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Von der Tabledance-Bar zum Blutlabor

Neuruppin Von der Tabledance-Bar zum Blutlabor

Beim 8. Betriebsausflug von MAZ und REG im LADR Laborzentrum Neuruppin erzählte Mitarbeiter Helmut Schönwerth auch über die Entstehung des Neuruppiner Standortes. Als er die marode Bruchbude entdeckte, die vormals eine Tabledance-Bar namens „Gummibärchen“ war, konnte man sich nur mit viel Fantasie ein Labor vorstellen. 2012 wurde es eröffnet.

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Die ehemalige Diskothek Gummibärchen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Gummibärchen, die vor dem Betriebsausflug durch das Laborzentrum Neuruppin gereicht werden, haben ihren ganz besonderen Grund. „Nein, die sind natürlich frisch“, versichert der Ärztliche Leiter Kurt-Herbert Jung auf die scherzhafte Nachfrage eines Besuchers, der scheinbar wie viele Ur-Neuruppiner genau weiß, was in dem Gebäude früher abging, bevor der LADR-Verband es kaufte und dort Blutproben testet.

Das Blut geriet dort immerhin auch bereits vorher in Wallung: in der Discothek namens „Gummibärchen“. „Eine, in der die Besucher so wacklig auf den Beinen waren, dass sie Stangen zum Festhalten beim Tanzen brauchten“, erklärt mit einem Augenzwinkern LADR-Mitarbeiter Helmut Schönwerth. Nun weiß auch der Letzte, dass das „Gummibärchen“ eine Table-Dance-Bar war.

Das Laborzentrum in Neuruppin wurde 2012 eröffnet

Schönwerth fand das damals leer stehende Gebäude in der Neuruppiner Mesche, als LADR, das Familienunternehmen aus Geesthacht, einen Standort suchte, um die Laborstandorte Kyritz und Wittstock zu ergänzen. „Neuruppin lag genau in der Mitte.“ Das lange leerstehende Gebäude war in einem erbärmlichen Zustand. „Ich stand kniehoch im Dreck. Man musste schon Visionen haben“, so Schönwerth . Er hatte sie. „Ich sah das Labor vor mir.“, Drei Millionen Euro flossen in einer Kernsanierung mit ortsansässigen Unternehmen“. Auch bei den Mitarbeitern habe man sich in der Region umgesehen und alle Neuruppiner Schlecker-Mitarbeiter eingestellt, als die Kette pleite ging. „Die sind alle noch bei uns“, erzählt er, das sind die loyalsten Mitarbeiter.“ Im Zentrallabor gebe es auch viel Arbeit für Nicht-medizinisches Personal.

Zuvor befand sich im Gebäude eine Tabledance-Bar

LADR ist ein Familienunternehmen. Der Arzt Siegfried Kramer gründete das Labor im Mai 1945 im schleswig-holsteinischen Geesthacht. „Ein Auftrag von den Alliierten zur Seuchenvorbeugung. Er ist mit dem Fahrrad herumgefahren, um die Proben aus den Spitälern zu holen und hat sie in der Garage analysiert“, erzählt Schönwerth von den Anfängen. Siegfried Kramers Sohn Detlef, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, trat ins Unternehmen ein. Die Analysezahlen stiegen, das Unternehmen wuchs und wurde immer moderner. Die Kooperation mit anderen Ärzten wurde zunehmend wichtiger – 1976 wurde die Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung gegründet. Inzwischen leitet der Enkel des Firmengründers, Jan Kramer, das Unternehmen, das mittlerweile 17 regionale Fachlabore in ganz Deutschland hat. Für die immer komplexere Logistik und Organisation wurde die Firma Intermed gegründet.

Für 3 Millionen Euro wurde umgebaut – das Labor ist hochmodern

„Familiengeführt und ärztlich geführt“ – das sind die beiden Prädikate, auf die man stolz ist bei LADR. „Das letzte Familienunternehmen in dieser Branche“, sagt Schönwerth, der die Neuruppiner Niederlassung einst leitete.

Von Regine Buddeke

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