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Ostprignitz-Ruppin Vize-Landrat entkräftet Gerüchte über Asyl
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vize-Landrat entkräftet Gerüchte über Asyl
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23:00 15.10.2015
Burkhard Schultz (l.), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, gratulierte Bürgermeister Jörg Gehrmann zur Wiederwahl. Quelle: Bernd Atzenroth
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Wittstock

Es war voll im großen Sitzungssaal des Wittstocker Rathauses. Doch die vielen Bürger und Ortsbeiräte waren bei der ersten Stadtverordnetenversammlung nach der Bürgermeisterwahl weniger gekommen, um dem wiedergewählten Amtsinhaber Jörg Gehrmann zu gratulieren, sondern um zu erfahren, wo in der Stadt demnächst Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Denn die Gerüchte sprießen. Anwohner aus Kuhlmühle wollten wissen, ob tatsächlich, wie kolportiert, 500 Flüchtlinge auf dem Ex-Bundeswehrgelände einziehen sollen. Wahr daran sei, dass das Gelände ins Auge gefasst wurde, wie Vize-Landrat Werner Nüse erklärte. In den vier Blöcken könnten auch bis zu 400 Menschen untergebracht werden. Allerdings hat nur einer davon ausreichenden Standard, so dass, wie Nüse der MAZ bestätigte, allenfalls mittelfristig 100 Flüchtlinge dort untergebracht werden könnten. Jedoch gibt es mit dem privaten Eigentümer zwar Kontakt, aber noch gar keine Vereinbarung. Und da die Wohnblöcke nicht beheizt sind, wird es damit im Winter ohnehin nichts.

Die Wittstocker Stadtverordneten bekamen Fakten zur Flüchtlingspolitik im Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Quelle: Bernd Atzenroth

1108 Flüchtlinge müsste der OPR-Landkreis nach dem landesinternen Verteilungsschlüssel in diesem Jahr aufnehmen, 569 sind nach Nüses Angaben bisher aufgenommen worden. „Wir müssen noch einige aufnehmen, aber es ist nicht gesagt, dass das so eintritt.“, erklärte Nüse. Es gibt hier eine hohe Fluktuation. So sind von den 195 Syrern, die in diesem Jahr gekommen sind, nur noch 144 im Kreis – Syrer erhalten im Gegensatz zu vielen anderen schnell einen Titel und ziehen oft, sobald sie ihn haben, weiter.

Von den fünf Übergangswohnheimen, die es derzeit im Landkreis gibt, befindet sich eines in Wittstock im B3-Center. Auch die Unterbringung in Wohnungen wird in Ostprignitz-Ruppin jetzt vermehrt ins Auge gefasst. Dafür werden sogenannte Wohnverbünde mit Betreuung durch einen Sozialarbeiter gegründet. Bislang gibt es im Kreis vier solcher Verbünde, fünf weitere sind in Planung, einer davon in Wittstock.

Unterbringung in Freyensteiner Wohnungen

Einer könnte in den leerstehenden Wohnblöcken an der Meyenburger Straße in Freyenstein eingerichtet werden. Gerüchte, dass Flüchtlinge am Freyensteiner Markt untergebracht werden sollen, sind falsch. Bürgermeister Jörg Gehrmann dankte dem Ortsbeirat dafür, dass er diese Möglichkeit angeboten habe. Die Blöcke gehören zum Leerstand, für den jetzt eigentlich Mittel zum Abriss da wären. Diese Mittel sind seit vergangenem Freitag aber freigegeben, um leerstehende Gebäude bezugsfertig für Flüchtlinge zu machen.

Die Stadt ist auch die Wohnungen der Gebäude- und Wohnungsverwaltung Wittstock (GWV) durchgegangen. Sie wird jeweils fünf leerstehende Wohnungen am Waldring, in der Röbeler Vorstadt und an der Ecke Kyritzer/Rosa-Luxemburg-Straße zur Verfügung stellen.

Von Bernd Atzenroth

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