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Ostprignitz-Ruppin Meilenstein für Niederdeutsch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Meilenstein für Niederdeutsch
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17:50 26.02.2018
Der Vertrag ist besiegelt: Elisabeth Berner, Martina Münch, Hinrich Enderlein und Heidi Schäfer (v. l.) ebnen den Weg für die niederdeutsche Sprache in Brandenburg. Quelle: Astrid Flügge
Wittstock/Potsdam

Erstmals wird in Brandenburg eine verbindliche Regelung zur Förderung der geschützten Regionalsprache Niederdeutsch getroffen. Eine Vereinbarung zwischen dem Land Brandenburg und der niederdeutschen Sprachgruppe stellt die Weichen für die zukünftige Zusammenarbeit.

Kulturministerin Martina Münch (SPD), Hinrich Enderlein, Vorsitzender des Vereins für Niederdeutsch in Brandenburg sowie Elisabeth Berner und Heidi Schäfer als Vertreterinnen Brandenburgs im Bundesrat für Niederdeutsch unterzeichneten am Montag im Kulturministerium dieses Papier.

„Dieser Akt der Unterzeichnung ist für uns ein Meilenstein“, sagte Heidi Schäfer aus Sewekow am Dienstag auf Nachfrage der MAZ. Niederdeutsch wird vom Land als Regionalsprache und eigene westgermanische Sprache anerkannt.

Europäische Charta für Regionalsprache

„Es ist keine Mundart des Hochdeutschen“, ist der Pressemitteilung vom Kulturministerium zu entnehmen. Nun soll auch die 1999 vom Land unterzeichnete Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen verpflichtend umgesetzt werden.

Grundlage ist der Artikel 7. „Das heißt, das Land unterstützt Niederdeutsch mit allen verfügbaren Mitteln und Möglichkeiten“, sagt Heidi Schäfer.

Regionalsprache soll erhalten bleiben

Mit der nun unterzeichneten Vereinbarung werden Ansprechpartner, Kommunikationsstrukturen und gemeinsame Handlungsfelder festgelegt, um die Regionalsprache Niederdeutsch in Brandenburg zu erhalten, verstärkt zu fördern und die gesetzlichen Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen umzusetzen. Das Land unterstützt den Verein für Niederdeutsch künftig mit jährlich 50 000 Euro.

Seit 2008 bewiesen die Plattsprecher im Land einen langen Atem und kämpften für diesen politischen Rückhalt. Damals gründete sich die Wittstocker Initiative zum Erhalt der niederdeutschen Sprache.

Bürgermeister Jörg Gehrmann unterstützt dabei von Beginn an die Akteure um Heidi Schäfer. Mit der Gründung des Brandenburger Vereins für Niederdeutsch im Jahre 2014 sind die Sprecher und Akteure breiter aufgestellt.

Pilotprojekt „Platt in der Pflege“

Das Wittstocker Projekt „Platt in der Pflege“ als vom Brandenburger Sozialministerium gefördertes Pilotvorhaben machte landesweit auf sich aufmerksam. Bereits seit Herbst 2015 gibt es eine Arbeitsgruppe Niederdeutsch beim Kulturministerium, in der Vertreter des Landes und der brandenburgischen Plattsprecher zweimal im Jahr über den Erhalt und die Förderung der Regionalsprache Niederdeutsch beraten.

„Auf der Grundlage dieser Vereinbarung haben wir schon einen Forderungskatalog aufgestellt, der in die Praxis ungesetzt werden soll. Dabei geht es um das Wie und wer wofür zuständig ist “, sagt Heidi Schäfer. In diesem Zuge soll Niederdeutsch langfristig in allen Verwaltungen als gleichrangige Sprache anerkannt werden.

„Das schließt auch eine Hochzeit auf Platt ein“, sagt Schäfer. Platt soll auch im Tourismus erlebbar werden, etwa bei zweisprachigen Beschilderungen. Die Plattsprecher bringen sich konzeptionell bei der Landesgartenschau 2019 in Wittstock ein, wie Schäfer mitteilt.

Von Christamaria Ruch

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