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Waschbären bleiben eine Plage

Landkreis legt Jagdstatistik vor Waschbären bleiben eine Plage

So viele Waschbären wie nie wurden im Jagdjahr 2014/15 in Ostprignitz-Ruppin erlegt, nämlich mehr als 3100 Tiere. Dennoch bleiben die Räuber, die eigentlich aus Nordamerika stammen, in der Region eine Plage.

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Waschbären sehen für viele possierlich aus, sie fressen aber Eier von Enten, Haubentauchern und Blässhühnern.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Mehr als 3100 Waschbären wurden im Jagdjahr 2013/14 in Ostprignitz-Ruppin von Jägern erlegt oder bei Unfällen getötet – 200 mehr als im vergangenen Jagdjahr und damit so viel wie nie zuvor. Dennoch bleibt das Tier, das eigentlich in Nordamerika beheimatet ist, eine Plage im Nordwesten Brandenburgs.

„Waschbären sind vor allem für Nieder- und Vogelwild ein Problem“, sagte am Mittwoch Andreas Sidow von der Unteren Jagdbehörde in Neuruppin. Denn die possierlich wirkenden Tiere mit der schwarzen Gesichtsmaske und den geschickten Händen sind Allesfresser: Sie stibitzen Eier von Enten, Haubentauchern und Blässhühnern, machen aber auch vor Jungvögeln nicht halt und fressen ebenfalls Insekten, Würmer, Obst, Nüsse sowie Fische, Frösche und sogar Sumpfschildkröten. Das stellt selbst Naturschützer vor Probleme. Denn in der Naturschutzstation Linum wird seit Jahren versucht, die europäische Sumpfschildkröte wieder im Rhinluch sowie in entlegenen Mooren und Weihern anzusiedeln – zur Freude der Waschbären. Sie sind in der Lage, die Panzer der Schildkröten zu knacken.

Waschbären können sich nahezu ungebremst in der Region ausbreiten. Denn natürliche Feinde wie Kojoten, Rotluchse, Vielfraße und Riesenschlangen gibt es im Nordwesten Brandenburgs nicht. Lediglich Wölfe, Uhus und Baummarder können hier dem Waschbären gefährlich werden – und natürlich der Mensch.

Doch Jäger sind nicht in erster Linie auf Waschbären aus. Vielmehr sollen sie ebenfalls dafür sorgen, dass sich Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild nicht ungezügelt in der Region vermehren. Im Fall von Rehwild können sich die Jäger über eine Gesetzesänderung freuen: Für Rehe gibt es keine Abschussplanung mehr. „Die Jäger entscheiden selbst, wie viele Tiere sie schießen“, sagte Jagdexperte Sidow. Er glaubt aber nicht, dass sich dadurch die Abschusszahlen deutlich erhöhen. Im vergangenen Jagdjahr waren 6264 Rehe erlegt worden. Aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor.

Von Andreas Vogel

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