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Ostprignitz-Ruppin Vom Schallplattentisch bis zum E-Book
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vom Schallplattentisch bis zum E-Book
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18:33 15.09.2017
Historien- und Thrillerromancier Ken Follett gehört zu Georgia Arndts Lieblingsautoren. Werke des Schriftstellers gibt es auch in der Stadtbibliothek zum Ausleihen. Quelle: Fotos (3): Christian Bark
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Wittstock

Gerade mal 22 Jahre alt war Georgia Arndt, als sie im September 1987 die Stelle der Bibliotheksleiterin in Wittstock antrat. „Ich wurde schon im Studium gefragt, ob ich das machen würde“, erinnert sie sich. An der Fachhochschule in Leipzig hatte sie sich damals zur Diplombibliothekarin ausbilden lassen, ihren Facharbeiterabschluss hatte die gebürtige Wittstockerin zuvor in ihrer Heimatstadt gemacht.

Bis zur Auflösung des Landkreises Wittstock 1993 war Georgia Arndt dann Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek, die einige Außenstellen in den Dörfern besaß. Damals war die Einrichtung noch in der Königstraße zu finden. An ideologisch begründete Tabus in der Literaturvielfalt zu DDR-Zeiten erinnert sich Georgia Arndt nicht. „Wir hatten alle großen Klassiker der Weltliteratur“, sagt sie. Auch Lizenzplatten, sogar viele aus dem Westen, seien in der Bibliothek immer zu haben gewesen. In die Tonträger aus der sogenannten „Phonothek“ hätten die Bibliotheksbesucher dann an Schallplattentischen reinhören können.

Georgia Arndt spricht mit Stargast Hardy Krüger. Quelle: Christian Bark

Mit der politischen Wende änderte sich auch für die Bibliothek einiges. Der große Umbruch dauerte laut Georgia Arndt bis zur Kreisauflösung 1993. Als die Außenstellen auf den Dörfern geschlossen worden seien, habe man auch einen Großteil der „Ostbücher“ entsorgen oder verschenken müssen. Zugleich sei Personal abgebaut worden. Durch Ansprüche der Erben hätte die Einrichtung schon 1991 aus dem Gebäude in der Königstraße in das heutige B3 Center in der Rheinsberger Straße umziehen müssen. Während viel Literatur aus DDR-Zeiten im Magazin ausgelagert oder entfernt werden musste, kam zugleich die neue Bandbreite der Weltliteratur auf Georgia Arndt zu.

„Ich musste nur staunen, als ich nach der Wende eine Düsseldorfer Bibliothek besuchte“, erinnert sie sich. Tatsächlich waren die Buchbestände vor allem an geografischer und religiöser Literatur zu DDR-Zeiten nicht besonders groß. Außerdem musste technisch aufgerüstet werden. Erste Computer kamen zum Einsatz. „Den Umgang damit hatten wir noch im Studium gelernt“, sagt die 52-Jährige. Durch Fördermaßnahmen habe die Umstellung, auch in Sachen Einrichtungsgegenstände, zum Beispiel mit einem neuen Regalsystem, aber gut geklappt.

Die Wendezeit ab 1990 war mit großen Umstellungen verbunden. Georgia Arndt (l.) erhielt damals Büchernachschub aus dem Westen. Quelle: Christian Bark

Schon damals war es für die Bibliotheksleiterin wichtig, die Einrichtung zu einem kulturellen Ort in der Stadt zu machen. Erste Lesenächte mit Schülern wurden veranstaltet, später folgten das Literaturcafé und Lesungen. Zum Teil berühmte Autoren kamen nach Wittstock wie Anfang der 2000er der Schauspieler Hardy Krüger. Auch der Vorlesewettbewerb der Schulen gehöre mittlerweile zum Standard. Überhaupt ist es Georgia Arndt wichtig, junge Leute mit dem Angebot anzusprechen, wie sie sagt.

Dazu gehöre auch der mediale Wandel. Schallplatten gibt es in der Bibliothek schon lange nicht mehr, dafür aber DVDs, Blue-rays, Hörbücher oder E-Books. „Das Leben verändert sich und wir uns mit“, erklärt die Leiterin.

Immer noch mehr als 80 Prozent der fast 35 000 Medien in Wittstock und Freyenstein machten aber nach wie vor die Printmedien aus. „Das Buch ist und bleibt das Kernstück einer Bibliothek“, davon ist Georgia Arndt weiterhin überzeugt. Änderungen gebe es aber hin und wieder im Genre. „Wir konzentrieren uns gerade mehr auf Bücher für Ratgeber, Hobby und Unterhaltung“, sagt sie.

Ein Höhepunkt in ihrer Karriere war für Georgia Arndt der Umzug der Bibliothek in das ehemalige Kontorhaus des Tuchmachers Friedrich Wilhelm Wegeners vor fünf Jahren. „Das entschädigte für die Zeit in der Meyenburger Straße“, sagt die Leiterin. In dieser Übergangslösung, wo die Einrichtung zwischen 2009 und 2012 untergebracht war, sei viel zu wenig Platz gewesen. Ganz anders als im heutigen Standort, der gut bei den Kunden ankomme.

Von Christian Bark

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