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Wald wird zur Müllkippe

Wusterhausen Wald wird zur Müllkippe

Auch am Wusterhausener Stadtrand führt illegale Entsorgung zu wachsendem Unmut. Vor allem Gartenabfälle landen dort inzwischen mit großer Regelmäßigkeit am Wegesrand. Experten wie der Leiter der Neustädter Oberförsterei Peter Jork warnen: So etwas kann langfristige Folgen für den Wald haben.

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Auch Gartenabfälle wie hier am Wusterhausener Stadtrand haben im Wald nichts verloren. Experten warnen vor den möglichen Folgen.

Quelle: Alexander Beckmann

Wusterhausen. Der Reiher fühlt sich von menschlichen Besuchern ganz offensichtlich gestört. Auch ein Rehbock guckt sehr misstrauisch und ergreift schließlich die Flucht. Das kleine Fleckchen Grün mit Laubbäumen, Büschen und üppigem Bodenbewuchs am südöstlichen Stadtrand von Wusterhausen hinterlässt einen idyllischen Eindruck – zumindest auf den ersten Blick.

Auf den zweiten Blick fallen am Wegesrand Haufen toter Pflanzen auf. Ab und an stolpert der Spaziergänger auch über Ansammlungen von Hausmüll. Wusterhausener, die das Gebiet gern für Spaziergänge nutzen, sind zunehmend sauer. „Leider fällt uns immer mehr auf, dass dort in letzter Zeit sehr viel Gartenabfälle und Müll entsorgt werden“, schreibt eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, der MAZ. „Wir wohnen in der Nähe und es ist unser Erholungsgebiet in dieser noch schönen Natur. Leider sehen das einige Bürger nicht so und entsorgen einfach alles dort, wo es nicht hingehört. Es ist ein Skandal und eine Schande. Diese Menschen sorgen dafür, dass es diese schöne Welt bald nicht mehr gibt.“

Gartenabfälle haben im Wald nichts zu suchen

Dass abgesehen vom Müll auch Gartenabfälle nichts im Wald zu suchen haben, bestätigt auf Nachfrage der Leiter der Neustädter Oberförsterei Peter Jork. „Das, was im Garten wächst, stammt ja in den seltensten Fällen aus dem Wald.“ Die Abfallentsorgung führe regelmäßig zur Verbreitung fremder, unerwünschter Arten – mit in Einzelfällen erheblichen Schäden für die heimische Natur. Auch Krankheiten würden so unter Umständen verbreitet. „Oft nimmt man ja auch gerade das raus aus dem Garten, was kränkelt.“ Hinzu kämen Fäulnisprozesse beim Verrotten und die Überdüngung des Bodens. „Das ist was, das man nicht im Wald haben möchte“, betont der Forstexperte. Außerdem seien die illegalen Abfallhaufen regelmäßig mit Hausmülle, Kunststoff- und Metallresten durchsetzt. „Wir haben da schon die unterschiedlichsten Dinge gefunden“. Die Beseitigung verursache in jedem Fall einen erheblichen Aufwand.

Der Eigentümer muss entsorgen

Das kann die für Ordnung und Sicherheit zuständige Sachgebietsleiterin des Wusterhausener Rathauses Martina Vogel nur bestätigen. „Wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann, dann muss der Eigentümer das entsorgen. Das kostet alles viel Geld.“ Auch für die Gemeinde stelle das eine regelmäßige, erhebliche Belastung dar. „Wenn’s auf unseren Flächen liegt, schicken wir den Bauhof raus.“ Für dessen Mitarbeiter gehört das längst zum Alltag, der sich eigentlich mehr mit der Pflege von öffentlichen Anlagen und Einrichtungen widmen sollte.

„Das ist generell ein Problem“, sagt Martina Vogel. Auch das Abladen von angeblich „biologisch abbaubaren“ Gartenabfällen hält sie nicht für ein Kavaliersdelikt. „Das ist illegale Abfallentsorgung und wird von der Unteren Abfallbehörde des Landkreises verfolgt.“ Doch eben diese Verfolgung sei schwierig: „Wir müssen die Verursacher auf frischer Tat ertappen.“ Das Ordnungsamt der Gemeinde sei für Hinweise in dieser Richtung immer dankbar.

Die Augen offen zu halten, findet auch die eingangs erwähnte Anwohnerin des Waldstück am Stadtrand wichtig: „Dann wissen diese Bürger, dass sie eventuell beobachtet werden.“ Vielleicht lasse sich der Unsitte auf diese Weise in gewissem Maße ein Riegel vorschieben. Denn andere Hindernisse bestehen kaum. „Da es dort keine Sperrpoller gibt, kann jeder mit seinem Pkw diesen Weg entlang fahren – leider“, schreibt die Wusterhausenerin. „Vielleicht sollten sich die Bewirtschafter der Flächen diesbezüglich auch mal Gedanken machen und mit der Gemeinde versuchen, eine Lösung zu finden.“

Von Alexander Beckmann

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