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Vier sind zwei zu wenig: Feuerwehr droht Schließung

Ehrenamtler sind sauer Vier sind zwei zu wenig: Feuerwehr droht Schließung

Die Storbecker Feuerwehreinheit hat nur noch vier einsatzbereite Mitglieder. Das Amt Temnitz kündigte deshalb eine Schließung der Einheit zum Monatsende an. Die Brandschützer sind enttäuscht und sauer. Jetzt haben sie ihrem Ärger Luft gemacht.

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Das fast leere Feuerwehrhaus in Storbeck: Die Einsatzfahrzeuge sind schon weg.
 

Quelle: Peter Geisler

Storbeck.  Der Storbecker Feuerwehr droht die Schließung. Vor Kurzem hatten die Feuerwehrleute einen Brief bekommen, in dem das Amt Temnitz ihnen eine Schließung ihrer Einheit zum Monats­ende ankündigt. Bei der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend kochten deshalb die Emotionen hoch. „Wir haben immer Einsatzbereitsschaft gezeigt“, empörte sich ein ehemals aktiver Feuerwehrmann. In ganz Brandenburg würden Feuerwehrleute gesucht. „Aber hier wird eine Einheit dicht gemacht, die schon seit Ewigkeiten existiert.“

Für Amtsdirektorin Susanne Dorn liegen die Gründe für eine Schließung dagegen klar auf der Hand: Die Feuerwehreinheit Storbeck hat nur noch vier einsatzbereite – entsprechend ausgebildete – Mitglieder. „Das ist zu wenig, um eine Ortswehr zu erhalten“, sagt Dorn. Für eine Staffel bräuchte die Wehr mindestens sechs Leute. Die Dienstvorschrift verlangt eigentlich sogar eine Doppelbesetzung – aus Sicherheitsgründen.

Das Fahrzeug ist schon abgezogen

Vor einigen Tagen hatte das Amt bereits das Storbecker Feuerwehrfahrzeug abgezogen und nach Walsleben geholt. „Dieses Fahrzeug ist zu wichtig, um es in Storbeck stehen zu lassen, wo es nicht eingesetzt werden kann“, sagt Dorn. Chancen, die Schließung der Wehr in allerletzter Minute noch abzuwenden, sieht sie „im Moment nicht“.

Die Feuerwehr in Storbeck

Die Feuerwehr in Storbeck.

Quelle: Peter Geisler

Zum Sommeranfang hätte die Wehr noch ein einsatzbereite Staffel aufstellen können. Doch vor Kurzem hatten vier Feuerwehrleute ihren Rücktritt eingereicht – darunter auch der bisherige Wehrführer. Schon seit Längerem hatte es in der kleinen Einheit Konflikte gegeben. Eine ganze Familie zog sich schließlich zurück.

Klärendes Gespräch im dritten Anlauf

Am 23. September soll es noch einmal ein klärendes Gespräch geben zwischen der Amtswehrführung, der Storbecker Einheit und Dorn. Zwei Gesprächsangebote hatten der Amtswehrführer und Dorn bereits gemacht. Beide Termine kamen jedoch nicht zustande. Dorn hofft beim dritten Versuch dennoch auf ein klärendes Gespräch. „Feuerwehrleute sollten miteinander reden und nicht übereinander.“

Bereits seit den 30er Jahren existiert die Freiwillige Feuerwehr im Ort

Bereits seit den 30er Jahren existiert die Freiwillige Feuerwehr im Ort.

Quelle: Peter Geisler

Weil die Stimmung in der Storbecker Wehr schlecht war, engagieren sich einige Storbecker Brandschützer bereits in anderen Wehren. „Einige Kameraden machen Dienst in Bech­lin“, so ein Zuhörer am Dienstag. Auch die übrig gebliebenen vier einsatzbereiten Feuerwehrleute könnten in Nachbarwehren wechseln. „In Rägelin oder Netzeband würde man sich sicherlich sehr freuen“, sagt Dorn. Viele würden sich durch gemeinsame Ausbildungen bereits kennen.

Storbeck-Frankendorfs Bürgermeister Hans-Jürgen Berner bedauert das voraussichtliche Aus für die Wehr. „Was einmal zu ist, bleibt auch zu“, fürchtet er. Kommentierten wollte er den Konflikt in der Wehr allerdings nicht. „Das ist ein feuerwehrinternes Problem“, sagt er. „Es müssen alle noch mal an einen Tisch kommen.“

Ortsvorsteherin wünscht sich Erhalt der Wehr

Für Storbecks neue Ortsvorsteherin Ute Gutsche kam die Nachricht vom drohenden Ende der Feuerwehreinheit „überraschend“. Gutsche plädierte dafür, die Schließung hinauszuzögern, um den Feuerwehrleuten mehr Zeit zu geben, ihre Dinge zu klären. Feuerwehrleute, die die notwendigen Ausbildungen noch nicht absolviert haben, könnten das nachholen und so der Feuerwehr wieder zu Einsatzstärke verhelfen. Ihr Vorschlag verhallte allerdings ohne Reaktion.

Enttäuscht äußerte sich der Gemeindevertreter Jens Steffin. „Warum hat man sich nicht früher an die Gemeindevertretung gewandt?“

Von Frauke Herweg

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