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Walslebener Platz und Rägeliner Straße

Berliner Straßennamen Walslebener Platz und Rägeliner Straße

Kürzlich stellte die MAZ Straßen und Plätze in Berlin vor, die nach Orten im Ruppiner Land benannt sind. MAZ-Leser Gerhard Rietschel aus Rägelin hat weitere dieser Straßen entdeckt. Allerdings sind die Verbindungen nicht immer so eindeutig, wie sie zu sein scheinen.

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Gerhard Rietschel hat die Rägeliner Straße besucht.

Quelle: Foto: privat

Rägelin. Gerhard Rietschel aus Rägelin ist gern unterwegs – zum Beispiel in Berlin. „Als neugieriger Wanderer bin ich dort auch auf die Straßennamen aus unserer Region gestoßen“, sagt Rietschel. Gut drei Dutzend Straßen in der Hauptstadt tragen Namen von Orten aus dem Ruppiner Land und der Prignitz, wie die MAZ vor einer Woche auf einer Themenseite vorgestellt hat. „Das hat mich sehr fasziniert“, sagt Rietschel.

Eine Straße hat Rietschel in der Aufzählung aber vermisst: die Rägeliner Straße. „Im U-Bahnhof Biesdorf-Süd wird man schon auf einer Informationstafel auf die Rägeliner Straße aufmerksam gemacht“, sagt Rietschel. Einige Fotos hat er gemacht und der MAZ zur Verfügung gestellt.

Tatsächlich wurde die Rägeliner Straße im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf schon 1926 nach dem Ort im Amt Temnitz benannt. Wie so oft gibt es aber keine Hinweise darauf, warum gerade dieses brandenburgische Dorf als Namenspate diente. Rietschel hat seine eigene Theorie: „Ich kann nur vermuten, dass unsere Dörfer für Berlin die wichtigste Lebensader waren, was heute kaum vorstellbar ist. Wald, Feld, Viehwirtschaft zogen die Berliner in unsere Region an.“

Wirtschaftlich sei die Situation damals eine ganz andere gewesen. „Holz war der wichtigste Rohstoff in unserer Region, auch Berlin wurde reichlich damit versorgt“, sagt Rietschel. Er erinnert beispielsweise an die Papierfabrik in Fretzdorf, für die vom Fretzdorfer Bahnhof extra ein Gleis bis in die Dorfmitte verlegt wurde, und an die Sägewerke, Tischlereien und Mühlen in der Gegend. Auch sei das Umland schon früher ein beliebtes Ausflugsziel für die Großstädter gewesen: „Ich kann mich noch gut erinnern, dass die Züge von Berlin knüppeldickevoll waren“, blickt Rietschel zurück. „Die Berliner kamen gern auch zum Pilze suchen und Blaubeeren pflücken.“

Insofern kann es gut sein, dass es noch die ein oder andere Berliner Straße gibt, die nach einem heute vermeintlichen kleinen Nest der Region benannt ist, und in der MAZ-Auflistung vom vergangenen Dienstag fehlen. So gibt es 150 Meter von der Rägeliner Straße entfernt beispielsweise auch einen Walslebener Platz, der dort nicht auftaucht.

Wer Spaß daran hat, kann sich selbst auf die Suche machen – und muss dazu gar nicht selbst nach Berlin fahren. Das Internetportal kauperts.de hat alle rund 9500 Berliner Straßen und Plätze verzeichnet, über eine Suchfunktion lässt sich mit einiger Geduld überprüfen, ob es eine oder mehrere Straßen mit einem bestimmten Ortsnamen gibt oder nicht.

Die Suchmaschine hilft auch, manche Unklarheit zu beseitigen. Die Reglinstraße in der Nähe des S-Bahnhofs Priesterweg im Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat Rietschel ebenfalls erkundet. „Bei uns in Rägelin gibt es ja auch einen Priesterweg“, sagt Rietschel. Doch die Parallele ist ein Zufall. Die Reglinstraße ist nicht, wie man annehmen könnte, an das brandenburgische Dorf in anderer Schreibweise angelehnt, sondern geht auf den Pädagogen Hermann Reglin zurück. Der leitete vor knapp hundert Jahren eine Schule in Schöneberg. Ob er jemals in Brandenburg war, ist leider nicht überliefert.

Von Mischa Karth

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