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Von Punkt zu Punkt in Richtung Müritz

Wittstock Von Punkt zu Punkt in Richtung Müritz

Die MAZ testet in diesem Sommer einige Radfahr-Routen in der Region. Dabei geht es um den Streckenzustand, die gastronomische Versorgung an der Strecke, um Landschaften und Menschen entlang der Strecke. Den Auftakt macht die Fischtour, die von Wittstock über 41 Kilometer in Richtung Müritz führt.

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Kooperation statt Kirchturmdenken

Die Blanschen-.Badestelle am kristallklaren Dranser See können auch Nicht-Camper gegen ein paar Cent nutzen.

Quelle: FOTOS (5): Claudia Bihler

Wittstock. Am Wittstocker Dosseteich, gleich gegenüber der Tourismusinformation, steht ein gewaltiger Wegweiser. Ganz oben ein knallrotes Schild mit einer 1, darunter Richtungspfeile in alle Richtungen sowie einige kleine Logos. Das Ausmaß des Schilderbündels kommt nicht von ungefähr: Fast alle Radwege der Region kreuzen sich an der historischen Stadtmauer, regionale wie die Fischtour oder die Klostertour, überregionale Wege wie der Elbe-Müritz-Radweg oder die Tour Brandenburg.

Günter Lutz, Radreiseveranstalter aus Wulfersdorf, hat für eine ganz besondere Aktion ein E-Bike gestellt: Die MAZ testet Radwege in der Region und stellt einige davon vor. Nach einer kurzen Einweisung (viel Strom, wenig Strom) ist der erste Stopp natürlich die Touristeninformation. Gleich mit einem ganzen Bündel an Kartenmaterialien, wissenswerten Informationen und nützlichen Ratschlägen Können die Radler von dannen ziehen. Drei Karten gibt es für das Radwegenetz der Reiseregion Prignitz – aber eigentlich könnte ein Radler auch ohne auskommen, sofern er sich die entsprechenden Ziffernfolgen der Knotenpunkte notiert.

Knubbelasphalt kurz vor Randow

Die Fischtour soll an diesem Tag unter die Räder genommen werden. Sie wurde vor einem Jahr ausgewiesen und führt über 41 Kilometer aus Wittstock in Richtung Müritz-Nebenseen über Randow, Berlinchen, Sewekow, Dranse, Schweinrich und Zootzen zurück an den Dosseteich – oder auch einfacher über die Punkte 1,2,10, 11, 12, 13, 21, 27, 22 zurück zum Punkt 1 in Wittstock. Der Tourismusverband Prignitz verspricht: Die Strecke führt nur über asphaltierte Radwege – mal sehen.

Knotenpunktwegweiser machen es dem Radler leicht, die richtige Route zu finden

Knotenpunktwegweiser machen es dem Radler leicht, die richtige Route zu finden.

Quelle:

Bereits auf den ersten Kilometern kommt eine Art Temporausch auf, schnurgrade ist die Strecke, bestens in Schuss – so dass es zunächst gar nicht auffällt, dass der Elektromotor am Rad komplett abgeschaltet ist. Kurz vor Randow gibt es 100 Meter Knubbelasphalt, in Randow ein bisschen Kopfsteinpflaster. Dafür grasen hier und dort Mutterkühe, und ein Storch lenkt kurz seine Aufmerksamkeit von der Futtersuche auf das Fahrrad.

Schnurgerades Asphaltband vor Randow und Berlinchen

Schnurgerades Asphaltband vor Randow und Berlinchen.

Quelle: Claudia Bihler

Bei Berlinchen grüßt ein Rennradfahrer freundlich. Es ist wenig Verkehr auf der Route, jetzt während der Woche. Auch das in der Streckenbeschreibung angekündigte Café mit dem Antiquariat in Berlinchen hat geschlossen. Das Fischessen am Nebelsee im Seehotel Ichlim wäre möglich, liegt aber nicht im Zeitplan, ebenso wenig wie das kühle Bad, das Radler bei entsprechendem Wetter hier nehmen könnten. Der Nebelsee ist ein Nebensee der Müritz, mit dem Boot geht’s von hier aus leicht zum größten deutschen Binnensee. Kaum verwunderlich also, dass auch der Elbe-Müritz-Radweg hier verläuft.

Auch die Abkürzungsstrecke von Berlinchen nach Dranse soll getestet werden: Dort nutzen Radler besser die Fahrbahn. Denn der Radweg ist zwar vorhanden, aber der Asphalt zerbröckelt, so dass dicke Grasbüschel aus den Fugen wachsen. Das tut dem Fahrspaß aber keinen Abbruch, die Straße ist nur selten befahren. Nach einigen Kilometern durch den Wald kommt dann eine Gelegenheit, eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Auf dem Campingplatz Blanschen, direkt neben der Strecke in Richtung Schweinrich, werden gerade Stromleitungen für die Versorgung der Mobilheime gelegt. Der Eichelhäher-Imbiss von Petra Schulz hat geöffnet. Kaffee gibt es, und auf der Karte steht der zu einiger Berühmtheit gelangte Blanschenburger, den die Imbisschefin selber macht: „Knusprig ist er, und nur frische Zutaten werden verwendet.“

Petra Schulz (r) ist berühmt für ihre „Blanschenburger“, Dauercamper wie Niels Emde wollen das Blanschen-Paradies für Camper erhalten

Petra Schulz (r.) ist berühmt für ihre „Blanschenburger“, Dauercamper wie Niels Emde wollen das Blanschen-Paradies für Camper erhalten.

Quelle: Claudia Bihler

Auf dem Campingplatz machen öfters Radler Stopp, sagt Petra Schulz. Selbst Kanuten campen hier gern, auch, wenn der Dranser See, der zwischen Kuhlmühle und Schweinrich liegt, keinen Müritzzugang hat. Wie die Badegäste vom Campingplatz oder aus der Region schätzen sie die gepflegte Badestelle, das kristallklare Wasser und die Ruhe am Dranser See.

Dauercamper als Genossenschafter

Allerdings machen sich die Camper, die wie Niels Emde schon lange auf den Blanschenplatz kommen, Sorgen um ihr Paradies: Der Platz, der der Stadt Wittstock gehört, soll nach einem Bebauungsplan vollständigt umgebaut und modernisiert werden. Oder aber, so heißt es, sogar ganz geschlossen – sofern sich kein Investor für den Bau findet. „Wir überlegen, ob wir Dauercamper nicht als Genossenschaft den Betrieb übernehmen“, sagt Niels Emde, „so könnten wir auch die sozialen Preise aufrechterhalten.“ Für ein Zelt mit zwei Personen zahlen Übernachtungsgäste deutlich unter zehn Euro. Wer mit dem Rad ankommt, muss keinen Stellplatz für ein Auto bezahlen.

In der Wittstocker Touristeninformation gibt es jede Menge Informationsmaterial für Radfahrer

In der Wittstocker Touristeninformation gibt es jede Menge Informationsmaterial für Radfahrer.

Quelle: Claudia Bihler

Apropos Radfahrer: Auf dem Campingplatz kennt man die neue Knotenpunktregelung noch nicht so recht. „Wir haben im Internet gesucht, aber der Zugang zu Informationen für den Wittstocker Raum ist nicht so leicht“, sagt ein Radler und beschließt, jetzt einfach mal die Tourismusinformation aufzusuchen. Schweinrich – das Dorf bekommt endlich seine neue Ortsdurchfahrt, die Straße ist ein Stück weit aufgerissen. Dort führt auch der Weg über die Kyritz-Ruppiner Heide nach Flecken-Zechlin direkt ins Ruppiner Seenland.

Die Fischtour aber geht über Zootzen zurück nach Wittstock, und auch der Elektro-Motor wird noch nützlich. Auf der Strecke packt der Gegenwind ordentlich zu. Mit Stromunterstützung ist an diesem Tag aber auch ein Besuch in den Wittstocker Museeen Alte Bischofsburg noch locker zu schaffen.

Von Claudia Bihler

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