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Vierbeiner-Paradies in Rüthnick

Die mit den Hunden spricht Vierbeiner-Paradies in Rüthnick

Wohin im Urlaub mit dem Hund? Diese Frage stellen sich viele Herrchen und Frauchen alljährlich. Georgia Greuter hat ein Herz und ein Händchen für Hunde: bei ihr kann man den Liebling betreuen lassen. Auch eine Hundeschule bietet die zertifizierte Trainerin an. Ihre Schützlinge genießen nicht nur die Aufmerksamkeit der Hausherrin sondern auch den Kontakt zu Artgenossen.

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Georgia Greuter hat ein Händchen für Hunde. Und die lieben sie dafür. Und wollen manchmal gar nicht mehr weg.

Quelle: Regine Buddeke

Rüthnick. Nähert man sich dem Grundstück mitten im Wald, wird man von lautem Gebell empfangen. Doch es bedarf nur weniger Worte von Georgia Greuter, dann legt sich das Gewusel. Neugierig äugen Balu und seine Gäste, wer da auf den Hof kommt.

Seit 2004 lebt die Berlinerin nun schon in Rüthnick. Lange Zeit hat sie als Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin gearbeitet, lebte eine Weile in Frankreich, bis sie 2004 ein neues Zuhause suchte. „Ich habe alle Makler in Neuruppin abgeklappert“, erinnert sich die 52-Jährige. Einer sei mit ihr den Waldweg entlang gefahren. „Da wusste ich schon: egal, was er mir zeigt – es ist meins.“

„Auf den Hund gekommen“ ist sie erst mit 18 Jahren. „Bei meinen Eltern gab es keine Tiere“, sagt sie. Den ersten Hund hatte sie erst nach dem Auszug. Die Liebe zu den Vierbeinern hat sich über die Jahre nur vergrößert. „Seit 1994 habe ich Hunde – mal nur einen, mal viele.“ Der Umzug aufs Land ist also nur ein logischer Schritt. „Ich war schon immer ein Draußen-Mensch“, sagt Georgia Greuter, die sich mit der Hundepension einen Traum erfüllt hat.

Zu ihr kommen Hunde aller Art, manche nur tagsüber, manche, weil Herrchen im Urlaub ist. „Viele Berliner, viele Einheimische“, sagt sie über ihre Gäste. Gerade beherbergt sie einen vierbeinigen Gast aus München. Nur Kleinsthunde kommen ihr nicht auf den Hof. „Dafür sind meine Zäune nicht ausgelegt“, erklärt sie.

Viele Hunde heißen mit Nachnamen „Nein“

Dackel Lenny ist ein Tagesgast, genau wie Mister Obama, ein schwarzer Labrador. „Lange hat er seinen Präsidentenstatus ja nicht mehr“, flachst die Hundefreundin. Aber ohnehin habe auf dem Hof Balu, ihr einziger eigener Hund, das Sagen – zumindest von hündischer Seite. Der wäre auch ein guter Indikator, wenn Georgia Greuter Neulinge vorab auf ihre soziale Kompetenz hin teste. „Balu hat sensible Antennen, ob ein Hund herdentauglich ist.“ Die, die es nicht sind, bekommen ein separates „Einzelzimmer“. Selbstredend freilaufend. „Es gibt bei mir keine Zwinger“, so die Wahl-Rüthnickerin. „Das ist mir wichtig. Ich finde es unmöglich, Hunde auf sechs Quadratmetern einzusperren.“

Seit 2006 bietet Georgia Greuter neben der Pension auch Hundeschule an. In einer dreijährigen Ausbildung hat sie sich zur Trainerin zertifizieren lassen. Ob Welpenspielgruppe oder Junghundkurse: alles ist möglich. „Am besten fängt man schon im Welpenalter mit der Sozialisation an“, sagt sie. „Sonst hat man schnell nen Leinen-Rambo.“ Dann die Leinenführigkeit zu lernen, sei schwieriger. Sie übt mit den Tieren und deren Haltern Signale wie „Platz“, „Sitz“, „Bei Fuß.“ Aber eigentlich seinen die Kommandos egal. „Sie können auch Käsekuchen sagen – es sollte nur immer dasselbe sein.“ Greuters Methode: „Ich arbeite mit positiver Verstärkung.“ Sie bemerke oft, dass viele Hunde mit Nachnamen „Nein“ heißen.

Zwinger mag Georgia Greuter nicht – ein Hund muss frei laufen dürfen

Außerdem hat sie die „Nasen-Trick-Gruppe“, bei der die Hunde Sachen erschnüffeln und Kunststücke lernen. Auch die „Man-Trailing-Gruppe“ sei beliebt. „Wir sind keine Hundestaffel – aber wir könnten es.“ So hat sie eine Kundin, deren Mutter dement ist. Dank des Trainings konnte der Vierbeiner die ausgebüxte alte Dame bereits zweimal wieder aufspüren.

Manchmal begutachtet sie auch Hunde, bei denen das Ordnungsamt dies nach einem Vorfall angeordnet hat. Kampfhunde seien ihr aber bislang nicht untergekommen. „Die gibt es hier kaum." Außer einmal, da habe sie einen Hund von einem Neuruppiner Alt-Nazi bekommen, der ins Heim musste. Eine ganze Weile war er scheu. Und habe urplötzlich böse zugebissen, als Georgia Greuter die Hand zum Lichtschalter ausstreckte. „Er hatte Angst, geschlagen zu werden“, sagt Greuter ehrlich entrüstet. „Er hat nicht mal geknurrt, selbst das haben die ihm ausgeprügelt.“

Grundsätzlich gehören Georgia Greuters Schützlinge zur Familie. Sie lässt ihnen viel Spielraum. „Ein Hund strebt nicht die Weltherrschaft an, bloß weil er aufs Sofa will“, erklärt sie. Ihre Gäste dürfen. Außer ins Bett – das bleibt Balu vorbehalten. Ihre Pensionsgäste lieben sie dafür, etwa Stammgast Jackson. „Der hat hier sein zweites Zuhause und ist Balus bester Freund“, sagt Georgia Greuter.

Von Regine Buddeke

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