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Vier Friedhöfe trotz Kritik entwidmet

Grabstellen bei Wittstock stillgelegt Vier Friedhöfe trotz Kritik entwidmet

In Goldbeck, Tetschendorf, Niemerlang und Ackerfelde bei Wittstock gibt es Friedhöfe, auf denen seit Anfang der 1960er Jahre niemand mehr beerdigt wurde. Die Ruhestätten zu entwidmen, wurde am Mittwoch zwar von den Wittstocker Stadtverordneten beschlossen, aber es gab Kritik. Kerstin Zillmann möchte die Suche nach Todesmarschopfern abwarten.

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Verwaiste Friedhöfe werden entwidmet.

Quelle: dpa

Wittstock. Vier alte Friedhöfe in Goldbeck, Niemerlang, Tetschendorf und Ackerfelde werden als solche entwidmet. Das haben die Wittstocker Stadtverordneten am Mittwochabend beschlossen. Allerdings gab es Gegenwind aus der Fraktion der Linken, die dem Beschluss nicht zustimmte. Kerstin Zillmann hatte zuvor den Grund erklärt: Noch immer sei unklar, ob auf diesen Friedhöfen nicht Menschen beerdigt wurden, die auf dem Todesmarsch ihr Leben ließen. Die entsprechenden Recherchen liefen noch, unter anderem bei der Kriegsgräberfürsorge, sagte sie.

Bürgermeister Jörg Gehrmann bezweifelte, dass beide Angelegenheiten – die Entwidmung sowie die Frage, ob dort Tote vom Todesmarsch begraben sind – etwas miteinander zu tun hätten. Denn sollte Letzteres bewiesen werden, müsse man sich ohnehin damit beschäftigen, wie mit der Situation umzugehen wäre, unabhängig davon, ob die Friedhöfe entwidmet sind oder nicht. Allein die Recherche in Bestattungsfragen rechtfertige aus seiner Sicht nicht den Fortbestand der Friedhöfe. Schließlich würden sie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr genutzt und hätten es daher „verdient“, entwidmet zu werden. Nur so könnten die Flächen langfristig neu beplant und gestaltet werden.

Wo seit Jahrzehnten keiner mehr beerdigt wurde, soll der Friedhof stillgelegt werden

Wo seit Jahrzehnten keiner mehr beerdigt wurde, soll der Friedhof stillgelegt werden.

Quelle: dpa

Auf die Frage was geschehen solle, wenn sich herausstellt, dass sich tatsächlich Tote vom Todesmarsch auf diesen alten Friedhöfen fänden, antwortete Kerstin Zillmann: „Dann haben wir ein Problem.“ Möglicherweise müsse dann über eine Umbettung nachgedacht werden. „Deshalb sind wir nicht gegen die Schließung, sondern gegen die Entwidmung“, stellte sie klar.

Bereits im Vorfeld der Diskussion hatte Lothar Winter, Ortsvorsteher in Niemerlang, dafür geworben, die alten Friedhöfe in Niemerlang, Tetschendorf und Ackerfelde zu entwidmen. Das sei auch im Ortsbeirat so gesehen worden. Denn die ehemaligen Ruhestätten würden schlicht nicht mehr gebraucht, schließlich seien genutzte Friedhöfe vorhanden.

Von Björn Wagener

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