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Ostprignitz-Ruppin Vier Azubis, junge Belegschaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vier Azubis, junge Belegschaft
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00:17 09.11.2016
Für die hofeigene Nachzucht bei den Milchkühen sorgt der braunweiße Bulle auf dem Hof in Blesendorf. Quelle: Claudia Bihler
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Blesendorf

Die 500 Milchkühe wenden mehr oder weniger synchron ihre Köpfe und schauen neugierig, wer da zu Besuch in ihre hochmoderne Stallanlage kommt. Noch stehen sie im offenen Stall, doch sobald die Temperaturen noch weiter sinken, werden Sensoren dafür sorgen, dass die Wände vollautomatisch zugeschoben werden. Hier und dort lässt sich eine Kuh den Rücken von einer Art Waschanlagenbürste massieren. Die Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft Blesendorf Brita Kollhoff hat an diesem Tag eine gute Nachricht: „Ein Discounter hat eben bekannt gegeben, dass er seine Milchpreise um 19 Cent anheben wird.“ Spätestens seit der großen Protestwelle im Jahr 2009 werden die 40 Cent Erzeugerpreis gefordert – nun könnte der erreicht werden, hofft die Geschäftsführerin. Bislang gab es nur 25 Cent pro Liter: „Das war schwierig.“

70 Mitglieder hat die Agrargenossenschaft, 32 Beschäftigte. Schwerpunkt des Betriebes ist die Milchvieh-Haltung und die Rinderzucht für Mutterkuhherden. Dennoch wird auch Ackerbau betrieben: Wegen der niedrigen Bodenwertzahlen wird vor allem Roggen angebaut. Hinzu kommen Gerste und Weizen als Futter für die Tiere.

Moderner Stall für 500 Milchkühe in Blesendorf Quelle: Claudia Bihler

Worauf Brita Kollhoff besonders stolz ist: Ihre Belegschaft hat ein sehr niedriges Durchschnittsalter. Nachwuchsprobleme kennt die Agrargenossenschaft nicht – zumal sich junge Familien wie die des Futtermeisters Christopher Carus sich ein Eigenheim leisten können. „Zwei Babys haben unsere Mitarbeiter“, freut sich die Chefin, „ein weiteres ist unterwegs.“

Die Belegschaft hat ein niedriges Durchschnittsalter. Quelle: Claudia Bihler

Vier Azubis arbeiten bei der Genossenschaft. Auch Christopher Carus hat seine Ausbildung in Blesendorf gemacht: „Ich wollte ja schon immer Landwirt werden.“ Ein Onkel hatte in schon als Kind immer mit in die Landwirtschaft genommen. Später hat sich der Futtermeister während der Ferien ein Zubrot in der Landwirtschaft verdient: „Ich bin da reingewachsen.“

Brita Kollhoff ist weitgehend zufrieden: „Ich glaube, wir haben unseren Betrieb zukunftsfähig aufgestellt.“ Das gilt für die Belegschaft, die sich im Zwei-Schichtbetrieb nicht nur um die Milchkühe kümmert, sondern auch um mehrere hundert Tiere starke Mutterkuhherden und um die Kälbernachzucht. Lediglich die Färsen werden behalten, die Jungbullen zur Mast verkauft. Zukunftsfähig sind auch die modernen Stallanlagen, die auf den Dächern Solarzellen tragen und vollautomatisch so ausgerüstet sind, dass die Rindergülle vollautomatisch abfließt. Und direkt in eine Biogasanlage, die ausschließlich aus den Ausscheidungen der Rinder beschickt wird. „Derzeit verstromen wir das Biogas noch, aber wir wollen die Anlage zur Selbstversorgung ertüchtigen“, sagt die Landwirtin. Denn ein großes Ziel steht für Brita Kollhoff ganz oben: „Dass wir unseren Verpächtern angemessene Pachtpreise für ihr Land und unseren Mitarbeitern vernünftige Löhne zahlen können.“

Von Claudia Bihler

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