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Ostprignitz-Ruppin Waschbären und Autos geraten oft aneinander
Lokales Ostprignitz-Ruppin Waschbären und Autos geraten oft aneinander
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19:24 05.05.2016
Der Waschbär bleibt ein heißes Thema in der Region. Quelle: Foto: Dpa
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Neuruppin/Perleberg

Waschbären, immer wieder Waschbären. Die Population der Nagetiere ist im Nordwesten Brandenburgs in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. „Wir haben den Waschbären hier in unserer Region so häufig, dass er zur Plage wird“, sagt Lothar Schnick, Jäger und Naturschützer aus Wusterhausen. Die Tiere hätten Siedlungsgebiete und Campingplätze erobert und plünderten Taubenschläge, Fasanerien, aber auch Erdbeerfelder. Ohne natürliche Feinde habe sich der Allesfresser gut an die menschliche Zivilisation angepasst.

In Folge des Anstiegs der Bestände geraten Waschbären auch immer häufiger mit Fahrzeugen aneinander. Lothar Schnick hört von Jagdkollegen häufig von toten Tieren an den Straßenrändern. „Waschbären sind nachtaktiv.“, erklärt Schnick. „Viele Pendler sind früh morgens unterwegs und stören den Biorhythmus dieser Tiere, deshalb sind die Zahlen so in die Höhe gegangen.“ Doch träfen die Wildunfälle auch andere Tiere wie Dachse oder Füchse – und natürlich das Großwild, das nach Auskunft der Polizeidirektion Nord in den Unfallstatistiken noch immer am häufigsten auftaucht. 3070 Wildunfälle verzeichnete die Direktion 2015, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent entspricht.

Unabhängig von der Art des Tieres rät Schnick, jede Kollision mit einem Tier zu melden. Für bestimmtes Wild sieht das Brandenburger Jagdrecht dies ohnehin vor, aber darüber hinaus „könnte es sich um geschützte Arten wie Biber oder Fischotter handeln“, so Schnick.

Werner Sperling, Vorsitzender des Jagdverbandes Pritzwalk, hat in seinem Bereich bislang keine Häufung von Unfällen mit Waschbären ausgemacht. Angesichts des extremen Anstiegs der Bestände kann er sich dies andernorts aber gut vorstellen. „Wir haben im vergangenen Jahr 1300 Waschbären im Jagdverband Pritzwalk geschossen“, sagt Sperling. „Vor zehn Jahren waren es nicht mal 100.“ Zu dieser Jahreszeit würden die Jungtiere mobil. Die Fähe sei bei der Futtersuche gern auch an Straßenrändern unterwegs. „Waschbären sind Allesfresser, die sich zum Beispiel auch nach Aas umsehen“, sagt Sperling. Bei einem Unfall mit einem Waschbär rät auch Sperling, im Zweifelsfall immer die Polizei oder den Jagdpächter zu verständigen. „Ein ausgewachsener Waschbär hat die Größe eines Fuchses“, so Sperling.

Auf der B 189 zwischen Wittstock und Heiligengrabe war im vergangenen Jahr ein Waschbär von einem Auto so schwer erfasst worden, dass er sich im Kühlergrill verkeilt hatte. Mit zahlreichen Knochenbrüchen kam er in die Wildtierauffangstation Struck bei Gerdshagen. Dort kümmern sich Angie und Uwe Löblich um hilfsbedürftige Tiere. Der Bär hatte kein Glück, er war so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste, erzählt Angie Löblich. Derzeit leben fünf Waschbären in Struck. „Für uns ist das ein schwieriges Thema“, sagt Löblich. „Wir könnten jedes Jahr bis zu 100 Waschbären bekommen.“ Da die Tiere Neozoen sind, das heißt „zugewandert“, dürfen sie nach der Pflege jedoch nicht wieder ausgewildert werden, sondern müssen dauerhaft versorgt werden. „Bei guter Pflege kann ein Waschbär 25 Jahre alt werden“, sagt Löblich. Deshalb würden viele Findlinge abgewiesen.

Der Landkreis will angesichts der Waschbärproblematik Anfang Juni aktuelle Zahlen vorstellen.

Von Mischa Karth

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