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Wachtelzucht

Karwesee Wachtelzucht

Nico Erbe und seiner Lebensgefährtin Nicole Rösicke haben es die kleinen Vögel angetan: Sie züchten seit zweieinhalb Jahren in Karwesee Wachteln. Aber auch Hühner und Enten bevölkern das große Areal. Das Paar, das die Zucht nebenberuflich betreibt, hat noch viel vor.

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Wachteln aus Karwesee..

Quelle: Peter Geisler

Karwesee. Von seinem Vorgänger hat Nico Erbe die Wachteleier bezogen, seit zweieinhalb Jahren ist er selbst Chef der Wachtelfarm in Karwesee. „Unser Ziel ist es nicht, in die Großmast zu gehen. Wir wollen uns auf Wachteln spezialisieren“, sagt der 39-Jährige. Er und seine Lebensgefährtin Nicole Rö­sicke züchten Hühner und Wachteln selbst. „Wir wollen komplett neue Stämme aufziehen.“

Wachteln aus Eigenzucht

Im Brutkasten sind zwei Wochen alte Ayam-Cemani-Küken, eine Hühnerrasse aus Indonesien, die sich dadurch auszeichnet, dass sie komplett schwarz ist. Einen Monat müssen die Tiere in dem geschützten Käfig mit Wärmelampe verbringen. Dann sind sie groß genug fürs Freigelände. Dort stolziert bereits ein rabenschwarzer Hahn inmitten aller anderen Hühner und Hähne.

Derzeit hat Erbe etwa 70 Wachteln, 200 Hühner und 50 Enten. Letztere sind ausschließlich für Weihnachten gedacht. Die Zahl der Tiere variiert. Es gebe zunehmend mehr Leute, die Wachteln in einer Voliere im eigenen Garten halten. Das ist durchaus machbar. Die kleinen Vögel sind laut Erbe relativ robust und anspruchslos. Sie bekommen die gleichen Legepellets wie die Hühner.

„Wir sind sehr stolz auf unsere eigene Züchtung“, sagt Nico Erbe. Um die 80 bis 90 Prozent der Eier sind befruchtet. Der hohe Anteil erklärt sich damit, dass auf einen Hahn lediglich vier Hennen kommen. Die Eier kommen in einem vollautomatischen Brutautomaten. Nach 17 bis 23 Tagen schlüpfen die Küken. „Das ist so süß“, gerät Nicole Rösicke ins Schwärmen. Sie hat den Vorgang per Video aufgenommen.

Wachteleier sind begehrt

Die Wachteln sind in einem großzügigen und hellen, mit Spänen ausgestreuten, überdachten Raum untergebracht, in dem sie sich nicht in die Quere kommen. Ruhig geht es zu, es sei denn, sie erschrecken sich. Dann können sie richtig schreien.

Nico Erbe hat überwiegend Stammkundschaft. Wachtelfleisch wird in der Gastronomie als Delikatesse angeboten. In privaten Haushalten ist das zarte Fleisch auf dem Vormarsch. Besonders beliebt sind die Eier der kleinen Vögel, gekocht oder gebraten. Erbe hat eine Kundin, die allergisch auf Hühnereier reagiert. Für sie sind die Wachteleier eine gute Alternative. Von der Optik her sind die gesprenkelten Eier kaum zu überbieten. „Die sehen richtig schick aus, wenn man sie zu Ostern färbt“, sagt Nicole Rösicke.

Nico Erbe hat auf dem ehemaligen LPG-Gelände noch einiges vor. Die Ställe sollen ausgebaut werden mit separaten Abteilen für die Wachteln und die Hühner. Die führen auf dem weitläufigen Außengelände ein artgerechtes Leben. Platz genug hat Erbe, ein Vorhaben zu realisieren, nämlich, den Tierbestand um Fasane zu erweitern.

Mit Tieren konnte Nico Erbe schon immer umgehen. Dabei ist er eigentlich Großstädter. In Kiew geboren und in Berlin aufgewachsen, zog er erst mit 19 Jahren aufs Land. Seine Lebensgefährtin kommt ursprünglich aus Hennigsdorf. Die Liebe zum Land verbindet beide. „Wir sind froh, hier zu leben. Man hat seine Ruhe und sein eigenes Reich“, sagt Nicole Rösicke.

Wachtelzucht ist nur Nebenerwerb

Die Tierzucht ist mehr oder weniger Hobby. Jeder hat seinen Beruf: Nico Erbe ist Dolmetscher in der Pharma-Branche, seine Lebensgefährtin ist Bürokauffrau und Immobilienverwalterin. Bis zum vergangenen Jahr betrieb sie in Protzen einen kleinen Tante-Emma-Laden. 2008 hatte das Paar dort die ehemalige Schule gekauft und darin 2013 den kleinen Laden eröffnet. „Aber es reichte halt nicht“, sagt die 29-Jährige mit Bedauern in der Stimme. Nun hat sie neben ihrem eigentlichen Job ein weiteres Betätigungsfeld: die Wachteln und Hühner. Demnächst wird’s noch turbulenter – wenn Nicole Rösicke und Nico Erbe Eltern werden.

Von Dagmar Simons

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