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Ostprignitz-Ruppin Vier Engel für das Dorf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vier Engel für das Dorf
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00:17 22.09.2016
Die Engel gehen durch dick und dünn: Andreas, Maja, Sandra und Traute Engel (v.l.) . Quelle: Christamaria Ruch
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Neu Biesen

Seit 30 Jahren lebt Traute Engel mit ihrer Familie in Neu Biesen. „Am 6. August 1986 sind wir hier eingezogen“, erinnert sich die 72-Jährige. Über der Eingangstür vom Bauernhaus prangt die Jahreszahl 1910 und gibt jedem Besucher Auskunft über das Baujahr.

Das Leben in Traute Engels neuer Heimat ähnelt dem ihrer Kindheit. Sie stammt aus Freyenstein und wuchs „mitten im Busch auf, dort oben weit hinter dem Friedhof“, sagt sie. Diese Abgeschiedenheit findet sie ebenfalls in Neu Biesen – nur einen Steinwurf von Wittstock entfernt. „Meine Enkeltochter Maja erlebt jetzt eine ähnliche Kindheit wie ich damals“, so Traute Engel. Das weitläufige Grundstück mit einem Hektar Größe bietet Platz zum Toben, Spielen und Entdecken. Maja ist sechs Jahre alt und erlebt gerade ihre ersten Schulwochen als Abc-Schützin.

Engel aus drei Generationen leben auf dem Hof. Neben Traute Engel sorgen Sandra und Andreas Engel mit Maja für Trubel. „Für meine Mutter ist Maja positive Energie“, sagt Andreas Engel. Denn sie hilft der jungen Familie, wann immer sie gebraucht wird: Bis zum Sommer brachte sie Maja zur Kita oder holte sie auch wieder ab, wenn ihre Eltern wegen der Arbeit verhindert waren. Zukünftig springt Traute Engel ein und wird auch die Fahrt von der Schule absichern. „Maja ist mein Sonnenschein“, sagt ihre Oma liebevoll.

Maja Engel (6) liebt ihre Sandeimer. Quelle: Christamaria Ruch

Traute Engel ist Heimat verbunden und bodenständig. „Wir sind 1970 nur wegen der Wohnung nach Schwedt gezogen“, blickt sie zurück. Mit ihrem späteren Mann Jürgen besuchte sie zehn Jahre dieselbe Klasse in Freyenstein. Damals war allerdings von Zuneigung noch nichts zu spüren. „An seinem 20. Geburtstag kamen wir zusammen“, so Traute Engel. Das Paar heiratete und zwei Söhne vervollständigen die Familie. „Wegen unserer Verwandtschaft wollte wir immer schon hier in die Region zurück ziehen“, sagt Traute Engel. Mit Glück und guten Beziehungen konnten sie 1986 das Haus in Neu Biesen erwerben. 2010 verstarb Jürgen Engel.

Sandra Engel kennt ihr heutiges Zuhause schon aus der Kindheit. Ihre Großeltern waren vor Familie Engel die letzten Eigentümer. „Mein Opa wollte immer, dass einer aus seiner Familie wieder in dieses Haus zurückzieht“, sagt die 34-Jährige. Dieser Wunsch erfüllte sich rein zufällig, weil Sandra und Andreas sich kennen lernten und eine Familie gründeten. „Leider hat mein Opa nicht mehr erlebt, dass ich jetzt hier wohne“, sagt Sandra Engel.

„Die Natur und die Ruhe machen das Leben in Neu Biesen aus“, sagen die Engel. „Der Zusammenhalt stimmt und Nachbarschaftshilfe ist selbstverständlich“, so Andreas Engel. Beim Baumhaus für Maja ließen auch Nachbarn ihren Ideen freien Lauf. „Einer gab uns die Leiter und ein anderer die Rutsche, die nun von der Terrasse des Baumhauses hinabführt“, so der 48-jährige Andreas Engel. Obwohl die Bezeichnung Baumhaus eher schmeichelhaft ist. „Naja, eine Kiefer und ein Birnbaum stehen neben dem Haus, eigentlich sitzt es auf dem Hundezwinger“, sagt er.

Kamerunschafe tummeln sich auf der Wiese, die Hühner scharren im Boden und mittendrin tollen die zwei Katzen umher. Hofhund Leo, ein elf Jahre alter Schäfer-Labrador-Mix, ist der Liebling aller Hausbewohner. „Der lässt sich alles gefallen“, berichtet Traute Engel.

Jahr für Jahr zieht das Osterfeuer im Dorf viele Besucher an. Seit drei oder vier Jahren sind die Engel Gastgeber beim Neujahrsfeuer für Neu Biesen. Beim Erntefest in Biesen reihte sich nun zum sechsten Mal ein geschmückter Wagen aus Neu Biesen in den Umzug ein. „Einige Familien schmücken gemeinsam den Wagen, und am Abend wird dann gemeinsam gegrillt“, sagt Sandra Engel.

„Wir haben nur einen gemeinsamen Eingang am Haus, die Wohnungen sind getrennt“, sagt Traute Engel. Natürlich bringt das Leben von drei Generationen unter einem Dach auch Reibungspunkte, räumen alle offen ein. Doch für sie überwiegen die Vorteile. „Wenn ich hier gebraucht werde und Maja abhole, kann ich eben mal nicht zur Handarbeitsgruppe nach Freyenstein fahren“, sagt Traute Engel. Außerdem hält sie seit mehr als 40 Jahren ihrer Sportgruppe in Freyenstein die Treue.

Von Christamaria Ruch

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