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Volle Wiese bei Treckertreffen in Rüthnick

Schönheiten-Parade Volle Wiese bei Treckertreffen in Rüthnick

Laut, qualmend, dieselgeschwängert: Das hielt die mehr als 1000 Gäste indes nicht ab, die über 200 ausgestellten Trecker-Oldtimer zu bewundern, die am Sonntag in Rüthnick von ihren stolzen Besitzern präsentiert wurden. Mit einer langen Parade ging es durchs Dorf, auf dem Platz gab es moderierte Trecker-Vorstellungen. Dieses Jahr drehte sich alles um die Marke Eicher.

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Adrian Bähr mit seinem Eciher G 200, Baujahr 1960. Das Gefährt stammt von einem Spargelbauern in Rheinland Pfalz.

Quelle: Regine Buddeke

Rüthnick. „Ist der Bauer etwas reicher, kauft er Eicher“, sagt ein Besucher, der gerade in den Anblick eines Eicher-Traktors versunken ist. „Ein schönes Stück“, sagt er und schlendert weiter. Denn es ist nicht der einzige Traktor dieser Marke, die zumeist im typischen Farbton „Alpenblau“ daherkommt. Das achte Treckertreffen in Rüthnick, das sich seit seiner Gründung steigender Beliebtheit bei Ausstellern und Gästen erfreut, hat sich in diesem Jahr der Marke des bis 1998 existierenden Unternehmens der „Gebrüder Eicher Traktorenfabrik“ in Oberbayern gewidmet.

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Besser hätte es kaum sein können. Kaiserwetter, ein Rekord an ausgestellten Traktoren, eine Riesen-Trecker-Parade und mehr als tausend gut gelaunte Besucher: das 8. Treckertreffen in Rüthnick war ein voller Erfolg.

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Die Organisatoren vom Rüthnicker „Verein Freunde alter Landtechnik und Traktoren“ (Falut) haben keine Mühe gescheut, viele der schön anzusehenden Oldtimer auf die grüne Wiese zu bekommen. Auch alles andere, was am 1. Mai dort steht – Deutz, Porsche Diesel, Hanomag, Lanz Bulldog, Güldner, Zettelmeyer – kann sich sehen lassen. Liebevoll gepflegt, stilgetreu restauriert und mit Knattern und Dröhnen, Töffeln und Tuckern versprühen sie ihren Charme. Mitunter dröhnt eines der Schätzchen auf und speit eine dieselgeschwängerte Qualmwolke in die Luft. Die Gäste stört das wenig, wenn sie in ihre Bratwurst beißen. Überall wird gefachsimpelt, manch einer verschwindet fast im Inneren eines Traktors, so genau sind die Detailstudien. Ganze Familien lagern picknickend im Gras zwischen den alten Eisen, während die Väter mit schwärmerischer Sehnsucht zwischen den Karossen schlendern.

Mit einigem Stolz manövrierten die Fahrer ihre Oldtimer über die Wiese

Mit einigem Stolz manövrierten die Fahrer ihre Oldtimer über die Wiese.

Quelle: Regine Buddeke

Adrian Bähr ist mit einem Eicher G 200, einem Geräteträger gekommen. „Baujahr 60“, sagt er. Offiziell seien davon nur gut 200 gebaut worden. „Keine Ahnung, wie viele es davon überhaupt noch gibt“, sagt der junge Braunsberger, der ein Faible für Raritäten hat. „Den haben wir bei einem Spargelbauern in Rheinland Pfalz gefunden – vergraben unter Paletten und anderem Gerümpel“, sagt er. „Und er war grade einmal gefahren. Wir mussten ihn nur ausgraben, Staub abwischen, Schlüssel rein – er ist sofort angesprungen.“ Was Adrian Bähr natürlich nicht davon abgehalten hat, ihn trotzdem erst einmal zu zerlegen.

Parade vor der Bühne mit launiger Moderation

Vor der Bühne sammelt sich eine Eicher-Parade: drei aus Kurt Schmocks Lanz-Bulldog-Hof, ein Eicher Panther Baujahr 62 aus Sachsen-Anhalt, ein 57er Baujahr aus Wall, ein 56er aus Rosenwinkel. Einer älter und schöner als der andere – Falut-Mann Hans Töpfer moderiert. Er hat sichtlich Spaß daran und ruft ins Mikro, wer sein Schätzchen noch der Menge zeigen möchte. Plaudert ein wenig über das bockige Verhalten eines Deutz vor der Steigung am Großglockner und dass man 2015 bei der Oldtimer-WM dort gut gepunktet habe. Lobt ein „schönes Gerät“ – demgemäß spritzt der Eicher „Königstiger“ mit seien 35 PS auch rasant aus der Arena. Später wird er sich in die lange Traktorenparade einreihen, die sich durch Rüthnick zieht – mit insgesamt 85 Fahrzeugen, davon 73 Traktoren, zwischen ein paar, Trabis, Barkas‘ und anderen Oldies.

Ein absoluter Hingucker ist der feuerrote Lanz Bulldog von Kurt Schmock. „Baujahr 54, der größte, der je gebaut wurde“, schwärmt Töpfer. „55 PS – und jedes davon kostet 1000 Euro.“ Der Traktor vi­briert im Leerlauf auf seinen mächtigen Reifen wie ein Raubtier vor dem Sprung, Schmock strahlt auf dem Bock und lässt eine Qualmwolke aufsteigen – unter lautem Gebuller. Da zieht sogar Falut-Chef Peter Herzog wortwörtlich seinen Hut.

In einer bunten Parade präsentierten die Besitzer ihre Schätze dem gesamten Ort

In einer bunten Parade präsentierten die Besitzer ihre Schätze dem gesamten Ort.

Quelle: Regine Buddeke

Auf der Wiese ist Spaß angesagt. Am Morgen gab es Traktoren-Geschicklichkeitswettkämpfe, Linedancer tanzen eine Runde, Kids können ferngesteuerte Trecker bedienen, es gibt alte, mit Standmotoren betriebene Forsttechnik der Binenwalder Familie Hacker zu bestaunen.

Charlie Braun verschwindet fast in einem Eicher. „In Rüthnick ist immer der Saisonstart. Was dieses Jahr hier los ist – ich bin restlos begeistert“, sagt der Grüneberger, der auch einem Treckerclub angehört.

Mehr als 200 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet

Peter Herzog ist glücklich. „Wir haben bei 189 aufgehört zu zählen – da waren die Urkunden alle“, sagt er über die weit mehr als 200 angereisten Trecker von überall her. Am Ende gibt es Pokale: Alex Dornbusch aus Binenwalde hatte das „Beste Original“, Lars Schröder aus Seebeck die „Beste Restaurierung“ und Tino Herzog aus Radensleben den „Schönsten Eicher auf dem Platz“.

Dank des Holzverkaufes der Falutler ist auch einiges in die Vereinskasse gespült worden: Die Einnahmen fließen in den alten Famulus, den die Vereinsmitglieder gerade restaurieren und der rostig und mit platten Reifen neben der Bühne steht. Womöglich ist der Patient beim nächsten Traktorentreffen schon wieder fahrbereit.

Von Regine Buddeke

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