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Ostprignitz-Ruppin WM-Qualifikation für Swimruner in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin WM-Qualifikation für Swimruner in Rheinsberg
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00:17 14.10.2016
Wer beim Swimrun mitmachen will, muss gleichermaßen mit Laufschuhen schwimmen und im Neoprenanzug rennen können. Quelle: SCC EVENTS
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Rheinsberg

Schläufer – so werden die Sportler genannt, die das Schwimmen mit dem Laufen verbinden, um in einem Zweierteam auf dem kürzesten und schnellsten Weg ins Ziel zu gelangen. Um keine Zeit zu verlieren, behalten die Swimrunner den Neoprenanzug auch beim Rennen an und die Laufschuhe im Wasser. Wie das genau funktioniert, kann man demnächst in Rheinsberg bei einem Qualifikationsrennen für die Swimrun-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Schweden beobachten.

Am Sonntag, 23. Oktober, gehen die Teilnehmer der „Ötillo Swimrun 1000 Lakes“ um 8 Uhr in Wesenberg (Mecklenburg-Vorpommern) an den Start und legen von dort aus eine Strecke von knapp 45 Kilometern bis in die Prinzenstadt zurück, wo sie ab 13.50 Uhr vom Wasser aus im Schlosspark ankommen und dann am Ziel auf dem Marktplatz erwartet werden. Dabei müssen die Athleten im Wasser eine Strecke von zehn Kilometern auf insgesamt elf Schwimmpassagen bewältigen. Die acht besten Teams dieses Tages, darunter drei Herren- zwei Damen und drei Mixed-Doppel, qualifizieren sich für die WM. Teilnehmen werden etwa 360 Sportler aus 20 Nationen.

Internationale Berichte könnten als touristischer Magnet wirken

Die Idee, Rheinsberg bei dem Rennen einzubeziehen, gefällt Bürgermeister Jan-Pieter Rau außerordentlich gut. Zum einen, weil er die spektakuläre Sportart spannend findet. Zum anderen hofft er, dass sich die Region zu einem der Swimrun-Stammsitze entwickeln und noch mehr Touristen in die Prinzenstadt und ihre Umgebung locken könnte. „Die Seen sind unser Hauptverkaufsprodukt“, sagt Jan-Pieter Rau. „Vielleicht gibt es bei dem großen Wettbewerb Menschen, die später zu uns kommen oder anderen erzählen, wie schön es bei uns ist. Und nicht zuletzt wird ja über das Rennen international berichtet.“

Der Verwaltungschef hofft, dass dieser Sport zu einem neuen Magnet wird. „So wie ich die Organisatoren kennengelernt habe, wird das diesjährige Rennen keine Eintagsfliege sein – wenn sie sich denn auch wirtschaftlich lohnt“, sagt Rau. Genau deshalb habe die Stadt auch den Veranstaltern bei den Vorbereitungen des Wettbewerbs geholfen: Sie hat die Gespräche mit den- Forst und Verkehrsbehörden oder der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten übernommen und ist sogar den Streckenverlauf mit abgelaufen, erzählt Rau, der selbst als Streckenposten mitmachen wird. „Schön ist aber auch, dass wir dabei wieder einmal mit unseren Mecklenburger Kollegen zusammenarbeiten.“ Denn diese Kooperation über die Landesgrenze hinweg sei für die Region, deren Gästen die Verwaltungshürden egal sind, enorm wichtig.

Swimrun: Einzigartige Rennen an außergewöhnlichen Orten

Damit auch Neulinge die neue Ausdauersportart ausprobieren können, haben die Organisatoren am Tag vor der Qualifikation ein kürzeres Rennen angesetzt. Der Wettbewerb „Ötillo-Swimrun-Sprints“ beginnt am 22. Oktober um 11 Uhr in Kagar und endet in Rheinsberg. Die rund 100 Sportler müssen bis dahin etwas mehr als 14 000 Meter zurücklegen, dabei 2440 Meter schwimmend – und zwar bei geschätzten Wassertemperaturen zwischen 13 und 15 Grad. Der seit 2006 ausgetragene Ötillö-Wettkampf ist der Ursprung der Swimrun-Bewegung. Der Wettbewerb gilt wegen seiner 75-Kilometer-Gesamtstrecke über rutschige Felsen und unwegsames Gelände sowie der Zehn-Kilometer-Ostseepassage als eines der härtesten Ein-Tages-Rennen der Welt. Die Qualifikationsläufe sind fast genauso hart wie der Ötillö und basieren auf der gleichen Philosophie: Sie sind einzigartige Rennen an außergewöhnlichen Orten in freier Natur. Veranstaltet werden die Wettbewerbe von den Swimrun-Erfindern Mats Skott und Michael Lemmel.

Nach etwa fünf Stunden werden die Schnellsten am Ziel erwartet

Die Strecke bei Rheinsberg ist für die Organisatoren eine Premiere in Deutschland für ein Ötillo-Rennen. Sie rechnen damit, dass die schnellsten Schwimmläufer nach etwa fünf Stunden im Ziel eintreffen werden, da die Sportler auf den weichen und flachen Waldwegen der Region ein relativ hohes Tempo entwickeln können.

Mit am Start sind einige der weltbesten Swimrunner und insgesamt 50 deutsche Teams. Nicht mitmachen wird diesmal allerdings André Hook aus Hamburg, der mit seinem Partner Wolfgang Grohé das seit Jahren erfolgreichste deutsche Swimrun-Paar bildet, nun aber eine Knöchelverletzung hat. „Es ist schade, dass ich dieses wunderbare Swimrun-Abenteuer und die damit verbundene Atmosphäre jetzt wegen meiner Verletzung nicht miterleben kann“, sagt der Athlet. „Die Mecklenburgische Seenplatte wird eine fantastische Kulisse für ein atemberaubendes Rennen liefern. Bunte Herbstwälder, glasklare Seen, knackig kaltes Wasser, ein hoher Schwimmanteil und überraschend schnelle Laufstrecken: 1000 Lakes wird etwas ganz Besonderes sein.“

Von Celina Aniol

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