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Wasser in der Region wird knapp

Neuruppin Wasser in der Region wird knapp

Zustände à la Kalifornien im Ruppin’schen: Paddler dürfen nicht auf den Rheinsberger Rhin, weil der Wasserpegel zu niedrig ist, Bauern bekommen kein Wasser und Grundstücksbesitzer sollen sparsam mit dem nassen Element beim Rasensprengen sein. All das, weil die Wasserspeicher der Region aufgebraucht und eine Regenwelle nicht in Sicht ist.

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Im Ruppiner See ist zwar noch genug Wasser zum Baden. Damit das aber auch so bleibt, greift der Landkreis zu drastischen Maßnahmen.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Paddler sind seit Donnerstag tabu auf dem Rheinsberger Rhin, weil der Wasserstand zu niedrig ist. Seit gestern bekommen die Landwirte kein Wasser mehr aus den Hauptgewässern im Einzugsbereich des Rhins für ihre Felder. Der Landkreis bittet Wassergrundstücksbesitzer insbesondere im Rhingebiet, die Entnahme des nassen Elements zum Rasensprengen einzuschränken. Kurzum: Die Region hat ein Wasserproblem. Und mit Anweisungen à la Kalifornien – wenn auch nicht ganz so drastischen – soll verhindert werden, dass die Wasserstände in den Gewässern der Region weiter sinken und Schäden entstehen.

Die Wasserreservoirs sind leer

Grund für die Krise ist der fehlende Regen. Zwar sorgen die Wasserwirtschaftler für einen solchen Fall vor: Sie stauen das im Winter und Frühjahr anfallende Wasser in gleich vier großen Speicherketten, erklärt Holger Lettow, Geschäftsführer des Gewässerunterhaltungsverbandes Oberer Rhin/Temnitz. Bei Bedarf versorgen sie dann im Sommer mit den Vorräten die gesamte Region bis nach Oranienburg und Rhinow. Nun sind die Reservoirs aber leer. Und Nachschub, für den in solchen Notfällen der Norden sorgt, ist nicht in Sicht. „Aus Mecklenburg-Vorpommern bekommen wir im Moment kaum Wasser, weil auch da die Vorräte erschöpft sind.“ Deshalb haben die Pegel der Seen auch schon fast die unteren Marken erreicht. Lettow geht aber davon aus, dass sie durch die jetzt eingeleiteten Schritte nicht weiter sinken. „Das wird die Bootsfahrer und die Gastschifffahrt sicher freuen.“ Denn in den vergangenen Tagen klagten viele Wassernutzer darüber, dass sie Boden unterm Kiel bekommen.

30 Millimeter Regen wären nötig, um die Lage wieder ins Lot zu bringen

Als dramatisch will Lettow die Situation dennoch nicht bezeichnen. „In den letzten Jahren ist so was zwar nicht passiert – wir haben aber immer wieder trockene Sommer, in denen das Wasser knapp war.“ Damit sich die Lage entspannt, wäre eine Niederschlagsmenge von 30 Millimetern nötig oder müsste der Seen-Wasserstand um fünf Zentimeter steigen. „Dann können wir wieder Wasser abgeben. Momentan ist Regen aber nicht in Sicht.“ Wenn das so bleibt, befürchtet Lettow ein Fischsterben und Probleme mit der Wasserqualität. Weil das Schilf nicht mehr im Wasser liegt, sitzen kleine Tiere, die das Wasser filtern, im Trockenen.

Landwirte brauchen Wasser für die Herbstbestellung

Das, was man landläufig einen Landregen nennt, wünscht sich auch Jens Winter. Drei Tage lang Niederschlag – und die Lage wäre wieder im Lot, ist der Vorsteher des Fehrbelliner Wasser- und Bodenverbandes „Rhin-/Havelluch“ und Prokurist des Landwirtschaftsunternehmens „Rhinmilch“ überzeugt. In seinem Bereich seien die Auswirkungen der Trockenheit indes kaum zu spüren. „Die Gräben sind relativ voll, die Böden relativ gesättigt.“ Nicht zu vergleichen mit 2003, als es in keinem Graben mehr Wasser gab. Auf den Ackerflächen brauchen die Landwirte für die Herbstbestellung, die bald ansteht, aber mehr Wasser. Da sind die leeren Rhinspeicher ein Problem. Bauern in höher gelegenen Gebieten wie dem Ländchen Bellin helfe aber ohnehin nur Wasser von oben. Für die Kraniche könnte der Wassermangel aber zur Krux werden. Bald schon soll im Luch Wasser für die Vögel angestaut werden, damit sie auf ihrem großen Rastplatz Linum im Herbst gute Bedingungen vorfinden. „Wenn es kein Wasser gibt, können wir aber nichts speichern“, sagt Winter. „Dann werden wir in diesem Jahr nicht so viele Kraniche haben.“ Schlimm sei das aber nicht: Die Vögel würden dann eben auf andere Schlafplätze ausweichen. Sogar einen Vorteil entdeckt Winter in der Trockenheit: Weil ihre Bagger im trockenen Terrain gut durchkommen, können Verbandsmitarbeiter jetzt mehr erledigen.

Von Celina Aniol

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