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Von Bali bis nach Bartschendorf

Dreharbeiten in Brandenburg Von Bali bis nach Bartschendorf

Dauer-Single Beate aus der RTL-Reihe „Schwiegertochter gesucht“ bekam mit „Beate und Irene. Das hat die Welt noch nicht gesehen!“ eine eigene Sendung. Beide wurden in Indien und Japan mit der Kamera begleitet. Passend dazu gefilmt wurden jetzt die Anmoderationen von Vera Int-Veen. Doch die entstanden ganz woanders – in Brandenburg.

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Vera Int-Veen am Dienstag beim Dreh im Bartschendorfer japanischen Garten.

Quelle: Matthias Anke

Bartschendorf. Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Benno Fürmann, Nina Hoss. Es gibt kaum eine aktuelle deutsche Schauspielergröße, die nicht im Nordwesten Brandenburg gedreht hat, da sich das Land als perfekte Kulisse für ihre Filme erwies. Was sich am Dienstag aber im südwestlichsten Zipfel von Ostprignitz-Ruppin in Bartschendorf (Gemeinde Dreetz) abspielte, gab es noch nie. Denn der Fernsehsender RTL fand dort eine Kulisse, die rein gar nichts mit Brandenburg zu tun hat – und trotzdem perfekt passte. Schließlich ging es um Fernost.

Dauer-Single Beate Fischer aus der RTL-Reihe „Schwiegertochter gesucht“ bekam mit „Beate und Irene. Das hat die Welt noch nicht gesehen!“ in diesem Jahr eine eigene, vierteilige Sendung. Beate und ihre Mutter Irene wurden in Indien und Japan mit der Kamera begleitet. Passend dazu gefilmt wurden jetzt die Anmoderationen von Vera Int-Veen. Eben diese entstanden nun ganz woanders: in Brandenburg, und zwar neben Bartschendorf auch in Potsdam.

„Ich musste nach Indien und Japan ja jeweils nicht mitfahren, sie kommen beide alleine zurecht“, verrät Vera Int-Veen, im japanischen Garten von Bartschendorf stehend, über die beiden Protagonistinnen ihrer neuen Sendung. Deren erster von vier Teilen lief vorigen Sonntag. Schnell und erwartungsgemäß hatten Kritiker Sätze parat wie: Es gehe schon bei „Schwiegertochter gesucht“ um „Schwerstvermittlbaren-Verramschung“, die „nach demselben grundlegend groben Strickmuster funktioniert wie nun auch ,Beate und Irene’: plumpes Vorführen skurriler Menschen unter dem viel zu kleinen fleckigen Deckmäntelchen der „praktischen Lebenshilfe“.

Beate (r) und ihre Mama Irene in Indien

Beate (r.) und ihre Mama Irene in Indien. Anschließend ging es nach Tokio, Japan.

Quelle: RTL

In Bartschendorf hält Vera Int-Veen dagegen: „Die Beiden sind einfach nur echt, da wird sich nichts ausgedacht.“ Und so hilflos beide Frauen auch wirken mögen: „Mit einem Stückchen Naivität kommt man ganz schön weit im Leben. Sie scheitern und machen trotzdem weiter und lernen dabei eine Menge dazu.“ In Bartschendorf brennt jetzt die Mittagssonne. Zu dem Zeitpunkt dürfte Mutter Irene im Bayrischen Wald gerade ihren hausmütterlichen Aufgaben nachkommen und Tochter Beate dort längst wieder bei der Arbeit als Hotel-Zimmermädchen sein. Ihre Fernostreisen sind – eben bis auf Veras Anmoderationen – fertig geschnitten.

Drehorte in der Mark

Dass eine TV-Produktion in Nordwestbrandenburg eine Kulisse findet, obwohl es um Fernost geht, ist ungewöhnlich. Die Region lässt offenbar keine Wünsche offen. Das beweisen vor allem aber zahlreiche Kinoproduktionen, die in der tatsächlichen Prignitzer Landschaft eine Kulisse fanden:

Til Schweiger hat für „Honig im Kopf“ im Sommer 2014 in und um Lenzen in der Prignitz gedreht.

Für „Das Adlon. Eine Familiensaga“ diente Schloss Ganz bei Kyritz 2012 mit seiner opulenten Innenausstattung als Kulisse. 2014 entstand dort „Die Nanny“ mit Matthias Schweighöfer.

Ein anonymes Dorf im Ersten Weltkrieg steht im Zentrum von Michael Hanekes „Das weiße Band“. Der Drehort Netzow mit seiner sandigen Hauptstraße passte perfekt in die Zeit.

Für den Film „Jerichow“ mit Benno Fürmann, Hilmi Sözer und Nina Hoss wurde in Wittenberge gedreht.

In Hoppenrade (Plattenburg) entstanden im Jahr 2012 Bilder für „Die Vermessung der Welt“.

Rund um Gumtow wurde 2012 für „Lauf Junge Lauf“ gefilmt.

In Neuruppin entstanden unter anderem „Heiter bis tödlich“ aus „Hauptstadtrevier“ (2012), „Die Abenteuer des Huck Finn“ (2012), „Polizeiruf 110: Käfer und Prinzessin“ (2013).

Vera Int-Veen, seit den 1990ern vor allem durch die Talk-Runde „Vera am Mittag“ bekannt, ist seit 2007 mit „Schwiegertochter gesucht“ das Gesicht des sonntäglichen RTL-Vorabendprogramms. In sieben Staffeln aber blieb allein mit der jetzt 32-jährigen Beate nur eine Kandidatin übrig, für die sich noch immer kein Mann finden ließ. Dafür stiefelte sie derart unnachahmlich durch die Welt, dass ihr die nun eigene Sendung ins Haus flog. Wie es laut RTL heißt, sollten Irene und Beate in Indien und Japan mit fremden Sitten und Gebräuchen, unbekannten Menschen und exotischen Tieren konfrontiert werden, um sich ihren Horizont für die Suche nach dem Mann fürs Leben zu erweitern. Zuvor waren Beate und ihre Mutter sogar schon über „Schwiegertochter“ – jeweils vergeblich – in Alaska und im südostasiatischen Bali. Allein nach Bali flog Vera bislang selbst mit, wie sie erzählt, als sie nun Bartschendorf steht, um die Japan-Folgen drei und vier anzusagen. Für die Szenen aus Indien indes hatte sich im Potsdamer Filmpark Babelsberg die ideale Kulisse gefunden, wie Fernsehredakteur Martin Wegner vom auftraggebenden Sender RTL verrät. Selbst einst auch aus Potsdam, begleitete er mit dem Kamerateam nicht nur Beate und ihre Mutter schon nach Bali, Indien und Japan, sondern nun auch Vera bis nach Bartschendorf.

Gesine Jochems, die mit ihrem Mann den japanischen Garten hegt und pflegt und ebenso weltweit unterwegs ist, um Privatleuten solche Kleinode zu erschaffen, staunt: „Wir waren schon oft in Gartensendungen zu sehen, aber sowas hatten wir hier noch nie“, sagt sie mit Blick auf das Produktionsteam. „Wahnsinn, was für ein Aufwand betrieben wird, nur um was für ein paar Fernsehsekunden zu filmen.“ Denn es kommt ständig was dazwischen: Endlich spricht Vera ihren Text, wie ihn die TV-Republik zu sehen bekommen soll, da hupt im Hintergrund das Postauto durchs Dorf. Als nächstes bellt Nachbars Hund. Hähne krähen. Hoch oben donnert ein Flugzeug. Veras Jackett verrutscht. Nebenbei wandert die Sonne heimlich weiter, bis das Licht nicht mehr stimmt und das ganze Team den Platz wechseln muss. Am Ende streikt auch noch der Akku vom Kameramann. Doch übernächsten Sonntag um 19.05 Uhr wird niemand etwas davon bemerken, und leider aber wohl auch nicht, wo tatsächlich gefilmt wurde.

In Bartschendorf ist es spät geworden. Vera Int-Veen sagt: „Ich komme wieder, aber erst, wenn ich zum 50. mein Elektrofahrrad habe.“ Dann will die Berlinerin die Region und ihre so zahlreichen weiteren Kulissen privat erkunden. Vom Ritter Kahlbutz in Kampehl und den Neustädter Gestüten habe sie schon gehört. Und wer weiß: Vielleicht führt ja auch Beates und Irenes Reise irgendwann in diese Gegend, und vielleicht wird die Bayerin ja hier fündig. „Ich habe ihr versprochen, dass wir einen für sie finden“, sagt Vera Int Veen. Im Spätsommer aber startet erst Mal die nächste, nunmehr neunte Staffel von „Schwiegertochter gesucht“.

Von Matthias Anke

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