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Ostprignitz-Ruppin Vorösterliches Marktvergnügen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vorösterliches Marktvergnügen
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00:25 28.03.2018
So einen großen Osterhasen hat Martha in ihrem eineinhalbjährigen Leben noch nicht gesehen. Er flößte ihr doch etwas Respekt ein. Quelle: Felsch
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Neuruppin

Endlich ein paar Sonnenstrahlen nach grauen, kalten Tagen – und die haben sich die Veranstalter des Neuruppiner Oster- und Regionalmarktes wirklich verdient. Bereits zu nachtschlafender Zeit waren sie auf den Beinen, um den Platz zu schmücken. Bewundernd schauen sich viele Besucher den geschmückten Osterbrunnen an. Ein Brauch, der eigentlich aus der fränkischen Schweiz stammt, aber auch in einer preußisch geordneten Stadt hübsch anzusehen ist.

Hindernisslauf mit einem Ei

Strahlend überquert Marktleiter Andreas Dziamski am Sonnabend den Neuruppiner Schulplatz, soviel Glück scheint er kaum fassen zu können. „Haben wir nicht ein tolles Wetter?“, schwärmt er. Das bestätigen seine beiden Häsinnen, die ihm an diesem Tag hilfreich zur Seite stehen und die kleinen Besucher mit Ostereiern und Süßigkeiten erfreuen. Als Osterhase ist Laura Neumann zum ersten Mal unterwegs. „Ich suche sonst immer selbst Eier“, sagt sie und legt dem sechsjährigen Cong-Trung ein Ei auf den Löffel. Beim Hindernisslauf kann er nun seine Geschicklichkeit beweisen.

Er muss sich sputen, denn nebenan im Theatertruck beginnt in Kürze die erste Vorstellung der Puppenspieler. Und wie in alten Zeiten ist es der Kasper, der die Kinder im voll besetzten „Märchenpalast“ begrüßt: „Guten Tag, wir spielen heute das Stück „Kasper und der Räuber Pfefferkopf“ – freut Ihr Euch schon?“ Ja!!! kommt die eindeutig begeisterte Antwort.

Puppentheater wie zu Großelters Zeiten

Drei Puppenspieler gehören zu dem kleinen Familienunternehmen, das mit dem 14 Meter langen Puppentheater durch die Städte reist und in Schulen, Kindergärten und auf Festen Station macht. „Wir machen Puppentheater wie zu Großelters Zeit“, sagt Puppenspieler Anton Tränkler, der Senior des Unternehmens, das auf eine langjährige Familientradition von mehr als 300 Jahren zurückblicken kann. „Schließlich gibt es ja noch mehr als Internet und Computer“, meint er.

„Puppenspiel ist zu 80 Prozent Einfühlungsvermögen“ – und das hat er nun auch an seinen Sohn weiter gegeben. „Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum und das ist die beste Bestätigung für die eigene Arbeit“, sagt Anton Tränkler.

Händler bieten Blumen, Gewürze und Osterschmuck an

Regionale Händler mit Blumen, Gewürzen, Obst, Gemüse und Osterschmuck haben ihre Stände aufgebaut, der Pferdehof Lüchfeld sorgt für Reitvergnügen rund um den Rosenplatz. Mit ihren blauen und pinkfarbenen Mähnen – Puderspray ist das Geheimrezept – sorgen die Pferde für Aufsehen und locken schnell pferdebegeisterte junge Damen an. Naturbelassen, nur mit einer roten Nummer auf dem Rücken, präsentieren sich nebenan die Schafe von Flugplatz-Schäfer Johann Nesges in ihrem Gatter.

Hunderte Besucher nutzten das schöne Wetter und strömten in die Innenstadt. Der Markt, der in früheren Jahren immer am Gründonnerstag stattfand, wurde in diesem Jahr erstmals auf den Sonnabend verlegt. „Viele Berufstätige haben sich bei mir beschwert, weil sie in der Woche keine Zeit hatten. So haben wir uns entschlossen, den Markt am Sonnabend statt finden zu lassen“, sagt Andreas Dziamski. Eine gute Entscheidung.

Von Cornelia Felsch

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