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Verwaltung empfiehlt, Dorfverein zu gründen

Bantikow Verwaltung empfiehlt, Dorfverein zu gründen

Eine kontroverse Diskussion gab es bei der Einwohnerversammlung in Bantikow zu den Themen Uferweggestaltung und Gemeindehausproblem. Dabei zeigte sich, dass viele Bantikower statt eines noch viele weitere Jahre andauernden großen Projektes und eines dazu womöglich zu gründenden Dorfvereins lieber zeitnah Verbesserungen wollen.

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Das Seeumfeldkonzept wurde bei der Versammlung vorgestellt.

Quelle: Matthias Anke

Bantikow. Die Chancen auf einen mit Fördergeld finanzierten Uferweg in Bantikow sind erheblich gestiegen. Wie Bürgermeister Roman Blank Freitagabend vor gut 50 Gästen bei einer Einwohnerversammlung zum Thema im Schloss berichtete, würde kein Erwerb von Grundstücken durch die Kommune mehr nötig sein. Nach Rücksprache mit denen, die rund um den Leader-Fördertopf wirken, reiche ein im Grundbuch eingetragenes Wegerecht aus. Doch neben diesem gebe es weitere Knackpunkte für eine geförderte Ufergestaltung und den Investitionen drum herum, weshalb die Versammlung überhaupt einberufen worden war.

Zusammen mit Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf stellte Blank schließlich erste Überlegungen der Verwaltung dazu vor. Füllgraf betonte: „Alles kann, nichts muss.“ Im Mittelpunkt standen neben dem Uferweg zwischen den Hotels damit auch das marode Gemeindehaus, die zusehends erodierende Badewiese und auch der sogenannte „Seesprung“. Dieser beinhaltet alles, was die Verbindung zur Insel und zur Kyritzer Uferseite weiterentwickelt. Nur diese vier Schwerpunkte zusammen betrachtet könnten zu einem erfolgreichen Leader-Förderantrag führen. „Das muss innovativ sein. Wir müssen groß denken. Nur so sind wir konkurrenzfähig gegenüber anderen Anträgen“, betonte Melanie Füllgraf.

Einwohner fordern schnelle Verbesserungen

Doch einige der Anwesenden wollten das so offenbar nicht verstehen. Ihnen ist vielmehr daran gelegen, nicht erst in ein paar Jahren etwas errichtet zu bekommen, sondern zeitnah Verbesserungen zu schaffen. Besonders die Älteren im Ort würden nicht länger warten wollen, sagte Martina Vathke, die für eine Gruppe von etwa 15 Bantikowern sprach. Diese nutzt das Haus neben einer weiteren, jüngeren Gemeinschaft: ein Elternkreis, der vieles für die Kinder auf die Beine stellt. Und so forderte Martina Vathke, dass nach dem zuletzt erfolgten Farbanstrich im Gemeinschaftshaus jetzt der Fußboden an der Reihe sein muss. Auch die Heizungsanlage ist fällig. Uferweg-Anwohner Frank Otto stieß ins gleiche Horn: „Andere bekommen ihre Gemeindehäuser auch finanziert. Warum muss es bei uns zusammen mit der Wiese oder einem Weg gemacht werden?“

Einmal mehr kam dabei der Eindruck im Raum auf, Bantikow wurde und werde gegenüber anderen Dörfern vernachlässigt. Doch dem setzte Melanie Füllgraf eine vorausschauend vom Kämmerer besorgte Tabelle entgegen. Otto dennoch: „Die Ideen sind unausgegoren.“ Er empfand die Versammlung sogar als „befremdlich“. Etwa, weil noch nicht mal mit den Weg-Eigentümern verhandelt wurde. Und: Das Ufer brauche doch auf einem Abschnitt mit einfachen Mitteln nur befestigt zu werden. Andere Einwohner monierten dabei auch, dass die zweite Badestelle lange nicht gepflegt wurde, der Uferweg an seinem Ende in die Wildnis führt und auch sonst so einiges schon heute mit weniger Aufwand von der Gemeinde hergerichtet werden könnte. Einst habe es mit sogenannten ABM-Kräften doch auch funktioniert.

Investitionssumme von zwei Millionen Euro

Blank bekräftigte daraufhin erneut, dass es nicht mehr nur um den Weg und dessen Eigentümer geht oder mal um eine nächste Investition am Gemeindehaus oder dessen Neubau, sondern um sich gegenseitig bedingende Maßnahmen und dabei eben um ganz Bantikow. „Es sind dafür feste Strukturen nötig, nicht nur lose Gruppen. Ich weiß, hier passiert eine Menge. Doch so riskant ist es nicht, einen Verein zu gründen.“ Dem Fördergeldgeber genüge es nicht, nur zu hören, dass eine Menge passiert. Am Ende betonte Blank: „Es geht hier um eine Investitionssumme von zwei Millionen Euro.“ Klappe das mit der Förderung nicht oder werde das Projekt in dem Ausmaß von vornherein nicht gewünscht – was an dem Abend teils den Anschein machte – , dann liege alles andere schlicht in den Händen der Wusterhausener Gemeindevertreter.

Von Matthias Anke

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