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Ostprignitz-Ruppin Vorerst keine Anzeige nach Panne am Bahnhof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vorerst keine Anzeige nach Panne am Bahnhof
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19:31 05.09.2016
Die Bahnsteige am Rheinsberger Bahnhof sind nicht barrierefrei. Deshalb sind viele Rollstuhlfahrer beim Ein- und Ausstieg auf einen sogenannten Hublifter angewiesen. Quelle: Christian Schmettow
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Rheinsberg/Berlin

Die peinliche Panne am Rheinsberger Bahnhof, bei der ein 77-jähriger Rollstuhlfahrer mit einem Taxi zurück nach Berlin fahren musste, wird vermutlich doch kein juristisches Nachspiel haben. Nach Absprache mit einem befreundeten Anwalt habe man „vorerst“ von einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung Abstand genommen, sagte am Montag die Begleiterin des Seniors.

Die Krankenpflegerin hatte den Senior, der an Kinderlähmung leidet und deshalb seit seinem 16. Lebensjahr im Rollstuhl sitzt, Ende Juli bei dessen Tagesausflug mit der Bahn nach Rheinsberg begleitet – und die Reise auch eine Woche vorher angemeldet. Grund: Der Bahnhof in Rheinsberg ist nicht barrierefrei, er liegt deutlich tiefer als die Türschwellen der Züge. Rollstuhlfahrer benötigen deshalb für den Ein- und Ausstieg Hilfe. Dafür hat die Deutsche Bahn bereits vor Jahren einen sogenannten Hublifter für den Rheinsberger Bahnhof angeschafft. Dieser befindet sich weiterhin vor Ort – auch wenn seit 2012 das Unternehmen Regio Infra aus Putlitz (Prignitz) für die Strecke nach Rheinsberg, den dortigen Bahnhof und damit ebenfalls für den Hublifter verantwortlich ist.

Beim Hinweg des Rollstuhlfahrers und seiner Begleiterin hatte alles geklappt, doch bei der für den frühen Abend geplanten und angemeldeten Rückfahrt fehlte das Personal für den Hublifter. Die Folge: Der Zug fuhr ohne den 77-jährigen Berliner und seiner Begleiterin ab. Die zwei nahmen sich ein Taxi, um zurück nach Hause zu kommen.

Unternehmen sucht neues Anmeldeprozedere

Die Kosten dafür in Höhe von 130 Euro hat Regio Infra inzwischen erstattet und sich bei dem Senior entschuldigt. „So ein Vorfall darf einfach nicht passieren“, betonte am Montag eine Unternehmenssprecherin. Deshalb prüft Regio Infra weiter, wie es überhaupt zu dem peinlichen Zwischenfall am Rheinsberger Bahnhof kommen konnte. Schließlich solle sich so etwas nicht wiederholen, sagte die Sprecherin. „Wir versuchen, ein neues und einfacheres Anmeldeprozedere zu finden.“ Außerdem ist bei Regio Infra seit der Panne und den Wellen, die der Vorfall in Berliner Boulevardblättern schlug, wieder ein barrierefreier Kurzbahnsteig in Rheinsberg ein Thema. Dieses Projekt war im März angekündigt worden. Dann wäre auch kein Hublifter samt Personal dafür mehr notwendig (die MAZ berichtete). Allerdings gibt es für diese angekündigte Investition bisher keinen Zeitplan.

Der 77-jährige Rollstuhlfahrer und seine Begleiterin wollen Rheinsberg vorerst nicht mehr mit der Bahn besuchen.

Von Andreas Vogel

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