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Ostprignitz-Ruppin Verstöße Schlag auf Schlag in Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verstöße Schlag auf Schlag in Wittstock
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02:17 19.11.2015
Ordnungshüter im Doppelpack: Revierpolizistin Petra Rieger (l.) und Silvia Strücker vom Ordnungsamt gehen in Wittstock gemeinsam auf Streife. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Falschparker, Radfahrer auf dem Gehweg, freilaufende Hunde trotz Leinenzwang und dann auch noch das Frauchen ertappen, wenn sie die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners nicht in den Beutel einsammelt – die Liste der Ordnungswidrigkeiten in Wittstock ist noch viel länger. Die Polizeioberkommissarin Petra Rieger und die Ordnungsamtsmitarbeiterin Silvia Strücker wissen, worauf sie bei ihrer Fußstreife durch die Innenstadt stoßen können. Bei Bedarf sind sie auch in den Wittstocker Ortsteilen unterwegs.

Strücker und Rieger prägen seit drei Jahren als gemeinsames Ordnungshüter-Duo das Gesicht von Wittstock. Einmal im Monat ziehen die beiden für drei Stunden ihre Bahnen durch die Innenstadt. Dabei gibt es für sie keinen festen Wochentag und auch die Strecke ändert sich je nach Situation. „Von den Einwohnern erhalten wir eine gute Resonanz“, sagt Silvia Strücker. Und: „Wenn Ordnungsamt und Polizei gemeinsam auf Streife sind, können wir ganz anders kooperieren.“ Damit meint sie etwa, dass die Polizei bei einem Falschparker die Halterermittlung aufnimmt, während das Ordnungsamt zeitgleich die Verwarnung ausspricht. Silvia Strücker ist seit 21 Jahren täglich bei Wind und Wetter im Auftrag des Ordnungsamtes unterwegs. „Das ist ein schönes Stadtgebiet und hier sind viele nette Leute“, weiß sie aus ihren Begegnungen.

Hoch über der Dossestadt befindet sich die Basisstation der Ordnungshüter. Im Gröper Tor treffen sich die beiden Frauen, bevor sie aufbrechen. Schon nach 150 Meter Streifendienst steuert Silvia Strücker zielsicher auf zwei orange-weiße Kegel. Sie sollen eine Parktasche in der Gröper Straße freihalten. „Das geht ja gar nicht“, kommentiert sie. Diese Kegel sind nicht zulässig und es liegt keine Anmeldung für die Sperrung vor. „Wenn abgesperrt wird, dann nur mit Baken“, sagt sie weiter. Unterdessen geht die Oberkommissarin Petra Rieger in das Haus hinein und ruft immer wieder nach dem Mieter. „Ich wollte bloß kurz für eine Lieferung die Parktasche absperren“, entrüstet sich der junge Mann. „Nicht jeder muss hurra schreien, wenn wir auftauchen“, so Rieger.

Die Damen des Gesetzes gehen in der Wittstocker Innenstadt auch gegen falsche Absperrungen vor. Quelle: Christamaria Ruch

Zwei Straßen weiter, direkt am Markt, kommt eine Frau auf das Duo zu und sagt: „Der Parkautomat klemmt, was kann ich nun machen?“ Mit schlafwandlerischer Routine öffnet Silvia Strücker den Automaten und sieht das Problem: „Bei feuchter Witterung zieht sich das Papier auf der Rolle zusammen und verstopft dann.“ Der Frau empfiehlt sie, die Parkuhr gut sichtbar ins Auto zu legen. Nebenbei greift sie zum Telefon und benachrichtigt ihren Kollegen. Derweil entdeckt die Revierpolizistin einen Falschparker: „Das ist ja ein teurer Parkplatz“, sagt sie zu dem älteren Mann. Er steht mit seinem Wagen unerlaubt auf einem Parkplatz für Rollstuhlfahrer. Schnell räumt er den Fehler ein und lässt sich belehren. „An dem Zahlschein gibt es aber kein Vorbeigehen“, sagt Petra Rieger.

Schlag auf Schlag entdeckt das Duo weitere Verstöße: Ein Parkschein vom Vortag steckt hinter der Windschutzscheibe eines Autos. „Wir warten immer zwei bis drei Minuten, bevor wir dann aktiv werden“, benennt die Polizistin die Devise. Nach einer Belehrung darf die Falschparkerin dann wegfahren. Schon taucht ein Mann auf und fragt nach einem Kurzparkticket. „Es hat sich immer noch nicht herumgesprochen, dass mit der so­- genannten Brötchentaste für 15 Minuten ein Freiticket gezogen werden kann“, stellt Silvia Strücker fest. Sie zeigt dem Mann, wie dieses Ticket aus dem Automaten angefordert wird: Erst die Taste „15 Minuten Freiparken“ drücken und dann auf „Anfordern“ gehen. Schon steht dem kostenfreien Kurzparken nichts mehr im Wege.

Grundsätzlich setzen die beiden Ordnungshüterinnen auf das freundliche Gespräch mit den Bürgern. „Man muss ein Feingefühl für die Situation entwickeln und dann geeignete Mittel und Methoden anwenden“, sagt die Revierpolizistin. Auch die „Mutti-Ansage“ zählt für sie dazu: „Manchmal frage ich einen Mann bei einem Verstoß, was bloß seine Mutti in der Erziehung falsch gemacht hat.“ Das wirkt entwaffnend. Über den vorbeugenden Ansatz kann auch bei der Fußstreife viel bewegt werden. Ebenso sind klare und deutliche Ansagen notwendig – wiederholtes Auffallen der betroffenen Bürger ahnden die Ordnungshüter dann auf dem Fuße: „Geldstrafen tun richtig weh“, wissen beide Frauen. Am Ende gilt für sie jedoch wie vor Gericht: „Im Zweifelsfall für den Bürger.“

Von Christamaria Ruch

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