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Vermeidbarer Schaden

Starkregen vom Montag setzte in Kyritz Keller unter Wasser Vermeidbarer Schaden

Ganz so glimpflich wie gedacht ging der Starkregen vom Montagnachmittag in Kyritz doch nicht ab. In der Friedensstraße bahnte sich das Wasser den Weg in eine Reihe von Kellern.

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Horst Millatz steht in seinem Keller noch viel Aufräumarbeit bevor.

Quelle: MAZ

Kyritz. Gut einen halben Meter hoch stand es beispielsweise bei Horst Millatz und seinen Nachbarn im Haus Nummer 10a. Auch weitere Aufgänge in dem Bereich waren betroffen. Die Bewohner versuchten zu retten, was zu retten war. "Wir haben bis halb elf gearbeitet und am Dienstag auch noch", berichtet Millatz. "Wir hatten für Dienstag eine Busfahrt geplant. Die mussten wir absagen."

Der 78-Jährige und seine Frau wohnen seit über 50Jahren in dem Haus. Zwar habe es ab und an mal etwas Wasser im Keller gegeben, aber noch nie so viel. Über die Jahrzehnte hatten sich viele Mieter ihre Abstellräume fast schon wohnlich eingerichtet. "Wir haben hier immer Skat gespielt", erzählt Millatz. Damit ist es nun erst einmal vorbei. Bodenbeläge, Schränke und Regale sind durchfeuchtet. Diverse Elektrogeräte wie beispielsweise Kühltruhen haben ihren Geist aufgegeben oder stehen kurz davor. Auch der Heizkeller war vollgelaufen. "Da haben wir noch Glück gehabt, dass nichts passiert ist." Und zu allem Überfluss hatte sich offenbar auch einiges an Abwasser in die Fluten gemischt.

Hinter dem Wohnblock vom Anfang der 1960er Jahre türmt sich nun der Sperrmüll. Und der Berg wächst weiter ‒ nicht zuletzt, weil manche Anwohner ihn als Gelegenheit zur Entsorgung ihres Unrats missverstehen. Nicht zuletzt deshalb ärgern Millatz die langen Fristen der Awu für die Entsorgung: "In drei Wochen wollen sie es wegfahren. Da organisieren wir das lieber selber." Sonst verschwinde noch das ganze Gelände unterm Müll.

Ein Lob gibt es hingegen für die Firmen, die im Auftrag der Kyritzer Wohnungsbaugenossenschaft bereits am Dienstag das Wasser abpumpten und die gröbsten Verunreinigungen beseitigten. "Die haben unheimlich was geleistet", sagt Horst Millatz.

Eine Ursache für das Desaster ist für ihn ganz klar der schlechte Zustand von Teilen der Regenentwässerung im Rehfelder Weg. Von dort läuft das Wasser in Richtung der etwas tiefer gelegenen Friedensstraße. An sich sollten Gullys dafür sorgen, dass es gar nicht bis dahin kommt, sondern abgeleitet wird. Doch mindestens zwei der Schächte sind bis obenhin mit Sand und Straßenschmutz gefüllt ‒ und das offenbar schon seit Längerem, wie das zarte Grün zwischen den Stäben des Gullyrosts zeigt.

Er habe im Rathaus auf diesen Zustand aufmerksam gemacht und Abhilfe gefordert, berichtet Millatz, der ehrenamlich im Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft mitwirkt. "Die Stadt sagt nur: Wir haben kein Geld." Den Schaden tragen nun die Mieter der Friedensstraße und die Versicherungen.

Von Alexander Beckmann

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