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Ostprignitz-Ruppin Viel Lob für Neuruppins Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Viel Lob für Neuruppins Museum
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02:17 17.01.2016
Die alte Zunfttruhe der Leinwebergilde Alt Ruppin stand gestern im Neuruppiner Museum im Mittelpunkt. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die alte Holztruhe sieht unscheinbar aus. Keinerlei Verzierungen schmücken sie, lediglich ein paar Beschläge aus Eisen. Dennoch ist die Truhe etwas Besonderes. Besucher des Neuruppiner Museums können das sofort erahnen. Denn dort steht sie in einer Vitrine mit aufgeklapptem Deckel – und auf dessen Innenseite fallen zwei ins Holz geschnitzte Namen auf: Caspar Gral und Christian Göritz. Darunter steht die Jahreszahl 1735.

Gral und Göritz waren Zunftmeister der Leinwebergilde in Alt Ruppin, die Truhe war seit 1735 die Lade der Innung. Dort wurden Lehrbriefe, Erlasse des Königs, die die Innung betrafen, Musterbücher und Webproben aufbewahrt, erzählt Carola Zimmermann. Die Museumsmitarbeiterin hat am Donnerstanachmittag ein aufmerksames Publikum. Denn die Gäste sind gekommen, weil das Neuruppiner Museum von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ zum Denkmal des Monats gekürt wurde.

Exponate zum Handwerk. Quelle: Peter Geisler

Für Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn ist das eine gute Wahl. Immerhin war der Altbau des Museums, der 1791 für den Justizrat Daniel Heinrich Noeldechen erbaut wurde, von August 2012 bis Dezember 2014 von Grund auf saniert und um einen zweigeschossigen modernen Altbau erweitert worden. Kosten: mehr als 6,5 Millionen Euro. „Das ist gut angelegtes Geld“, sagt Krohn. Der Baudezernent lobt die Kombination von moderner Architektur und historischer Bausubstanz. Davon zeigte sich ebenfalls Michael Knape angetan. Der Bürgermeister von Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) ist zugleich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, die seit gut 13 Jahren das Denkmal des Monats auswählt. Das Neuruppiner Museum ist das 197. – und laut Knape ein gutes Beispiel dafür, dass Museen nicht alt und staubig sein müssen, sondern auch ein Zukunftslabor sein können. Das Zusammenspiel von Alt und Neu falle nicht vom Himmel, so Knape. Vielmehr sei es den Architekten und Handwerkern zu verdanken.

Vizebürgermeister Arne Krohn (l.) und Michael Knape mit der Urkunde. Quelle: Peter Geisler

Neuruppins Vize-Bürgermeister fühlt sich bestätigt. Immerhin hatten sich mehr als 200 Architekten an dem Wettbewerb für das neu zu schaffende Ensemble von historischem Gebäude und modernen Anbau an der August-Bebel-Straße beworben. „Das waren mehr Architekten als beim Wettbewerb für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses.“

Dem Handwerk widmet das Neuruppiner Museum derzeit seine besondere Aufmerksamkeit. Auf das Zunftwesen im Mittelalter wird dabei ebenso hingewiesen wie auf die aufkommende Indus­trialisierung und die Neuruppiner Bilderbogen sowie auf die Freiland-Siedlung in Gildenhall. Dabei können selbst Historiker längst nicht alle Fragen zu den Exponaten beantworten. Unklar ist beispielsweise, wofür eigentlich die gedrechselten, farbigen Zunft­stäbe verwendet wurden. Diese stehen gleich neben der Zunft­truhe der Leinweber-Innung.

Von Andreas Vogel

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