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Viele Hindernisse für die Fahrt mit dem Bus

Neuruppin Viele Hindernisse für die Fahrt mit dem Bus

Der Platz für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen ist in Bussen begrenzt; zudem sind viele Haltestellen in Ostprignitz-Ruppin uneben. Das ärgert Gisela Ahrendt (89). Die Neuruppinerin, die einen Rollator hat, würde viele Wege gern selbst erledigen. Doch mit dem Bus ist das oftmals nicht so einfach möglich.

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Ein ebener Untergrund fehlt an vielen Bushaltestellen. Deshalb ist für Menschen mit Rollatoren das Einsteigen in den Bus oft schwierig.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Meist kann sich Gisela Ahrendt auf ihre Enkel verlassen. Wenn sie mal zum Arzt in die Stadt muss, bringen die Enkel sie einfach mit dem Auto zur Praxis. Denn Gisela Ahrendt ist 89  Jahre alt und nicht mehr ganz so gut zu Fuß. Deshalb nutzt die Neuruppinerin für kleinere Wege auch einen Rollator. „Damit bin ich selbstständig und nicht auf fremde Hilfe angewiesen“, sagt die Seniorin.

Unerwartete Hilfe beim Einsteigen

Sie würde sich zwar zutrauen, auch mit dem Bus zu ihrem Facharzt in die einstige Poliklinik zu fahren – aber nur, wenn sie sicher sein könnte, dass sie mit ihrem Rollator auch problemlos und ohne fremde Hilfe an den Haltestellen in den Bus ein- und aussteigen kann. Doch genau da liegt das Problem: Zwar fahren auf der Neuruppiner Stadtlinie schon seit Jahren sogenannte Niederflurbusse, die mit ihren besonders tief liegenden Böden Fahrgästen mit behinderungs- oder altersbedingten Einschränkungen das Ein- und Aussteigen erleichtern sollen. Aber längst noch nicht jede Haltestelle ist auch barrierefrei, stattdessen sind viele uneben. Damit bleibt der Ein- und Ausstieg dort für ältere Menschen und Menschen mit Gehbehinderungen selbst bei den modernen Bussen schwierig, auch Eltern mit Kinderwagen haben an diesen Haltestellen oft Probleme. Gisela Ahrendt war deshalb froh, dass ihr ein junger Mann beim Einsteigen mit dem Rollator geholfen hat, als sie jetzt doch einmal mit dem Bus zum Arzt gefahren ist.

Bus-Chef: Der Rollstuhlfahrer hat Vorrang vor dem Rollator

Auch Sigrid Schumacher, die Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates, kennt derartige Probleme. Der Beirat hatte sich deshalb bereits vor einiger Zeit an die Busgesellschaft ORP gewandt, die dem Landkreis gehört. Deren Chef Ulrich Steffen habe versprochen, sich um Verbesserungen zu bemühen, so Schumacher. Allerdings ist das auch eine Kostenfrage. Denn nicht überall fahren moderne Niederflurbusse. Hinzu kommt, dass es auch in diesen nur ein begrenztes Platzangebot für Rollstühle und Rollatoren gibt, dass diese zudem mit Kinderwagen teilen müssen. „Jeder will selbstständig und unabhängig sein, das ist ein Stück Lebensqualität“, sagt der ORP-Chef. Steffen hat dafür Verständnis. Gleichwohl müssen im Zweifel Abstriche an dieser Form der Lebensqualität gemacht werden. „Wenn es hart auf hart kommt, hat der Rollstuhlfahrer Vorrang vor dem Rollator“, sagt Steffen. Denn der Rollator sei lediglich ein Hilfsmittel, aber kein medizinisches Gerät. Laut dem Buschef sind bisher aber im Landkreis kaum Fälle vorgekommen, dass ein Mensch mit einem Rollator wegen Platzmangels im Bus an der Haltestelle stehen gelassen wurde. Das könnte auch daran liegen, dass sich viele Rollatoren auf recht einfache Weise schnell zusammenfalten lassen und damit viel weniger Platz im Bus benötigen.

Gleichwohl geht der ORP-Chef davon aus, dass das Problem zunehmen wird. „Die Gesellschaft wird immer älter“, so Steffen. Darauf müssen sich nicht allein die Busgesellschaften mit ihrem Platzangebot für Rollstühle und Rollatoren einstellen, sondern vor allem die Kommunen. Denn diese sind dafür zuständig, dass die Haltestellen in ihrem Ort barrierefrei sind.

Von Andreas Vogel

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