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Viel Storchennachwuchs in Linum

Bereit für den Abflug in den Süden Viel Storchennachwuchs in Linum

Das kleine Storchendorf Linum trotzt dem Landestrend: Während es überall in Brandenburg weniger Jungvögel gab, konnten sich die Linumer über mehr Storchennachwuchs freuen. Allerdings war das Futter knapp. So manches Storchenküken wurde deshalb aus dem Nest geschubst.

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Noch ist die Familie beisammen. In den nächsten Wochen werden die Jungvögel in den Süden aufbrechen.

Quelle: Peter Geisler

Linum. Lange wird es nicht mehr dauern, bis sich die Jungstörche auf den Weg in ihre Wintergefilde begeben. Im Storchendorf Linum beginnen sie bereits, sich zu sammeln. 21 Störche haben dort in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt, auf neun von 16 Horsten war die Brut erfolgreich. Nun sind die ersten Storchennester bereits verwaist. Zwar dienen sie den Adebaren noch als Schlafstatt, doch tagsüber sind die Vögel mit der Nahrungssuche beschäftigt, denn für den Flug in wärmere Überwinterungsgebiete brauchen sie eine gute Konstitution.

Wenn die Tiere im März und A­pril aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zurückkehren, suchen sie immer wieder ihr angestammtes Nest auf. Häufig finden sich auch wieder die gleichen Partner zusammen. Obwohl es in diesem Jahr mit dem Storchennachwuchs in Brandenburg nicht so gut bestellt ist, können sich die Linumer über deutlich mehr Jungvögel freuen als im vergangenen Jahr.

Marion Szindlowski, die Leiterin der Linumer Storchenschmiede

Marion Szindlowski, die Leiterin der Linumer Storchenschmiede.

Quelle: Peter Geisler

Die Altvögel hatten emsig zu tun, um die Brut satt zu bekommen. „Die Nahrungssituation hat sich deutlich verschlechtert“, sagt die Leiterin der Linumer Storchenschmiede, Marion Szindlowski. „Die große Trockenheit sorgte für knappes Futter. In langen Trockenperioden finden die Störche keine Regenwürmer mehr für ihre Kleinen. Sind die Jungtiere größer geworden, wird die Nahrungssuche anstrengend für die Eltern, denn die Kleinen fressen täglich bis zu 1400 g Frösche, Mäuse und andere Tiere. Extensiv genutzte Flächen, wie die Störche sie brauchen, sind Mangelware.“ Für die Weißstörche ist es angesichts der intensiven Landwirtschaft immer schwieriger, Nahrung zu finden. Wenn die Brandenburger wieder mehr Störche in ihren Dörfern begrüßen wollen, dann muss dringend die Landnutzung verändert werden. Mehr Brachflächen, flache Gewässer und feuchte Wiesen, die immer wieder überschwemmt werden, sind notwendig. „Zwar gibt es in den Linumer Teichgebieten ausreichend Wasser, dennoch fehlt es an Flächen mit kurzem Gras, auf denen Frösche herum hopsen, die die Störche fangen können“, sagt die Chefin der Storchenschmiede. „Störche sind ja keine Wassertiere.“ In kritischen, futterarmen Situationen helfen sich die Alttiere, in dem sie Junge aus dem Nest werfen, um wenigstens ein oder zwei kleine Störche groß zu bekommen. Wie oft das in diesem Jahr geschehen ist, kann Marion Szindlowski nicht genau sagen, denn sie kann zwar erkennen, wenn die Vögel die Eier mit dem Schnabel wenden, doch später, wenn die Jungen im Nest liegen, ist es nur schwer möglich, die Zahl der Jungvögel zu kontrollieren. „In unserem Nest, das ja mit der Kamera überwacht wird, gab es vier Küken, doch irgendwann war das Kleinste nicht mehr da“, sagt sie.

Die große Mäuseplage über die die Landwirte in diesem Jahr klagten, war vermutlich die Rettung für den Storchennachwuchs. „Wenn es nicht so viele Nager gegeben hätte, wäre die Nachwuchsbilanz sicher viel schlechter ausgefallen“, sagt Marion Szindlowski. Nun müssen die Altvögel sich selbst noch eine Fettschicht anfuttern, um wieder zu Kräften zu kommen. Ende August werden sie dann nach ihren Kindern auf die große Reise gehen.

Von Cornelia Felsch

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