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Volkssolidarität ist Kitt für das Dorfleben

Biesen Volkssolidarität ist Kitt für das Dorfleben

Auch wenn das Alter der Ortsgruppe der Volkssolidarität in Biesen nicht bekannt ist, sind die Mitglieder eine aktive Gemeinschaft. Monat für Monat bereitet das Dreiergespann Brigitta Klusch, Rita Schultz und Regina Blum die Zusammenkünfte vor. Weil Biesen kein Dorfgemeinschaftshaus hat, finden die Senioren bei den Brandschützern Unterschlupf.

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Brigitta Klusch, Regina Schultz und Regina Blum (v.l.) leiten die Ortsgruppe.

Biesen. Das schöne Geschirr, Tischdecken in weißer und gelber Farbe, Sonnenblumen auf den Tischen, die Servietten passend ausgewählt sowie Kaffee und Kuchen – das sind einige Zutaten für die monatlichen Treffen der Volkssolidarität in Biesen. Die Ortsgruppe um das Dreiergespann Brigitta Klusch, Rita Schultz und Regina Blum gehört zu den festen Größen im Dorfleben.

„Das genaue Alter der Ortsgruppe wissen wir gar nicht“, räumt Rita Schultz ein. Die 75-Jährige ist seit den 1980er Jahren Mitglied und seit zehn Jahren stellvertretende Vorsitzende. An ihrer Seite steht die 83-jährige Brigitta Klusch als Vorsitzende der Ortsgruppe. Und die 67-jährige Regina Blum ist Schatzmeisterin. Mittlerweile steht überwiegend der dritte Mittwoch im Monat ganz im Zeichen der Volkssolidarität in Biesen. Dann kommen durchschnittlich 20 Senioren aus Biesen und Eichenfelde im Alter von 65 bis 87 Jahren zusammen; Neu Biesen und Heinrichsdorf ist bei den Treffen nicht vertreten. Der 85-jährige Kurt Hoffmann ist einziger Mann in dieser Runde.

Die gesellige Runde findet jeden Monat statt

Die gesellige Runde findet jeden Monat statt.

Quelle: Christamaria Ruch

Seit Januar dieses Jahres steuern die Senioren immer das Feuerwehrgerätehaus bei ihren Zusammenkünften an. Im Versammlungsraum sitzen die Mitglieder zusammen, erzählen, trinken Kaffee und folgen einem Thema. „Leider haben wir hier in Biesen kein Dorfgemeinschaftshaus“, sagen Rita Schultz und Brigitta Klusch. Bevor die Volkssolidarität bei den Brandschützern Unterschlupf fand, fanden die Treffen zwischenzeitlich in der Gaststätte statt. „Das Feuerwehrgerätehaus ist für uns eine Alternative, so dass wir auch weiterhin monatlich zusammen kommen können“, so Klusch. „Allerdings bereiten wir nun alles selber vor“, sagt Schultz. Sie hinterlässt immer ihre ganz persönliche Handschrift bei den gedeckten Tischen und freut sich dann auch über die Reaktionen. „Rita Schultz und Regina Blum setzen immer sehr viel daran, das alles niveauvoll gestaltet ist“, sagt Brigitta Klusch. Das Kaffeetrinken und die Zeit zum Erzählen bilden das Gerüst für einen Nachmittag und das Thema sorgt für weiteren Gesprächsstoff. Aber auch Ausflüge stehen auf dem Programm. Beim jüngsten Treffen stellte Elke Bröcker von der Volkssolidarität in Wittstock Veränderungen in der Pflegeverordnung vor. Dabei wird „die Pflegebedürftigkeit ab Januar 2017 neu definiert“, sagte Bröcker.

Außerdem stimmen die Senioren für ihre Geburtstagskinder ein Lied an. „Früher gab es immer eine Rose zum Geburtstag, aber dann haben wir das geändert“, so Klusch. Seit gut zehn Jahren kommt Ortsvorsteher Burkhard Schultz in der ersten Veranstaltung im Jahr hinzu. „Dieser Jahresauftakt hat Tradition und dabei wird auch ein Fotorückblick zum vergangenen Jahr gezeigt“, so Brigitta Klusch. Überhaupt: „Wir werden ganz toll vom Ortsvorsteher und der LPDG in Biesen unterstützt“, sagt sie.

Wichtige soziale Funktion im Dorf

„Die Volkssolidarität übernimmt eine wichtige soziale Funktion“, sind sich Klusch und Schultz einig. „Die Leute sind immer dankbar, denn wo sonst kommen die alten Menschen noch zusammen?“, fragt Rita Schultz. Auch wenn die Nachfrage nach den Zusammenkünften noch wachsen sollte – die Platzkapazität ist begrenzt. „Beim letzten Neujahrsempfang in Biesen wurde angedacht, dass die Wand zum Heizungsraum in der Feuerwehr herausgenommen wird“, erinnert sich Klusch. Bislang ist nichts passiert. „Die Stadtverwaltung griff diesen Platzmangel auf und erarbeitete mittlerweile eine mögliche Lösung“, so Jean Dibbert, Pressesprecher der Stadt Wittstock. Die Heizung bei der Feuerwehr soll auf Gas umgerüstet werden. Dadurch entfällt der Platz für die Öltanks. Der dadurch geschaffene Platz könnte dann als Ergänzung zum Versammlungsraum genutzt werden. Dafür ist ein Durchbruch der Wand zwischen beiden Räumen vorgesehen. Diese Maßnahme wurde in einem Antrag zusammengefasst. Dieser wurde zum 15. September von der Stadt als Leader-Antrag eingereicht und befindet sich derzeit in Prüfung. Die Maßnahme würde insgesamt rund 70 000 Euro kosten.

„Es ist nicht vorgesehen, im Ort ein Dorfgemeinschaftshaus zu errichten.“ Dies teilt Jean Dibbert auf Nachfrage der MAZ mit. Auch zukünftig soll das Feuerwehrgerätehaus nach Aussage des Stadtsprechers „für Veranstaltungen, die die Allgemeinheit von Biesen betreffen, genutzt werden.“

Von Christamaria Ruch

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