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Vogelgrippe: Der Erreger kam aus Kyritz

Ostprignitz-Ruppin Vogelgrippe: Der Erreger kam aus Kyritz

Trotz landesweiter Stallpflicht hat sich der Erreger der Vogelgrippe von einem Stall bei Kyritz auf eine Anlage bei Lübben ausgebreitet. Das belegen Untersuchungen, die Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) jetzt vorgestellt hat. Der Betrieb Kartzfehn Märkische Puten, der beide Anlagen betreibt, wurde von dem Ergebnis überrascht.

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Viele tote Vögel werden derzeit auf Geflügelpest untersucht.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen und einer bereits seit November geltenden Stallpflicht ist der Erreger der aggressiven Vogelgrippe H5N8 vermutlich von einem Putenstall in Ganz bei Kyritz auf eine Stallanlage in Burglehn bei Lübben (Dahme-Spreewald) übertragen worden. Das hat Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) nach dem Ende von Untersuchungen am Mittwoch dem Verbraucherschutzausschuss des Landtages mitgeteilt.

Wie das Virus übertragen wurde, ist weiterhin unklar

Allerdings ist weiterhin unklar, wie das Virus eigentlich übertragen wurde. Denn der Betrieb Kartzfehn Märkische Puten hatte sofort alle Transporte von Ganz nach Burglehn gestoppt, als der Vogelpest-Erreger am 8. Januar in einem Stall bei Kyritz festgestellt wurde. „Wir haben Proben von den Tieren gezogen und die Kreistierärztin informiert“, sagte am Donnerstag Thorsten Mahlstedt, der Sprecher von Kartzfehn. Weder bei den Tieren im Transporter noch bei den schon nach Burglehn gelieferten Puten konnte demnach das Virus nachgewiesen werden. Das gilt ebenfalls für die Proben, die in den folgenden Tagen bei den Vögeln genommen wurden. Die Experten gingen deshalb davon aus, dass für den Stall bei Lübben keine Gefahr droht. Denn die Inkubationszeit bei H5N8 beträgt normalerweise drei bis fünf Tage. Doch diese Hoffnung war trügerisch: Am 16. Januar, acht Tage nach den ersten Proben, wurde die Vogelgrippe auch in Burglehn diagnostiziert. Daraufhin wurden dort 45 000 Puten getötet. In Ganz waren zuvor 11 000 Vögel beseitigt worden. „Wir können uns keinen Vorwurf machen. Wir haben alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten“, sagte der Kartzfehn-Sprecher Mahlstedt.

Ab Montag kommen neue Puten in den Stall

Das bestätigt die Kreistierärztin Simone Heiland. „Wir haben mit dem Ausbruch der Vogelgrippe in Burglehn auch nicht gerechnet.“ Heiland vermutet, dass das Virus nicht etwa durch eine infizierte Pute übertragen wurde, sondern durch Stroh oder Menschen. Unklar ist zudem, wie das aggressive Virus überhaupt in den Stall bei Kyritz gelangt ist. Der Kartzfehn-Sprecher Mahlstedt vermutet, dass das entweder durch den Wind oder aber durch Mäuse oder Ratten passiert sein könnte. Seit dem Töten der Puten stand der Stall in Ganz leer, die Anlage wurde desinfiziert, zuvor das Streu eingesammelt und verbrannt. Ab Montag sollen in den Stall nach und nach wieder Puten einziehen.

Gut zwei Wochen wird es hingegen wohl noch ungefähr dauern, bis der Tierpark Kunsterspring wieder für Besucher geöffnet werden kann. Dort waren Ende Januar zwei Vögel mit dem Virus H5N8 entdeckt und daraufhin 90 Tiere getötet worden (die MAZ berichtete).

Von Andreas Vogel

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