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Von der Verwaltungsfrau zur Eselmutti

Schönermark Von der Verwaltungsfrau zur Eselmutti

Andrea Mantik begann in Schönermark vor fünf Jahren mit dem Aufbau einer kleinen Eselherde und feierte das jetzt mit einem Hoffest. Die Gäste erfuhren, wie sie einst ihren sicheren Verwaltungsjob dafür aufgab und auch, was sie ganz nebenher noch so macht: Sie flechtet aus Weidenästen Kunstvolles, aber auch Nützliches.

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Andrea Mantik (l.) kümmert sich mittlerweile um sieben Esel.

Quelle: Matthias Anke

Schönermark. Alles begann mit einem Test. „Ich wollte nicht länger in einer Verwaltung arbeiten und borgte mir einfach mal drei Esel aus, um zu sehen, wie ich mit ihnen zurechtkomme“, erzählte Andrea Mantik aus Schönermark. Sie kam zurecht und rettete vor nunmehr fünf Jahren als erstes Frieda. Die mittlerweile über 30 Jahre alte Eselstute war bereits für einen Schlachttransport vorgesehen. Das älteste Tier in der mittlerweile sieben Esel umfassenden Herde aber ist der um die 35 Jahre alte Othello, einst ebenso schon dem Schlachter geweiht. Nach Emma, Wilma, Emil sind die Jüngsten nun die dreijährigen Bruno und Bertha.

Andrea Mantik lehrte Skeptiker eines Besseren

So ausführlich stellte Andrea Mantik ihre Eselfamilie allen Gästen vor, die am Sonnabend zu ihrem kleinen Fest anlässlich des nunmehr fünfjährigen Bestehens dieses ungewöhnlichen Unternehmens kamen. Darunter beispielsweise Jörg Berg, der Chef örtlichen Agargenossenschaft, ein waschechter, großer Landwirt also. Mantik: „Schön, dass du es auch mal hierher schaffst. Hast bestimmt nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte, was?“ Berg: „Nein, irgendwie nicht. Also damit dann meinen allerherzlichsten Glückwunsch!“

Thomas Völter und die Eselherde

Thomas Völter und die Eselherde.

Quelle: Matthias Anke

Andrea Mantik ist nun schon weit über ihre Region hinaus bekannt vor allem wegen der Trekkingtouren, die sie und ihr Mann Thomas Völter anbieten. Ihr Credo: „Gerade in der heutigen Zeit möchten immer mehr Menschen die Langsamkeit - ihr eigenes Tempo - wiederfinden. Meine Esel führen uns zurück zu maßvoller Beweglichkeit und mehr Ausgeglichenheit. Sie geben uns das Gefühl, okay zu sein.“

Die Idee, mit einem Esel als Begleitung zu reisen, ist laut Andrea Mantik nicht neu. Bereits seit Jahrtausenden tragen Esel zuverlässig ihre Besitzer und deren Lasten, und schon in der Bibel wird von seiner Sanftheit und Bescheidenheit berichtet. „Die langohrigen Tiere strahlen Ruhe und Gelassenheit aus, sie sind freundlich und zuverlässig. Der Esel bestimmt das Tempo beim Laufen und das ist eher gemächlich. Die Wandergeschwindigkeit beträgt etwa vier Stundenkilometer.“

Und auch auf Märkten oder Festen ist die Eselmutti vertreten, dann aber vorrangig mit ihrer Weidenflechterei. Aus Ästen der Bäumen fertigt sie Kunstvolles, aber auch Nützliches.

Besenbinder Wilhelm Hoffmann aus Großderschau beim Hoffest in Schönermark

Besenbinder Wilhelm Hoffmann aus Großderschau beim Hoffest in Schönermark.

Quelle: Matthias Anke

Stände mit altem Handwerk rundeten neben allerhand Essen und Trinken und natürlich den Eseln das Hoffest am Sonnabend schließlich auch ab. Mit dabei waren beispielsweise Besenbinder Wilhelm Hoffmann und Seiler Jürgen Wels aus Großderschau.

Von Matthias Anke

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