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Vielfach vorbestrafter Kyritzer vor Gericht

Raubprozess Vielfach vorbestrafter Kyritzer vor Gericht

Seit Mittwoch muss sich ein vorbestrafter 41-Jähriger unter anderem wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er soll am Neujahrstag die Mutter seiner Ex-Freundin in Wittenberge geschlagen und mit einem Messer verletzt haben, um an ihre EC-Karte und die Pin zu gelangen . Er bestreitet die Tat.

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Weil der Angeklagte seine Ex-Schwiegermutter geschlagen und mit einem Messer verletzt haben soll, steht er nun vor Gericht.

Quelle: dpa

Neuruppin. Geläutert, so präsentierte sich René S. vor Gericht. „Ich habe viele Vorstrafen wegen Körperverletzungen. Ich habe damit abgeschlossen“, sagte der 41-Jährige aus Kyritz am Mittwoch.

Angeklagter sieht sich als Opfer

Und deshalb sitzt er nun aus seiner Sicht zu Unrecht auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderen schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll am Neujahrstag dieses Jahres in die Wohnung der Mutter seiner Ex-Freundin in Wittenberge eingedrungen sein und zunächst ihr Handy eingesteckt haben. Später soll er die 61-Jährige massiv geschlagen und mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen haben, um sie zu bewegen, ihre Geldkarte und die Pin heraus zu rücken. Am 14. Dezember 2015 hat er zudem laut Anklage grundlos seinen Kumpel Enrico S. in dessen Wohnung in Perleberg mit der Faust traktiert.

Beide Taten bestritt der seit dem 3. März in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte. Er habe seine damalige Schwiegermutter öfter besucht. Er habe dann immer Schnaps mitgebracht, so auch am 1. Januar. Auf dem Weg dorthin sei er einem Mann begegnet, den er namentlich nicht kenne, von dem er aber wisse, dass er einer von fünf Männern war, die ihn Monate zuvor krankenhausreif geschlagen hätten. Der habe ihn begleitet. Und dieser Unbekannte war es auch, der, glaubt man dem Angeklagten, die gehbehinderte Frau nach einem verbalen Streit geschlagen und sie mit einem Messer bedroht habe. „Woher das Messer kam, weiß ich nicht. Von mir war es jedenfalls nicht“, sagte René S. und betonte mehrfach, dass man seine Fingerabdrücke weder auf dem Messer noch auf der EC-Karte finden werde. In der Wohnung sei nichts umher geworfen worden. Die Fotos, die die Polizei später gemacht hatte, zeigten dagegen einen demolierten Fernseher, ausgeräumte Schränke und eine ausgehängte Schlafzimmertür. Der Unbekannte habe dann die Wohnung verlassen. Er selbst habe später in seinem Rucksack ihr Handy gefunden, das ihm der andere wohl untergeschoben haben muss. Einen Tag später informierte er seine in Kyritz lebende Ex-Freundin, dass ihre Mutter „angestochen in ihrer Wohnung liege“. Dass es sich wie vom Angeklagten geschildert, um einen freundschaftlichen Besuch handelte, darüber konnte die ehemalige Freundin nur lachen. René S. hatte Hausverbot und ein gerichtliches Annäherungsverbot. Er soll am 7. Mai 2015 seine Ex-Freundin so verprügelt, dass sie ins Krankenhaus musste. „Er wollte mir nur wehtun, in dem er sich an meiner Mutter vergreift. Es nimmt keine Ende. Ich komme nicht zur Ruhe“, sagte die 34-Jährige.

Opfer hat noch heute Angst vor dem Angeklagten

Ihre Mutter stand noch sichtlich unter dem Eindruck des Erlebten. „Ich habe Angst vor dem Angeklagten“, sagte sie. Sie hatte teilweise Erinnerungslücken, bedingt auch durch eine kurze Bewusstlosigkeit aufgrund der Schläge, so dass sie nicht alles mitbekommen hat. Sie war sich aber ganz sicher, dass es René S. war, der sie malträtiert hat. Was dieser vehement abstritt. „Warum sollte sie lügen?“ wollte Richter Udo Lechtermann wissen. Sie sei von ihrer Tochter, die ja schon mal dafür gesorgt habe, dass er verurteilt wurde, beeinflusst worden, war die Antwort. Sie wird aber sicherlich nicht dafür gesorgt haben, dass Enrico S. ihn angezeigt habe wegen Körperverletzung. Doch auch dafür hatte der Angeklagte eine Erklärung. „Ich bin es mittlerweile gewohnt, angezeigt zu werden, weil die anderen Leute nur mich kennen, nicht aber die wahren Täter.“

Eine Entscheidung des Gerichts wird für Dienstag erwartet.

Von Dagmar Simons

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