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Ostprignitz-Ruppin Vogelexpedition auf dem Dachboden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vogelexpedition auf dem Dachboden
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02:15 25.06.2017
Weich und flauschig fühlten sich die Jungvögel in den Händen der Schüler an. Viele von ihnen waren den Tieren noch nie so nahe gekommen. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Dass der Dachboden ihrer Schule Nistplatz für verschiedene Vogelarten ist, wussten viele der Siebtklässler vom Wittstocker Gymnasium gar nicht. Beim Biounterricht der etwas anderen Art konnten die Jugendlichen am Mittwoch dann aber eine Vogelberingung durch den Ornithologen Jürgen Kaatz verfolgen und nebenbei allerlei Informationen über die gefiederten Bewohner ihres Dachbodens in Erfahrung bringen.

Jürgen Kaatz erklärte den Schülern, warum die Vögel beringt werden. Quelle: Christian Bark

„Hier können die Kinder ihre Artenkenntnis erweitern“, sagte Biologielehrerin Ilga Will. Zudem lernten sie wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit Vögeln. „Wenn Ihr Tiere findet, die aus dem Nest gefallen oder schon tot aber beringt sind, könnt Ihr mir das gerne melden“, sagte Jürgen Kaatz. Das sei wichtig, um Werdegang und Verhaltensmuster bestimmter Arten nachverfolgen zu können. „Jeder Ring ist einzigartig“, betonte der Ornithologe. Vogelfunde weltweit ermöglichten eine umfassende Analyse.

Die wenigsten Jungvögel werden das erste Jahr überleben. Quelle: Christian Bark

Zumindest bis Südwestfrankreich oder Österreich haben es Turmfalkenmännchen aus Wittstock schon geschafft, wie Kaatz berichtete. Im Gegenzug ziehe es internationales Turmfalkenweibchenpublikum an die Dosse. So hätten die Wittstocker Männchen schon Weibchen aus Schweden zu Nachwuchs verholfen. In den 15 Jahren, in denen der Ornithologe im Frühsommer den Dachboden des Gymnasiums besucht, seien gut 250 Vögel mit einem Ring um die Beine versehen worden.

„Dazu müssen die Jungen aber zehn bis 15 Tage alt sein, sonst ist der Ring noch zu groß“, erklärte Vogelfreund Günter Klemm. Er hat unter anderem die Brutstätten auf dem Gymnasialspeicher im Auge. Dreimal in der Saison schaue er dort nach dem Rechten, reinige die Nistplätze, wenn die Vögel ausgeflogen seien.

Auch eine Dohle hat jetzt ihren Fußschmuck. Quelle: Christian Bark

Bevor Jürgen Kaatz die jungen Turmfalken beringen konnte, hatte Günter Klemm aber noch eine Dohle zu fassen bekommen, die sich vermutlich auf dem Speicher verirrt hatte. „Die Vögel gehören in einigen Regionen zu den bedrohten Arten“, erklärte Jürgen Kaatz. Danach kamen fünf Turmfalkenküken an die Reihe. Als die Tiere beringt waren, durften die Schüler sie in die Hand nehmen. „Die fühlen sich wie ein gerupftes Huhn an“, kicherte die zwölfjährige Paula Schönfeld. Diese Art von Biounterricht mache ihr besonders Spaß. Das fand auch ihr Mitschüler Justin Wunderlich. „Die sind ganz warm und flauschig“, sagte der Zwölfjährige. So nahe sei er Vögeln noch nie gekommen. Insgesamt sechs junge Turmfalken beringte Jürgen Kaatz an diesem Nachmittag. Viele werden das erste Jahr aber nicht überleben – nur ein Viertel schaffe es statistisch gesehen. Deshalb sei die Beringung auch so wichtig. Zur Frage, ob die Falken durch Schädlingsbekämpfungsmittel bedroht seien, meinte Kaatz: „Jedes Gift hinterlässt seine Spuren.“

Von Christian Bark

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