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Waffen-Video soll „alles nur Spaß“ gewesen sein

Nach Polizeieinsatz in Kyritz Waffen-Video soll „alles nur Spaß“ gewesen sein

War der Wirbel in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) um einen 17-Jährigen, der sich mit Spielzeugwaffen im Internet zeigte, am Montag zu viel des Guten? Im Internet hatten sich die Spekulationen überschlagen. Über die Stadtgrenze hinaus fahndete die Polizei nach dem Jugendlichen – und konnte ihn am Abend befragen.

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Auf dem Video wird mit Spielzeugwaffen hantiert, die auf den ersten Blick nicht 100-prozentig als solche erkennbar sind.

Quelle: Screenshot Facebook

Kyritz. Die Polizei hat den 17-Jährigen, der am Montag wegen eines Internetvideos in Kyritz für einigen Wirbel sorgte, noch am selben Abend ausfindig gemacht und befragt. In dem Streifen fuchtelt der aus Tschetschenien stammende und in Kyritz lebende Asylbewerber mit Waffen herum, drückt in Richtung Zuschauer ab, zielt aber auch mehrfach auf sich selbst.

Wie anfänglich nur zu vermuten war, handelte es sich dabei tatsächlich lediglich um Spielzeug. „Er hat angegeben, dass alles nur aus Spaß und aus Langeweile heraus gemacht zu haben“, erklärte Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, am Dienstag auf MAZ-Nachfrage. Der Junge wurde von den Beamten in der Region angetroffen. Eine der Spielzeugwaffen führte er in seinem Rucksack noch mit sich.

Mit seinem Video hatte der Junge am Montagmorgen einen Polizeieinsatz ausgelöst. Dabei sollte nur das Gespräch mit ihm gesucht werden. Doch er war nicht zu Hause. So wurde die Wohnung seiner Eltern in der Kyritzer Straße der Jugend in Augenschein genommen – mit ihrer Billigung. Um direkte Strafverfolgung ging es laut Polizei schließlich nicht.

Viele Beiträge im Internet mittlerweile besseren Wissens gelöscht

Doch im Internet kursierten in der Folge längst die wildesten Gerüchte. „Tote, Schießerei, Gefahr für benachbarte Kita, Geiselnahme“ waren die Stichworte. Viele Einträge wurden mittlerweile besseren Wissens gelöscht. Doch es bleibt die Erfahrung, dass auch in diesem Fall unterschiedlichste subjektive und auch noch derart publizierte Auffassungen die Öffentlichkeit irritieren, gar verängstigen können.

Wegen mehrerer Streifenwagen wurden Passanten auf den Einsatz in Kyritz aufmerksam

Wegen mehrerer Streifenwagen wurden Passanten auf den Einsatz in Kyritz aufmerksam.

Quelle: Matthias Anke

Bei den bundesweit Aufsehen erregenden Fällen der vergangenen Tage von Würzburg, München und Ansbach hatte sich ähnliches in viel größerer Dimension gezeigt. Die Debatte über die Internetöffentlichkeit, aber auch die Polizeiarbeit sowie die Medienpräsenz läuft.

Polizei bewertet Einsatz als richtig, auch der Zeuge handelte korrekt

Einerseits gerade vor diesem Hintergrund, andererseits aber erst recht auch losgelöst und unabhängig von all diesen Geschehnissen war der Polizeieinsatz in Kyritz richtig. „Unser Einsatz ist gut gelaufen“, meint auch die Polizeisprecherin. Sie lobt den Zeugen, der „sensibel genug“ gewesen sei, das Video wahrzunehmen und der Polizei überhaupt erst zu melden.

Und die muss handeln, sobald eine Suizidabsicht denkbar wird. Diese ließ sich dabei nicht allein aus dem Inhalt des selbst aufgenommenen Streifens ableiten. Denn der Junge befindet sich seit längerem in psychiatrischer Behandlung, laut Polizei aufgrund „traumatischer Erlebnisse“.

Dass dies neben dem Alter eine weitere Parallele darstellte zu den Tätern aus München und auch Ansbach, kam am Ende nur noch verstärkend hinzu. So galt es damit für die Polizei, lieber übervorsichtiger einer Sache nachzugehen, als sich im Nachhinein vorwerfen lassen zu müssen, zu wenig getan zu haben – für den Fall, dass doch alles anders gekommen wäre.

Von Matthias Anke

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