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Ostprignitz-Ruppin Waldschenke Stendenitz mit Vernissage eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Waldschenke Stendenitz mit Vernissage eröffnet
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00:18 25.03.2016
Die drei von der Schenke: Juliane Kaatzsch, Katherina Kreklau und Cathrin Ebelt. Quelle: Regine Buddeke
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Stendenitz

In einer „normalen“ Ausstellung hängen die Bilder für gemeinhin an einer einfarbigen Wand. Anders in der Waldschenke Stendenitz. Hier ist eigentlich so gut wie nichts einfarbig. Schon die Außenfassade und Treppe sind ein Farbenmeer, der Terrassenfußboden leuchtet wie orientalische Mosaikfliesen. Die alten Gartenmöbel sind liebevoll in rot, blau, grün und gelb getüncht. Drinnen nicht anders: Der ganze Raum ist ein einziges Farbenmeer – Raumteiler und Ofen, Fußboden und Türen sind mit Ornamenten überzogen. Manches erinnert an Mandalas, auf dem Fußboden winden sich weiße strukturale Formen, die mit unterschiedlichen, vielfarbigen Füllmustern verziert sind. Bei den Barhockern denkt man an prächtige Aras, auch die Bar selbst ist ein Hingucker mit ihren liebevoll ausgemalten filigranen Strukturen. Da hat sich jemand mit viel Liebe und Hingabe ans Werk gemacht.

Mit der Terrasse fing der Farbenrausch an. Quelle: Buddeke

„Schwarz-weiß kann ich nicht. Ich habe schon immer mit Farbe gearbeitet“, sagt Juliane Kaatzsch – buntes Röckchen, gemusterte Strickjacke, Farbkleckse an Stiefeln und Händen – die Schöpferin der ganzen Pracht. „Und ich bin froh, dass ich jetzt den Raum habe, mich auszutoben.“ Vor einem Jahr hat sie die Waldschenke Stendenitz übernommen und seitdem einige Kilo Farbe in den Räumen verarbeitet. Ihr Wunsch ist, ein offenes Kunsthaus zu schaffen, verrät die studierte Modedesignerin. Dafür hat sie die Räume zuallererst in unverwechselbare Kleinode verwandelt. „Mit der Terrasse habe ich angefangen, die war besonders grau und hässlich.“ Ihre Freundinnen Katherina Kreklau und Cathrin Ebelt stimmen zu. Die drei jungen Frauen bereiten gerade die Vernissage ihrer gemeinsamen Ausstellung vor, die am Ostersamstag der Startschuss für die Neueröffnung der Waldschenke ist. Katherina Kreklau, studierte Kommunikations-Designerin, wird Zeichnungen ausstellen, Cathrin Ebelt ist Heilerziehungspflegerin und hat die Fotografie zu ihrem Hobby erkoren. Die drei Neuruppinerinnen kennen sich aus dem Leistungskurs Kunst des Schinkel-Gymnasiums und sind froh, einander wiedergetroffen zu haben. „Es war naheliegend, dass es irgendwann zu einer Kooperation kommen musste“, sagt Katherina Kreklau. „Wir haben schon 2015 überlegt, eine gemeinsame Ausstellung zu machen“, bekräftigt Juliane Kaatzsch. Nun hat es gefunkt – das Thema ist „Farbenfrohes Walderwachen“.

Einmal auf dem Ara sitzen: An der Bar geht das klar. Quelle: Buddeke

„Bei mir dreht sich alles um Pflanzen – außer der Elefant. Aber der sieht wie Baumrinde aus“, verrät Cathrin Ebelt, die sich autodidaktisch an die Fotografie herangetastet hat. „Ich bearbeite meine Bilder sehr experimentell, weil ich versuche, meine Gefühle darin zu transportieren“, sagt die 29-Jährige, die auch Gedichte schreibt und deren Poesie in Fotos bannen möchte. Auch Katherina Kreklaus Zeichnungen entspringen einer Geschichte. „Die Schwänin und die zarteste aller Federn“ hat sie sie genannt – entstanden ist sie im Stendenitzer Wald, als sie dort „eine Auszeit im Waldfrauenhäuschen“ verbrachte. „Ich liebe Geschichten“, sagt sie. „Vor allem solche, die Zeichnungen hervorrufen.“ Das scheint bei ihr indes auch andersherum zu funktionieren, wie die Schwänin zeigt. „Ich dachte erst, ich zeichne. Dann stellte sich heraus, dass ich aus Versehen eine Geschichte geschrieben habe“, sagt die 28-Jährige schmunzelnd. Zur Vernissage wird sie die auch vorlesen, verspricht sie. Die neun grafischen Blätter hängen dann schon an den Wänden, zwischen den Fotografien und den Kreationen von Juliane Kaatzsch, die ihre Masterarbeit vorstellt. „Viel Farbe, viel Material – aber ziemlich experimentell und insofern eher Skulptur als tragbar“, sagt sie. Daneben stellt sie allerdings auch viele Einzelteile aus, die von einer Südamerika-Reise inspiriert wurden. „Die sind schon besonders. Und man kann sie auch tragen“, sagt die 29-Jährige, die schon die Kleiderpuppen so farbenfroh wie den Rest des Hauses bemalt hat, so dass sie auch „nackt“ schon angezogen wirken.

Bunte Böden. Quelle: Buddeke

Alle drei sind sich einig, dass die am See gelegene Schenke „ein ganz besonderer Ort“ ist. „Da gehört dann ein besonderes Restaurant dazu“, sagt Juliane Kaatzsch, die den Küchenchef und drei Köche engagiert hat. Das Angebot wird von gutbürgerlich über vegetarisch und vegan gehen. „Es soll für jeden etwas dabei sein“. Für Kinder sei die Waldschenke ohnehin ein einziges Märchen.

Juliane Kaatzsch und ihre bunten Kleiderpuppen. Quelle: Buddeke

Info: Am 26. März beginnt um 18 Uhr die Vernissage. Am Ostersonntag ist offizielle Restauranteröffnung mit großem Osterbrunch. Anmeldungen unter www.waldschenke-stendenitz.de .

Von Regine Buddeke

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