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Ostprignitz-Ruppin Voller Einsatz in mörderischer Gluthitze
Lokales Ostprignitz-Ruppin Voller Einsatz in mörderischer Gluthitze
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02:15 09.07.2015
Die Feuerwehrleute mussten aus diesem Unfallauto auch eine schwer verletzte und eingeklemmte Person befreien. Quelle: Gerd-Peter Diederich
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Wittstock

Er ist schon am Vormittag eine Gluthölle: der offene Übungsplatz der Rettungshundestaffel in Wittstock-Scharfenberg. Unter Extrembedingungen trainieren am Sonnabend alle Spezialkräfte aus Wittstock erstmalig das Zusammenspiel im Katastrophenfall. Vorgegeben ist eine Situation nach der Explosion einer bewohnten Obdachlosenunterkunft durch einen schweren Verkehrsunfall vor diesem Haus. Vier Menschen werden in den Trümmern vermisst, zwei weitere Bewohner sind aus dem einstürzenden Haus in unbekannte Richtungen weggelaufen.

Die Einsatzfahrzeuge der Wittstocker Staffel vom Bundesverband der Rettungshunde (BRH) unter Zugführer Frank Rosenblatt, von der Schnellen Einsatzeinheit (SEe) des DRK unter Führung von Mario Grabow und von der Wittstocker Feuerwehr fahren in voller Zugstärke auf den Trümmerplatz am Stadtrand.

Gutes Zusammenspiel von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungshundestaffel. Quelle: Gerd-Peter Diederich

Die Einheitenführer bekommen eine Situationsbeschreibung und ihren Einsatzauftrag. Zuerst sondieren Feuerwehrleute das Gelände. 62 Aktive haben sich für diesen heißen Übungsjob zur Verfügung gestellt, sechs Mitglieder von der Jugendfeuerwehr mimen – von den Schminkprofis aus Kyritz präpariert – Verletzte und Verschüttete und sind auf dem Gelände versteckt.

Menschen und Tiere leiden unter der Hitze

Für die anderen Einsatzkräfte bleibt noch eine kurze Verschnaufpause. Die acht Mitglieder von der BRH-Staffel mit ihren vier zertifizierten Rettungshunden richten sich bei dieser Hitze dafür so gut es geht ein. Sie haben das auffallend älteste Einsatzfahrzeug vom Jahr 2000, das ihnen von der Kreisverwaltung 2007 als Gebrauchtauto überlassen worden war. Bei dem Tropenwetter fehlt nicht nur eine Klimaanlage, um den wartenden Hunden Erleichterung zu verschaffen. Auch die Hundeführer und Helfer versuchen sich mit lauwarmem Sprudel aus Flaschen bei Laune zu halten.

Die Rettungshunde haben alle Menschen entdeckt, die unter Trümmern verborgen waren. Quelle: Gerd-Peter Diederich

Die Feuerwehrkräfte schwitzen längst im Trümmerfeld bei ihrer Suche nach Personen und bei der Rettung eines Schwerverletzten aus dem Unfallauto. Beobachter notieren alles. Der Autoinsasse wird gekonnt geborgen und als Erster an die Rettungssanitäter und -assistenten zur medizinischen Versorgung bis auf den eingerichteten Patientensammelplatz getragen.

Nun sind die Hundeführer dran, mit ihren Hunden Verschüttete aufzuspüren. Von Kommandos aus sicherem Abstand zu den Trümmern gelenkt, arbeiten sich die Hunde in gelernten Bewegungsmustern erst um das Trümmerfeld und dann bis zur Mitte vor. Dabei stets mit den feinen Nasen in der Luft schnüffelnd, werden Vermisste in einem abgedeckten Schacht und in den Trümmern schnell entdeckt. Das bringt wieder die Feuerwehr ins Spiel: Sie holt die Menschen heraus und übergibt sie an die Rettungskräfte von der SEe. Die Rettungsärzte haben die erste gerettete Person im Lazarettzelt derweil schon medizinisch versorgt.

Bei den Sanitätern läuft alles reibungslos

Alle vier Verschütteten werden im Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungshundestaffel und Schneller Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes gefunden und versorgt. Die Feuerwehrleute waren geübt und eingespielt, die abwechselnd eingesetzten Trümmersuchhunde haben ihre Sache zusammen mit den Hundeführern bravourös erledigt und auch bei den Sanitätern läuft es reibungslos.

Als letzte Aufgabe müssen von den Rettungshundeführern und drei Flächensuchhunden zwei Vermisste in einem angrenzenden Waldgebiet gefunden werden. Die Weggelaufenen werden dann an die SEe zur Versorgung gegeben.

Mitglieder der Wittstocker Jugendfeuerwehr mimen die Verletzten. Quelle: Gerd-Peter Diederich

„Das war eine ausgezeichnete Gelegenheit, realitätsnah dieses Zusammenspiel zu üben. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden“, sagt Einsatzleiter Frank Homann von der Wittstocker Feuerwehr. „Diese anstrengende Übung ist Teil der Aus- und Fortbildung und war sehr speziell.“

Mario Grabow von der SEe lobt ebenfalls den Übungsansatz und das reibungslose Zusammenspiel. „Wir wissen zwar voneinander und welche Möglichkeiten es für Einsätze gibt. Jetzt haben wir uns endlich einmal selbst in solcher Situation kennengelernt und ich weiß, dass ich mich auf diese Kräfte verlassen kann“, sagt der Wittstocker SEe-Leiter.

Alles läuft Hand in Hand

Einsatzleiter Frank Rosenblatt von der BRH-Rettungshundestaffel in Wittstock ist sehr zufrieden: Die Hunde haben alle Aufgaben unter extrem schwierigen Bedingungen und Verhältnissen fehlerfrei erledigt. „Ich habe auch große Achtung vor den anderen Einsatzkräften mit ihren Spezialgebieten. Bei künftigen Anforderungen wissen wir in der Staffel, mit wem wir zusammenarbeiten und was uns erwartet. Es sollte nicht bei dieser einzigen Großübung bleiben“, sagt Rosenblatt.

Von Gerd-Peter Diederich

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