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Ostprignitz-Ruppin Von Strittmatters Lyrik inspirierte Bilder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Von Strittmatters Lyrik inspirierte Bilder
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02:16 04.12.2015
Carola Zimmermann übernimmt ein Aquarell des Künstlers Hans-Jürgen Gaudeck. Quelle: Luise Fröhlich
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Neuruppin

„Schade, dass Eva Strittmatter mich nicht kannte“, sagt Hans-Jürgen Gaudeck. Andererseits, meint der Berliner Maler, hat er die Distanz zu ihr gebraucht, um die Worte in den Gedichten aufzusaugen, ihnen nachzufühlen und mit Farbe und Pinsel auf Papier wieder Leben einzuhauchen. Gaudeck hat Strittmatters Gedichte für sich entdeckt und beabsichtigt, mit seinen Aquarellen Antworten auf ihre Zeilen zu geben. Es gleicht einer Begegnung der zwei Künstler, die erst nach dem Tode Strittmatters möglich wurde. Dieses Zusammenspiel wird ab Januar mit Text, Bild und Ton in einer Ausstellung im Museum Neuruppin präsentiert.

„Ich werde mein Gelübde nicht brechen, nicht bitten, nicht schreiben. Nur in den Wind“, beschreibt die gebürtige Neuruppinerin Eva Strittmatter das quälende Warten auf den Anruf eines geliebten Menschen. Hans-Jürgen Gaudeck bildete dazu nicht etwa ein Telefon ab oder eine Frau, die aus dem Fenster blickend ihren Gedanken nachhängt. Er zeichnete Bäume, die sich im Sturm neigen, mit wenig Farbe auf weißem Untergrund und nannte sie „Windflüchter“.

Zwei Bände mit Aquarellen und Gedichten erschienen

„Ich wollte ihre Gedichte nicht einfach nur illustrieren“, sagt Gaudeck. „Ich habe mich intensiv mit der Stimmung beschäftigt und wollte speziell die Liebeserfahrungen als Metaphern wiedergeben“, so der Künstler weiter. Auch deswegen habe er sich gegen eine abstrakte Darstellung entschieden. Das Stimmungsbild sei für den Maler etwas ganz Primäres, sagt er. So sind zarte aber auch ausdrucksstarke Aquarelle entstanden, die bereits zusammen mit einer Auswahl von Strittmatters Gedichten in zwei Bänden erschienen sind. In „Märkischer Juni“ hat Hans-Jürgen Gaudeck die Naturlyrik bebildert und im Juli erschien „Und Liebe liebt niemals vergebens“, in der sich der Maler Strittmatters Liebesgedichten annahm.

Mehrfach war Gaudeck, der 1941 in Berlin geboren wurde, zu Besuch bei Strittmatters Sohn Jakob in Schulzenhof in der Nähe von Dollgow (Oberhavel) und hat mit der Biografin Irmtraud Gutschke gesprochen. „Strittmatter war hier in der Region tief verwurzelt und kannte die Eigenheiten. Es ist faszinierend, wie sie zum Beispiel die Kiefernwälder und Sandwege beschreibt“, sagt Gaudeck. Besonders die Naturlyrik habe es ihm angetan. Bereits zuvor hatte sich der Maler von Theodor Fontane und Rainer Maria Rilke zu stimmungsvollen Bildern inspirieren lassen, bevor er in der Neuruppiner Fontane-Buchhandlung auf ein Bildband von Strittmatter aufmerksam wurde.

Für das Museum Neuruppin geht mit der Ausstellung zum Jahresauftakt 2016 ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. „Wir freuen uns besonders darüber, dass es eine künstlerische Ausstellung wird und nicht nur die reinen Gedichte von Strittmatter“, sagt Carola Zimmermann, verantwortlich für die Ausstellungen im Museum. Eröffnet wird sie zum fünften Todestag der Lyrikerin am 3. Januar. Und es soll noch eine weitere Besonderheit geben: Während die Besucher durch die Ausstellung gehen, läuft im Hintergrund ein Tonband ab, auf dem Eva Strittmatter selbst Zeilen aus ihren Gedichten vorliest. „So kann man nicht nur in Bildern oder Texten denken“, sagt Gaudeck. Hinzu kommen eine Lesung und Künstlerführungen mit dem Maler.

Hinweis: Die Ausstellung „Man müsste doch malen können“ mit Eva Strittmatters Gedichten und Hans-Jürgen Gaudecks Aquarellen öffnet am Sonntag, 3. Januar, um 15 Uhr und geht bis zum 28. Februar. Bei der Vernissage wird Rezitatorin Christel Weimar aus Strittmatters Gedichten vorlesen. Am 7. Februar um 11 Uhr und am 17. Februar um 13 Uhr führt Hans-Jürgen Gaudeck persönlich durch die Ausstellung.

Von Luise Fröhlich

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