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Ostprignitz-Ruppin Verwirrspiel um die Molchowbrücke
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verwirrspiel um die Molchowbrücke
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18:40 13.03.2018
Die neue Brücke soll keine Pfeiler mehr im Wasser haben, damit Boote freie Fahrt haben. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Eigentlich schien vorher alles klar: Die Molchowbrücke muss dringend neu gebaut werden. Noch 2016 soll dazu eine Planung erstellt werden, um gleich darauf das marode Bauwerk endlich ersetzen zu können. Seit Jahren klagt die Stadtverwaltung über den miserablen Zustand der Brücke. Seit Jahren wird das Vorhaben im Haushalt immer wieder verschoben. Jetzt ist endlich Geld da. Über den Kreis könnte Neuruppin Fördermittel bekommen, und die Ortsvorsteher haben zugestimmt, die fehlende Summe aus dem Budget der Ortsteile zu nehmen. Und doch wäre das Vorhaben am Montag in der Stadtverordnetenversammlung fast gescheitert. Die Abgeordneten taten sich schwer, die Hand zu heben. Auch, weil die Stadtverwaltung so richtig nicht erklären konnte, was das Ganze kosten soll.

Die Verwaltung hatte das Thema so kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt, dass nicht einmal alle Abgeordneten eine Beschlussvorlage hatten. Schon das sorgte für Verwirrung. Noch mehr aber das Papier selbst. Danach soll die eigentliche Brücke 720 000 Euro kosten und die Planung weitere 195 000 Euro.

Bund und Kreis übernehmen einen Großteil der Kosten

Einen Großteil der Kosten übernehmen Bund und Landkreis, erklärte die stellvertretende Baudezernentin Sabine Supke. Die Stadt selbst müsste nur 15 Prozent bezahlen. Doch um welchen Betrag genau es sich handelt, blieb vielen Abgeordneten schleierhaft. Genauso wie die Antwort auf die Frage, woher dieses Geld kommen soll. Von Einsparungen war in der Beschlussvorlage die Rede. Doch auch auf Nachfrage taten sich Sabine Supke und Kämmerer Willi Göbke schwer, den Abgeordneten die Einsparungen so zu erklären, dass alle sie verstehen konnten.

Sven Deter (CDU) war entsetzt über die enormen Kosten. Knapp eine Million Euro für eine 53 Meter lange und drei Meter breite Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Rhin? „Lassen wir uns die Brücke vergolden?“, fragte Deter.

Die alte Holzbrücke ist an vielen Stellen durchgefault. Eines der Widerlager, auf denen die Holzbrücke ruht, neigt sich bereits in Richtung Wasser. Quelle: Peter Geisler

Mehrere Stadtverordnete wollten das Thema verschieben, bis alle Zahlen klar und verständlich erklärt sind. Doch die Zeit drängt: Die weitere Planung muss so schnell wie möglich in Auftrag gegeben werden, um schnell mit dem Bau beginnen zu können. Die Brücke ist so marode, dass sie noch in diesem Herbst gesperrt werden soll. Eine Reparatur ist aus Sicht der Stadt unsinnig, weil die Schäden überall zu groß sind. Nur ein Neubau komme infrage, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Molchowbrücke soll 2017 fertig werden, um die Belastung für Anlieger wie das River-Café so gering wie möglich zu halten; ohne Brücke hat das Café kaum Gäste.

720 000 Euro sollen doch für alles ausreichen

Erst eine Sitzungspause brachte am Montag mehr Klarheit: Offenbar soll die neue Brücke samt Planung gar nicht knapp eine Million Euro kosten, wie noch Thomas Dumalsky aus der Kämmerei erklärt hatte. Vielmehr sind die Planungskosten in den 720 000 Euro für den Brückenbau schon enthalten; so jedenfalls hat es Rosswieta Funk (CDU) nach mehreren Erklärungen verstanden. Mit dieser Summe konnten die meisten Abgeordneten leben. Sie stimmten für die weitere Planung durch ein Büro aus Eberswalde.

Wenn es nach Tiefbaufachfrau Uta Pirk geht, wird die neue Brücke nicht mehr aus Holz bestehen und auch keine Mittelpfeiler im Rhin mehr haben. Holz sei im Unterhalt teuer, sagt sie. Und die Pfeiler führen immer häufiger zu Unfällen mit Flößen und Hausbooten. Die neue Molchowbrücke soll so gebaut werden, dass in den nächsten Jahren möglichst wenig Pflegekosten anfallen. Um auf Dauer sparen zu können, müsste die Stadt jetzt einmalig etwas mehr ausgeben.

Von Reyk Grunow

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