journalist Rainer Haubrich (r.) ausgezeichnet. Quelle: Frauke Herweg
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 Neuruppin

Andere Architekturbücher zeigen Schinkels Altes Museum in Berlin in Briefmarkengröße. Grau in Grau. Bedauerlich, findet der Journalist und Architekturkritiker Rainer Haubrich. Für sein Schinkel-Buch wünschte er sich Fotos, „die der Architektur so richtig auf die Pelle rücken“. Großformatige Bilder, „die jeden einzelnen Ziegelstein zeigen“. 2013 erschien sein Buch „Karl Friedrich Schinkel: Seine Bauten in Berlin und Potsdam“. Dafür zeichnete ihn die Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft am Sonnabend mit dem von der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin gestifteten Förderpreis aus.

Das Werk des 50-Jährigen sei ein „klassischer Führer“ durch das Werk Schinkels, sagte Laudator und Architekturhistoriker Peter Lemburg. Ein völlig neuer Zugang zu dem Werk Schinkels sei in der großen Bandbreite an Büchern, die es über den preußischen Architekten bereits gäbe, nahezu ausgeschlossen. Doch Rainer Haubrich eröffne mit seinem Buch neue Perspektiven – auch durch die ungewöhnlichen Fotos von Erik-Jan Ouwerkerk.

Der auslösende Moment war der Mauerfall

Haubrich, seit 2005 Feuilleton-Chef der „Welt“, war über Umwege zu dem Thema Architektur gekommen. „Der auslösende Moment war der Mauerfall“, sagt er. Damals kochte die Debatte hoch, was mit den riesigen Brachen in Berlin geschehen soll. Sollen die modernsten Architekten dort Stadtlandschaften gestalten? Oder sollten nicht bei allem Neubeginn die alten Grundrisse und historischen Charaktere der Quartiere respektiert werden? „Diese Debatte hat mich fasziniert“, sagt Haubrich. Er spricht sich damals für das Bewahrende aus. Auch weil ihm „das Humane in der klassischen europäischen Stadt“ so gefällt. Für seinen Essay „Berlin ist nicht Paris“ erhält er 1996 den Deutsch-Französischen Journalistenpreis. Darin verteidigt er die, die auch bewahrende Positionen vertreten, gegen den Vorwurf der Provinzialität.

Auf die Idee, ein Schinkel-Buch zu schreiben, bringt ihn erst der Nicolai-Verlag. Ganz bewusst, sagt Haubrich, habe er ein Buch schreiben wollen, „das Architektur so verdichtet, dass auch der interessierte Laie mitkommt“. Das Buch, sagt Haubrich, soll auch eine späte Antwort an „Welt“-Chefredakteur Mathias Döpfner sein. Der hatte Haubrich bei einem Spaziergang durch Potsdam vor einigen Jahren gefragt, was denn das Besondere an Schinkels Architektur sei. „Darauf ist mir damals keine Antwort in vier Sätzen eingefallen“, sagt Haubrich. Er hat sie nachgeliefert. Etwas länger als vier Sätze.

Von Frauke Herweg

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