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Vielitzer Bierfest als Riesengaudi

Trinkfest und tanzfreudig Vielitzer Bierfest als Riesengaudi

Bier oder Wodka? Beides war möglich – beim ersten Vielitzer Bierfest hatten sowohl die Gäste als auch Organisatoren, Caterer und die Musiker ihren Spaß. Nach der bayrischen Wiesn-Sause wurde zur Russendisko aufgelegt, um die Haxn wieder abzutanzen.

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Preisträger: fesche Mädels, Traditionslook und ein Lebenswerk.

Vielitz. Der Senf ist aus. Aber das ist es nicht, was Wolfgang Böhnke die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Er und Kollegin Jacqueline Hauck haben mit Abstand den heißesten Platz auf dem Hof der Vielitzer Musikscheune erwischt – sie stehen mit dem Rücken zum Grill und reichen im Akkord Haxen, Hähnchen und Rippchen an die 180 Gäste aus – so groß, dass etliche um Mitnahme-Tüten bitten. Dazu Kraut und eine Brezn. Beim ersten Vielitzer Bierfest erinnerte am Sonnabend vieles an das Münchner Oktoberfest.

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„O’zapft is“ – das ließen sich die Vielitzer und Gäste am Sonnabend nicht zweimal sagen. In den Krachledernen und Dirndls schmeckten Bier,Haxn und Brezn fast wie beim Oktoberfest. Zünftige Musik sorgte für ausgelassenen Stimmung.

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Die Scheune leuchtet im Zeichen der blau-weißen Rauten, Herzen und Ballons wippen über den Köpfen, am Festzelt prangt in uriger Fraktur das Wort „Biergarten“, ausgeschenkt wird im halben Maß. Die Männer auf der Bühne tragen Alpen-Tracht, jonglieren mit Quetschen und Blechblasinstrumenten und zaubern ausgelassene Schunkel-Jodel-Stimmung. Die Feier-Gemeinde an den langen Tischen lässt die Humpen knallen, juchzt und jubelt mit den „Saitenspringern“. Dirndl wippen vor Krachledernen auf der Tanzfläche, gefilzte Tirolerhüte recken sich ins Rund – wer hat, der zeigt’s, denn die Jury – wer wäre da geeigneter als die urbayerischen Musiker? – sucht schon nach den Bestgekleideten im Publikum.

„Ich war noch nie auf dem Oktoberfest“, sagt Martina Pietschmann strahlend hinter ihrem Haxn-Teller. „Aber das Flair hier ist wie Urlaub.“ Das sehen auch die anderen Gäste so. Scheunenchef Reinhard Hagen, der den Organisatoren vom „Kultur- und Sportverein Haus des Gastes Vie­litzsee“ seine Lokation zur Verfügung gestellt hat, ist ebenfalls begeistert: „Ich find’s toll , das sollte man wiederholen. Eine bessere Art, die Orte zusammenzuschweißen, gibt es kaum.“ Und auch Mathias Scholz vom Verein ist rundum zufrieden – immerhin wurden 176 der 180 Karten im Vorfeld verkauft und auch nach Küchenschluss schauen immer wieder tanzfreudige Einheimische herein. „Wir haben unser Ziel erreicht – immerhin muss man die Leute für solche Musik erst einmal begeistern.“

Aber die Jungs können es auch poppig – das beweisen sie im Verlauf des Abends und füllen die Tanzfläche mit „Sweet Caroline“ und anderen Ohrwürmern. Nicht bayrisch – aber passt schon! Zum Mitmachen animiert der Bobfahrer-Song: Willig legen sich die Gäste auf ihren Bänken in die Kurven – Hand auf der Schulter des Vordermannnes. „Paragraf zwei erlaubt den Männern, auch tiefer zu fassen, sofern es nicht die eigene Frau ist“, heizt der Quetschen-Spieler ein, der von der Tanzfreudigkeit der Brandenburger angetan ist. „Der Bayer schunkelt nur auf seiner Bierbank.“

Die Sieger des Bierfest-Schönheitswettbewerbes

Die Sieger des Bierfest-Schönheitswettbewerbes.

Quelle: Regine Buddeke

Dann bekommen die Schönsten des Abends ihre Huldigung. Den dritten Platz belegt ein Pracht-Bierbauch. „Ein markanter Körper, original bayerisch, wie ein frisches Fass Bier. Der hat viel Zeit und Geld gekostet – quasi ein Lebenswerk“, lobt der Juror die „Rundung und gute Konsistenz“. Platz zwei kommt anders daher: „Eine Frau, wies ausschaut. Und nix aus dem Hochglanz-Trachtenkatalog, sondern ganz eine traditionelle“, beschreibt der Musiker die Preisträgerin in geblümter Schürze und Kopftuch. Den ersten Platz teilt sich das Quartett aus Anke Herrmann, Marita Krause, Heike Loewe und Doreen Barneback: vier fesch-dekolletierte Mädels mit Dirndl, Zöpfen und Blumen im Haar. Die müssen indes erst ausgerufen werden. „Wo sind’s denn hin?“, wundert sich der Juror, bevor die Damen gefunden werden, natürlich am Bierwagen. „Da wo Dirndln hingehören“, so der Juror begeistert und die Siegerinnen legen vor Freude eine Polonaise hin. Die passt sogar dann noch, wenn die bayrische Sause allmählich gen Osten wandert, das Bier zu Wodka wird und statt Bayern-Musik „Marussja, ras dwa tri“ erklingt. Da hat Olga Kaminer das Pult übernommen und legt, stellvertretend für ihren verhinderten Gatten Wladimir, gemeinsam mit „Willis Studio“ zur Russendisko auf.

Von Regine Buddeke

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