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Wärmende Kunst für kalte Wintertage

Alt Ruppin Wärmende Kunst für kalte Wintertage

Manfred Neumann zeigt in seinem Kornspeicher in Neumühle bei Alt Ruppin eine Ausstellung mit mehr als 50 historischen Öfen aus Eisen und Ton. Mehr als 150 Jahre sind einige alt, fast alle sind reich verziert, manche geradezu ausgefallen: Kunstwerke als Heizkörper.

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Manfred Neumanns Kaffeeröstofen gehört zu den skurrileren Exponaten.

Alt Ruppin. In der Mitte prangt das Konterfei des Kaisers, darüber die Krone, ganz oben thront der Reichsadler, umgeben von reichen Verzierungen. Das schwarze Metall gibt dem Ofen eine besondere Eleganz. Er wirkt keinesfalls wie ein eisernes Heizgerät, eher schon wie ein Kunstwerk. Kaum zu glauben, dass er dazu gedacht war, einen Raum im Winter behaglich warm zu machen. Wer vermutet hinter diesem reichen Zierrat schon Asche, Ruß und brennendes Holz?

Heizen kann so schön sein. Wer die Einheitsheizkörper heutiger Zeit kennt, ist von der riesigen Vielfalt der Heizgeräte vergangener Jahrhunderte schier überwältigt. Mehr als 50 historische Öfen hat der Alt Ruppiner Tischlermeister Manfred Neumann zusammengetragen: Kochmaschine, Kachelöfen, Öfen aus Gusseisen. Skurrile Konstruktionen sind darunter, Kunstwerke sind sie fast alle. Und alt.

„Sie ältesten stammen so aus der Zeit um 1850“, schätzt Manfred Neumann. Jetzt widmet er seinen außergewöhnliche Schätzchen eine eigene Ausstellung. Von Sonnabend, 3. Juni, an sind die historischen Öfen im Kornspeicher in Neumühle bei Alt Ruppin zu sehen. Bis 3. September kann sie jeder besichtigen. Und kaufen natürlich aus.

Auch alte Kochmaschinen werden gezeigt

Auch alte Kochmaschinen werden gezeigt.

Quelle: Peter Geisler

Die Öfen sind Schmuckstücke, aber eben praktische Schmuckstücke. Sie waren einst zum Heizen gedacht und theoretisch könnte man das auch heute noch damit.

Ein deutscher Hausfrauenofen ist unter den exquisiten Ausstellungsstücken, ein Försterofen, eine Zeppelinofen ... Fast alle Exponate sind mit Reliefs verziert. Manche sind so aufwändig, dass man kaum glauben kann, dass sie für einen so schnöden Zweck angefertigt wurden. Dieser Auswand wäre heute unbezahlbar.

Der größte Teil der Exponate stammt aus Süddeutschland

„Die Öfen standen auch damals bestimmt nicht in einem normalen Haushalt“, da ist sich Manfred Neumann sicher. Seit Jahren hat er einzelne Exponate gesammelt, wo immer sie ihm bei Haushaltsauflösungen, bei Händler oder auf dem Flohmarkt unterkamen. Der größte Teil der historischen Öfen in der Ausstellung stammt allerdings von einem anderen Sammler. Die hat Neumann in Süddeutschland entdeckt und gleich gekauft. Manche Öfen sind nur so hoch wie ein Tisch, andere mehr als zwei Meter groß. Ein ganz besonderes Stück ist der eiserne Kaffeeröstofen: Unten brennt das Feuer, darüber können in der Hitze der Flammen die Bohnen geröstet werden. Sie liegen in einer eisernen Kugel, die sich mit einer Kurbel über dem Feuer drehen lässt. Die Kugel ist mit einer Tür befestigt und kann so schnell vom Feuer geholt werden, wenn der Kaffee fertig ist. Die Mechanik ist einfach, aber effektiv.

Die Öfen aus der Sammlung hat Manfred Neumann mit Exponaten aus dem eigenen Fundus ergänzt; mit Koch- und Küchenöfen, Kachelöfen aus der Gründerzeit und jeder Menge Zubehör vom schnöden Ofenblech über exklusive Funkenfänger, Türen, Gussplatten, Ziergitter bis hin zu ausgefallenen Aschekästen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonnabend, 3. Juni, um 10 Uhr in Neumühle. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Von Reyk Grunow

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