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Wärmebildkamera für die Feuerwehr

Kyritz Wärmebildkamera für die Feuerwehr

Nachdem die meisten großen Feuerwehren im Nordosten Brandenburgs in den vergangenen Jahren bereits mit Wärmebildkameras ausgerüstet wurden, kommen jetzt auch die Kyritzer Brandschützer in den Genuss dieses kleinen, technischen Helferleins. Solche Geräte gehören nicht zur Grundausstattung, sie erleichtern viele Einsätze jedoch sehr.

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Bevor sich Feuerwehrleute in ein Haus wagen, können sie bereits von außen Brandherde finden.

Quelle: Privat

Kyritz. Wie schon die größeren Feuerwehren in der Region von Wittenberge über Perleberg, Pritz­walk und Wittstock bis nach Neuruppin verfügen jetzt auch die Kyritzer Brandschützer über eine Wärmebildkamera. Finanziert wurden die Geräte, die einen vier- bis sogar fünfstelligen Betrag kosten können, allerorten auf verschiedenen Wegen. Und zwar von den jeweiligen sogenannten Trägern des Brandschutzes, also den Kommunen selbst, über die Feuerwehrfördervereine bis hin zu Privatpersonen. In Kyritz konnte dieses technische Hilfsmittel jetzt dank mehrerer Unternehmer angeschafft werden, wie Ortswehrführer Frank Brüggemann informiert.

„Eine Wärmebildkamera zu haben, ist ja schön und gut, aber man muss damit auch umgehen können“, gibt Frank Brüggemann zu bedenken. Deshalb werde jetzt intensiv damit geübt. Schließlich sind die Bilder auf dem kleinen Monitor der Kamera nicht immer einfach zu interpretieren. Manchmal täuschen sie auch. So werden beispielsweise Spiegelungen auf Fenstern oder harten Fliesen so dargestellt, als wäre die Kamera auf das Original gerichtet. Denn das Gerät misst die Infrarot-Wärmestrahlung, und diese wird ebenso wie ein optisches Spiegelbild von glatten Flächen reflektiert.

Auf dem Monitor werden Hitzequellen sichtbar gemacht

Auf dem Monitor werden Hitzequellen sichtbar gemacht.

Quelle: privat

Mit den Übungen sollen sich die Feuerwehrleute an ungewöhnliche Perspektiven gewöhnen. Sie werden einmal nachsehen, wie ein Fahrzeug auf dem Bildschirm dargestellt wird, und vor allem das Bewegen in der Dunkelheit damit trainieren. „Es gilt dabei immer daran zu denken, dass unsere Kamera nicht durch Objekte hindurchschauen kann. Wir sehen also nicht, ob sich jemand hinter einer Tür oder in einem Schrank versteckt“, erklärt Brüggemann. Durch Rauch indes lässt es sich mit der Kamera „sehen“.

Dass solche Kameras heutzutage noch immer nicht zur Normausstattung von Löschfahrzeugen gehören, erachten viele Feuerwehrleute als fatal. Denn die Vorteile der Kameras liegen auf der Hand: Nach dem Blick durch den Monitor lassen sich Brandherde wesentlich einfacher lokalisieren, womit sich wiederum das Löschverfahren besser abstimmen und gezielter anwenden lässt.

Die Kamera erleichtert den Rettern die Arbeit

Die Kamera erleichtert den Rettern die Arbeit.

Quelle: privat

Spritzwassergeschützt und zumeist explosionsfest wurden diese Geräte schließlich extra für Feuerwehren entwickelt. Und am Ende, so erklärt der Kyritzer Brüggemann weiter, werden nicht nur Menschen von den Feuerwehrleuten bei Einsätzen schneller gefunden oder Löschverfahren optimiert, sondern die entstehenden Schäden damit minimiert.

Angesichts all dieser Vorzüge warten auch in weiteren Feuerwehren der Region die Brandschützer auf wenigstens ein solches Gerät, das bei ihnen beziehungsweise den jeweils kleineren Nachbarwehren unterstützend eingesetzt werden kann – so etwa in Neustadt. Dort war die Anschaffung zu einem Preis von 11 300 Euro vor gut einem Jahr sogar vom Träger des Brandschutzes selbst, dem Amt Neustadt, über den Amtshaushalt 2016 beschlossen worden. „Wir haben das aber zurückstellen lassen müssen“, erklärt Amtswehrführer Heino Arndt auf MAZ-Nachfrage. Er verweist dabei auf die in diesem Jahr erfolgten großen, ebenso dringenden Investitionen in das Feuerwehrgerätehaus in Dreetz und den grundlegenden, ebenso kosten­intensiven Umbau der Wache in Neustadt.

Von Matthias Anke

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