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Ostprignitz-Ruppin Wandel bei der Bestattungskultur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wandel bei der Bestattungskultur
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00:19 24.11.2017
Friedhofsmitarbeiterin Monika Pehlgrim geht bei der Suche nach einem passenden Grab auf die Wünsche der Angehörigen ein. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Den Anspruch an eine schöne Trauerfeier haben viele Menschen. Das beobachtet Matthias Puppe, Superintendent im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin, immer wieder. Der Friedhof Sankt Marien in Wittstock liegt in Trägerschaft der Gesamtkirchengemeinde Wittstock. Seit 2012 sind dort Veränderungen zu beobachten.

„Die entscheidende Frage war für uns, ob wir als Gemeinde weiterhin einen Gestaltungswillen haben“, erinnert sich Matthias Puppe. Alles sprach dafür. Die Gebührensatzung wurde verändert; neue Bestattungsformen wurden aufgenommen. Beim Rahmenpflegevertrag und Ausheben der Gräber kam es zu einem Wechsel. Mitarbeiter der Stephanuswerkstätten sorgen seit 2013 für die Pflege.

Wer das Gelände betritt, dem fällt der neu gestaltete Vorplatz auf. Der Eingangsbereich wurde beruhigt: Ein hoher Zaun wirkt zugleich als Sichtschutz für die Trauergemeinde, wenn sie sich in der sanierten Friedhofskapelle versammeln. „In der Kapelle findet Traurigkeit ihren Platz und Fragen nach dem Sinn des Lebens werden gestellt“, so der Superintendent. „Die Kapelle ist ein Ort der Stille und kann zwischen 8 und 16 Uhr besucht werden.“

Hohe Nachfrage: Urnengemeinschaftsanlage für Paare. Quelle: Christamaria Ruch

Der Friedhof Sankt Marien umfasst zwölf Felder auf einer Fläche von sechs Hektar. Ein alter Lageplan zeigt, dass dort seit 1871 Verstorbene ihre letzte Ruhe finden. „Die Kapazität umfasst mehr als 2400 Gräber. 70 Prozent sind davon belegt“, sagt Monika Pehlgrim, seit 14 Jahren Angestellte der kirchlichen Friedhofsverwaltung.

Die Bestattungstage sind dienstags und freitags. Die Anzahl der Bestattungen liegt pro Jahr stabil bei 60 bis 70.

„Ich bin immer bemüht, ein passendes Grab den Trauernden anzubieten“, sagt Pehlgrim. Und: „Der Wunsch nach einer Stelle mit viel Licht und Sonne wird beispielsweise geäußert.“ „Wenn Menschen sich in einer akuten Trauersituation befinden, kann ihnen auch das Wort Gottes nahe gebracht werden“, sagt Matthias Puppe. „Dann ist eine Bestattung nicht nur Dienstleistung, sondern die Menschen öffnen sich dem Glauben gegenüber.“

„Der Trend geht auch hier zum Urnengrab“, sagt er. Obwohl die Gebühren für eine Bestattung im Sarg oder Urne gleich sind. Seit 2004 entstanden dort sechs Urnengemeinschaftsanlagen (UGA), jede ist ein Unikat. Auf jeder UGA stehen Namensschilder. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“, steht unter Jesaja in der Bibel. Daher gibt es auf keinem kirchlichen Friedhof eine namenlose Bestattung, so Puppe. „Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Plätzen auf einer Urnengemeinschaftsanlage für Paare“, sagt Monika Pehlgrim. Neben den herkömmlichen Erdbestattungen einzeln oder für Paare sind auch Rasenreihengräber auf diesem Friedhof zu finden.

Rasenreihengrab für Erdbestattungen.. Quelle: Christamaria Ruch

„Wir planen auch Erdgemeinschaftsanlagen für Paare“, sagt Matthias Puppe. Sie sind von der Anlage her mit den Urnengemeinschaftsanlagen vergleichbar. Außerdem ist eine Urnenbestattung am Baum im Gespräch. „Das Symbol des Baumes bewegt viele Menschen“, sagt Matthias Puppe.

Der Wandel bei der Bestattungskultur ist auf dem Friedhof deutlich sichtbar. An einer Stelle stehen die drei schlichten Steinkreuze – jedes steht für das Grab eines früheren Wittstocker Superintendenten. Auch gut 50 Erbbegräbnisse sind dort zu finden. Schrittweise fassen neue Bäume, wie die 26 Winterlinden, auf dem Friedhof Fuß. „Die Neugestaltung ist ein Spiegelbild der Friedhofskultur“, sagt Puppe. Und: „Das ist immer auch ein Ort der Begegnung und Kommunikation – hier ist Leben.“

Info Zum Gedenken an die Verstorbenen wird eine Andacht mit Bläsermusik auf dem Friedhof Sankt Marien in Wittstock am Ewigkeitssonntag, 26. November, um 14 Uhr gehalten

Von Christamaria Ruch

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