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Virtuose Klänge aus der Dorfschenke

Lindow Virtuose Klänge aus der Dorfschenke

In der Lindower Stadtkirche erlebten rund 80 Besucher am Sonnabend ein lebendiges Konzert mit Tänzen vom Balkan. Das Trio startete mit Tänzen von Béla Bartók in den musikalischen Abend, der schließlich temperamentvoll mit Niccolo Paganini, dem Czardas von Vittorio Monti und den Begeisterungsrufen des Publikums zu Ende ging.

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Akkordeon, Klarinette und Violoncello – die Instrumentalisten überzeugten mit hoher Virtuosität.

Quelle: Cornelia Felsch

Lindow. Von Juli bis September mausert sich die Lindower Stadtkirche alljährlich zu einem Konzert- und Ausstellungsraum. Touristen und einheimische Musikliebhaber erleben in dem barocken Putzbau von 1755 viele kammermusikalische Aufführungen. Die Sommermusiken schauen auf eine lange Tradition zurück; in diesem Jahr lädt die Evangelische Kirchengemeinde bereits zum 39. Mal dazu ein.

Ausstellungen und Konzerte

Zurzeit gibt es im Gotteshaus eine Ausstellung der regionalen Künstler Egbert Gerisch aus Lindow und Birgit Tornow aus Alt Ruppin. Für die Konzertbesucher am Sonnabend eine gute Gelegenheit, sich auch an bildnerischer Kunst zu erfreuen, bevor sich die drei Musiker auf Béla Bartóks Spuren begaben. Virtuose Klänge vom Balkan bestimmten an diesem Abend das impulsive Konzert mit der Klarinettistin und Flötistin Susanne Ehrhardt, die in Lindow bereits zu den musikalischen Stammgästen gehört. Zwischen ihren zahlreichen Konzertreisen, die sie in fast alle Länder Europas führen, kehrt sie immer mal wieder nach Rheinsberg und Lindow zurück. Am Sonnabend musizierte sie gemeinsam mit der Cellistin Charlotte Voigt und Miroslaw Tybora am Akkordeon. Das Trio sorgte für einen Abend voller atemberaubender Energie, bei dem es wohl nur wenigen der rund 80 Besuchern gelang, die Füße ruhig zu halten.

Der Bauernmusik auf der Spur

Mit genauer Kenntnis osteuropäischer Tanzmusik führte Susanne Ehrhardt durch den Abend. „Der größte Verdienst Béla Bartóks bestand darin, dass er durch die Dörfer zog und die Volksmelodien aufschrieb“, sagte die Flötistin. Ausgestattet mit Spazierstock, Rucksack und Phonograph begab sich 1905 ein junger Komponist aus Budapest auf die Reise. Der 24jährige Béla Bartók hatte sich vorgenommen, in den Weiten des damaligen Königreichs Ungarn die authentische Bauernmusik zu erforschen. Dieses Lebenswerk sollte ihn schließlich Jahrzehnte lang beschäftigen. Mit den Rumänischen Tänzen zog am Sonnabend der rustikale Charme der Dorfschenken in die Kirche ein. Verschiedene Tänze und Takte wechselten, die Lebensfreude, die Bartók in Musik hüllte, ist zeitlos und wird wohl auch kommende Generationen mitreißen.

Ob Susanne Ehrhardt zur Sopraninino oder Tenorblockflöte greift, innig und einfühlsam spielt oder mit immenser Fingerfertigkeit durch die Koloraturen rast – alles geschieht mit Leib und Seele. Feurig und virtuos vereinen sich die drei Instrumente zu einem großartigen Gesamtbild. Die Kompositionen von Ference Farkes, Niccolo Paganini und schließlich der Czardas von Vittorio Monti gefielen dem Publikum, dass sich mit Begeisterungsrufen und kräftigem Beifall für das temperamentvolle Konzert bedankte.

Von Cornelia Felsch

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