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Viel mehr Flüchtlinge für Ostprignitz-Ruppin

Zeltstädte nicht ausgeschlossen Viel mehr Flüchtlinge für Ostprignitz-Ruppin

Zuletzt war von etwa 640 Flüchtlingen die Rede, jetzt erwartet Landrat Ralf Reinhardt in diesem Jahr mehr als 1000 Menschen auf der Flucht im Kreis Ostprignitz-Ruppin. Reinhardt will alles tun, um zu vermeiden, dass Zeltstädte oder Turnhallen als Massenquartier genutzt werden müssen. Ausschließen kann er das aber nicht mehr.

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Schon Ende Juli hatte Landrat Ralf Reinhardt (r.) mit Finanzminister Christian Görke beraten, wie sich die alte Neuruppiner Panzerkaserne als Flüchtlingsunterkunft nutzen ließe.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin braucht noch wesentlich mehr Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylbewerber. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa anderthalbmal so viele Migranten untergebracht werden müssen, als zuletzt angenommen. Auch den Bau von Zeltstädten oder Notquartieren in Turnhallen schließt er nicht mehr aus.

Vor wenigen Tage war bekannt geworden, dass die Bundesregierung ihre Prognose für die Zahl der erwarteten Flüchtlinge in diesem Jahr drastisch nach oben korrigiert hat. Statt bisher 450 000 Menschen werden nun bis zu 750 000 erwartet. Das Land Brandenburg rechnet mit etwa 24 000 Flüchtlingen bis zum Ende des Jahres. Das sagte Ministerpräsident Dietmar ­Woid­ke (SPD) am Dienstag der MAZ. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin müsste demnach in diesem Jahr etwa 1050 Flüchtlinge aufnehmen, hat die Kreisverwaltung in Neuruppin auf Grundlage der bisher bekannten Zahlen hochgerechnet. Das wären fast dreimal so viele Flüchtlinge und Asylbewerber wie im gesamten vergangenen Jahr im Kreis Ostprignitz-Ruppin ankamen.

2014 wurden insgesamt 387 Menschen auf der Flucht im Kreis registriert. Für dieses Jahr hatte die Kreisverwaltung aufgrund der offiziellen Zahlen zuletzt etwa 640 Flüchtlinge erwartet. Tatsächlich werden es aber wohl deutlich mehr.

Es ist schwierig, genügend Unterkünfte zu finden

Schon bisher war es schwierig, genügend Unterkünfte für alle zu finden. Wo die vielen Menschen wohnen sollen, kann sicher derzeit noch niemand sagen. In anderen Städten und Kreisen werden schon seit Wochen Flüchtlinge in Zelten oder Sporthallen einquartiert. „Wir sind sehr, sehr bemüht, Zeltstädte zu vermeiden“, sagt Landrat Reinhardt. Geplant seien solche Notunterkünfte zurzeit nicht, versichert er. Doch, ob sie sich wirklich verhindern lassen, könne zurzeit niemand sagen: „Das wäre unseriös.“

Die Lage der Flüchtlinge ist bei der Dienstberatung des Landrates mit allen Amtsleitern jeden Mittwoch der erste Punkt. Eine wesentliche Frage: Wie und wo können schnell weitere Unterkünfte bereitgestellt werden? Die Kreisverwaltung hat noch einmal alle Ämter und Gemeinden um Hilfe gebeten. Unterstützung erhofft sich Reinhardt auch nach wie vor vom Land. So ist im Gespräch, einen Teil der einstigen Panzerkaserne an der Alt Ruppiner Allee für Flüchtlingsquartiere zu nutzen. Doch dazu muss zum einen das Land grünes Licht geben. Zum anderen müssten die Häuser erst einmal umgebaut werden, damit sie überhaupt nutzbar wären. Das würde Monate dauern.

Auch andernorts müsste zumindest investiert werden, um die Sicherheitsstandards einhalten zu können. Auf keinen Fall will die Neuruppiner Kreisverwaltung irgendwo weitere Flüchtlingsunterkünfte in größerer Zahl einrichten, ohne mit den Anwohnern vorher über die Pläne zu sprechen, sagt Reinhardt.

Doch nicht nur die Unterkünfte sind ein Problem. Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen bringt auch für die Menschen, die sie betreuen, sehr viel mehr Arbeit und Belastung.

„Wir müssen sehen, dass wir da nicht an unsere Grenzen kommen“, warnt der Landrat. Möglicherweise müssen die Ausländerbehörde und andere Einrichtungen mit zusätzlichen Mitarbeitern verstärkt werden.

Von Reyk Grunow

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