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Ostprignitz-Ruppin Warum Gartenabfall nicht in den Wald gehört
Lokales Ostprignitz-Ruppin Warum Gartenabfall nicht in den Wald gehört
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00:17 22.10.2016
Japanischer Knöterich bei Putlitz, hier mit dem Revierförster Wolfgang Meyer. Quelle: Beate Vogel
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Meyenburg

Gartenbesitzer legen ihre Grünabfälle gern im Wald ab. Dass das den Wald schädigen kann, wissen viele vielleicht gar nicht. „Beliebte Stellen im Revier Meyenburg sind die Meyenburger Thur am Klärwerk und generell Siedlungsbereiche“, sagt der Revierförster Olaf Bergmann. Um ihren Müll illegal abzuladen, nutzen laut Bergmann die Bürger alle Pkw-Wege an der B 103, insbesondere auch nahe der Autobahn 24. „Da steht jetzt auch das Schild ,Haltet den Wald sauber’“, sagt er. „Friedhofsabfälle in Buckow werden derzeit auch noch im Wald abgelagert. Dort bemüht man sich aber gerade um eine Lösung.“

„Die im oder am Wald abgelegten Gartenabfälle verrotten. Ist doch nicht schlimm“, mögen sich die Verursacher denken. Irrtum: Der Prozess stört empfindlich die Nährstoffzusammensetzung im Waldboden. Wo Grünabfälle abgekippt werden, wachsen innerhalb kurzer Zeit oft nur noch Brennnesseln, erklärt ein Flyer des Landesbetriebes Forst Brandenburg zum Thema Waldverschmutzung. Dies sei ein Hinweis auf eine massive Nährstoffanreicherung im Boden.

Zusätzlicher Dünger, der über die Gartenabfälle ins System eingebracht wird, findet sich im Grundwasser wieder und schadet der Wasserqualität. Besonders Rasenschnitt kann zum Absterben von Mikroorganismen führen, weil diese nicht mehr in der Lage sind, die zusätzliche Biomasse in Humus umzusetzen. Und mit Obstbaumschnitt können Pilzkrankheiten in den Wald eingeschleppt werden.

Unter dem Grünschnitt finden sich auch schon mal exotische Pflanzen – so genannte Neophyten. Ihre Verbreitung begann mit den Anfängen der Globalisierung. Diese Gewächse sehen im Garten hübsch dekorativ aus. Im Wald allerdings können sie massive Schäden anrichten. Beispiele dafür sind die Kanadische Goldrute, der Riesen-Bärenklau und das Indische Springkraut. „Im Bereich Nettelbeck-Putlitz haben wir zum Beispiel den Japanischen Staudenknöterich“, weiß der Revierförster Olaf Bergmann. Die bis zu 4,50 Meter hohe Pflanze breitet sich aggressiv aus und verdrängt heimische Arten. Sie zu entfernen, ist schwierig, da sie sich über ein tief verzweigtes Wurzelsystem ausbreitet.

„Mahonien – eine Verwandte der Berberitzen – haben sich im Pritz­walker Hainholz angesiedelt“, berichtet Olaf Bergmann weiter. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Asien, ist aber auch in Nord- und Mittalamerika heimisch.

„Viele Waldbesitzer denken fälschlicherweise, im eigenen Wald Grünabfälle entsorgen zu dürfen“, meint der Förster. Seiner Erfahrung nach folgt auf Gartenabfälle meist Müll. „Besonders problematisch sind dann Kadaver etwa von Hängebauchschwein oder Schaf“, erklärt er. Auch Schlachtabfälle von Kaninchen und Geflügel wurden schon im Wald gefunden.

Solche illegal abgekippten Abfälle muss dann der Landesbetrieb Forst Brandenburg entsorgen, teilweise auch der Landesbetrieb Straßenwesen oder der Landkreis. „Die Kosten dafür trägt letztlich der Steuerzahler“, sagt der Förster.

Korrekt entsorgen: Für Grünabfälle gibt es in jedem Landkreis eine Annahmestelle. Ort und Öffnungszeiten unter www.landkreis-prignitz.de beziehungsweise unter www.ostprignitz-ruppin.de.

Von Beate Vogel

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