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Ostprignitz-Ruppin Wasser von oben und von unten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wasser von oben und von unten
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18:21 17.08.2014
Zehn Teams kämpften beim 1. Flecken Zechliner Drachenboot-Cup. Quelle: Regine Buddeke
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Flecken Zechlin

„Wo sind die Drachenboote?“ Die Frage wurde Ivonne Wehrbein gestellt, als das Drachenboot-Team der Yellow Submarines im August 2013 sein zehnjähriges Bestehen feierte. „Wir haben hin und her überlegt und uns zum ersten Drachenbootrennen durchgerungen“, erzählt die Freizeitsportlerin vom Flecken Zechliner Wassersportverein. „Der See ist vor der Tür, ein schönes Festgelände vorhanden – wieso also nicht?“

Zehn Teams aus Flecken Zechlin und Umgebung, aber auch aus Prenzlau und Rathenow kämpften am Sonnabend beim ersten Flecken Zechliner Cup um die Pokale über 100, 200 und 2000 Meter. Das Gastgeberteam ist mit der Organisation voll ausgelastet und hat stattdessen nur das Kinderboot Yellow Kids am Start, aufgefüllt mit ein paar Erwachsenen. „Die Kinder geben den Takt vor“, erklärt Kai Hensel, der sich mit den anderen „stärkeren Kindern“ nach hinten setzt. „Wir schieben ein wenig Kraft von hinten nach“, sagt er. Dass er die hat, ist nicht zu übersehen. Gerade erst hat er beim Paddelweitwurf den Pokal geholt. „Schwere Teile, da muss aus jedem Team der kräftigste ran“, macht der Moderator den Kontrahenten Angst.

Zehn Teams aus Flecken Zechlin und Umgebung, aber auch aus Prenzlau und Rathenow, kämpften am Sonnabend, 16. August 2014, beim ersten Flecken Zechliner Drachenboot-Cup um die Pokale über 100, 200 und 2000 Meter.

Was Ivonne Wehrbein dann aus der Tüte zaubert, sind Fake-Paddel, kaum größer als ein Zimmermannsbleistift. Hier ist eher Kraft gegen den Regen gefragt – während des Wettbewerbs ergießt sich eine Sintflut über das Festgelände, die die vielen Zuschauer zuhauf unter alle vorhandenen Zelte treibt. Cocktail-Fee Lysann Gutenmorgen freut's – so hat jeder der in Deckung gegangenen Gäste Zeit, ihren frisch kreierten Ramazotti-Drink mit Hibiskusblüte und Basilikum zu verkosten. „Heute ist ein schöner Tag“, schallt es trotzig aus den Boxen, die Kinder tanzen und hüpfen unter dem Bühnenzelt dazu.

Bald ebbt der Regen ab – Zeit für die Finalläufe. Die Black Bornes klettern als erste ins Drachenboot, das vor dem Start erst einmal ausgeschöpft werden muss. „Wir werden schon untergehen“, lästert Sophie Mahnke aus Kiel. Die Ex-Fleckenerin ist Trommlerin des frisch rekrutierten Gäste-Bootes und mit der Vorlaufleistung zufrieden. „Dafür, dass wir eben erst zusammengewürfelt und untrainiert sind, ist auch der letzte Platz ein guter“, sagt sie. „So sehn Sieger aus“, johlen die Fans nach dem Rennen dem anderen Boot zu, in dem die Flecken Zechliner Kita das Paddel schwang und klatschen die Aktiven reihum ab. Nun, Sieger nicht ganz, es ging in diesem Zweierduell nur um Platz 9 und 10. „Die wilde Horde bitte weg vom Bierwagen – ihr seid gleich dran“, wird eine Mannschaft ausgerufen.

Lauf um Lauf kämpfen sich die Paddler durch die Wellen, mit angespannten Gesichtern und lauten Schlachtrufen geht es durch spritzende Gischt von unten und Regen von oben, den Pokal immer fest im Visier. „Ich find's klasse, dass man als Gast einfach so mitmachen kann“, sagt Werner Rodenbücher, der als Urlauber ungeplant über das Drachenboot-Event gestolpert ist. „Wäre nett mitzumachen“, habe er spontan gedacht. Der Wunsch kam vor der Frage, der Nürnberger musste nicht lange überlegen, ins Boot zu steigen. „Toll, man fühlt sich gleich integriert“, sagt er.

Nach den 200-Meter-Finals kommt die Mammutdisziplin – einmal rund um den Schwarzen See, knapp 2000 Meter. Nur drei Teams trauen sich an den Start, darunter auch die Yellow Kids.

„Wir sind viel mehr Frauen“, mosern die Designer Drachen, die sogar mit zwei Mann weniger ins Boot steigen. Das „Kinderstübchen“ aus Prenzlau will auf der langen Distanz endlich Gold holen. „Schön hier“, sagt einer. „Mal was anderes.“ Bisher waren es immer die Fleckener, die nach Prenzlau gekommen sind. Man kennt sich in der Szene. Und freut sich auf die Abendparty. „Der Spaßfaktor fehlt ja sonst bei den Sport-Wettkämpfen“, sagt ein Prenzlauer. Vorab geht es jedoch noch einmal ans Eingemachte. Die drei Teams legen schon auf den ersten Metern ordentlich Tempo vor. Ob die Kraft für den langen Kanten reicht? Die Prenzlauer liegen gut vorne, während sich die Designer-Drachen und die Yellow Kids ein nervenzerfetzendes Duell bis auf den letzten Meter liefern. Nur um Paddelbreite schießt das Designer-Boot vor den Kids ins Ziel. Den Sonderapplaus und viele Bravo-Rufe erhalten trotzdem die Drittplatzierten.

Der Abend steht ganz im Zeichen des Drachen. Neben der Liveband „Curtis love“, Lasershow und Feuerwerk wird auch ein Drachentanz aufgeführt – der Solist ein riesiger illuminierter chinesischer Drachen, der – an Stäben geführt – über den Köpfen der Aktiven und Gäste tanzt.

Von Regine Buddeke

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