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Weg von der Kreidephysik

Neuruppin Weg von der Kreidephysik

Allein am Neuruppiner Schinkelgymnasium lassen sich jedes Jahr mehrere tausend Euro Energiekosten sparen. Das haben Schüler der 8. Klasse im Physikunterricht ausgerechnet. Sie haben ein Energiesparkonzept für ihr Gymnasium erstellt. Dafür gab es den Zukunftspreis der Jobstart-Messe.

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Schüler und Lehrer des Schinkelgymnasiums sind stolz auf den Preis, den sie mit ihrer Analyse gewonnen haben.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Neuruppin. 10 250 Euro – etwa so viel Geld ließe sich am Neuruppiner Schinkelgymnasium im Jahr sparen, wenn alle Leuchtstoffröhren auf moderne, energiesparende LED-Technik umgerüstet werden. Das haben Sarah Lawrenz und ihre Mitschüler aus der jetzigen 9. Klasse ausgerechnet. Im vergangenen Schuljahr hatten sie sich mit ihrem Physiklehrer Hans-Albrecht Kurmann mit den Energiekosten der Schule auseinandergesetzt. Wie viel Heizenergie braucht die Turnhalle, wie viel das Hauptgebäude? Was bringt moderne Technik?

Hans-Albrecht Kurmann hat die tatsächlichen Verbrauchsdaten der vergangenen Jahre von der Stadtverwaltung besorgt. Die Schüler haben sich die Gebäude angesehen und mit dem Hausmeister besprochen, welche Räume wie lange und wann genutzt werden. Dann haben sie analysiert, gerechnet, überlegt.

Umweltschutz war das Thema, Nachhaltigkeit und Energie­effizienz – praktische Dinge, die so im Lehrplan eigentlich gar nicht vorgesehen sind, die Kurmann mit seinen Schülern aber durchgesetzt hat. Die Jugendlichen haben nicht nur ermittelt, wie viel Energie zu sparen ist, sondern auch Vorschläge gemacht. Etwa für die Wärmedämmung der Turnhalle oder für eine Schleuse am Eingang, damit die Schule nicht so stark auskühlt, wenn in den Pausen die Türen offen stehen, sagt Holly Stürzebecher (14).

Mit ihrem Energiesparkonzept fürs Gymnasium haben die Schüler den Zukunftspreis der Jobstart-Messe gewonnen. 300 Euro sind mit dem Preis verbunden, den Bürgermeister Jens-Peter Golde und Ministerpräsident Dietmar Woidke übergeben haben.

Peter Wagner von der Wirtschaftfördergesellschaft Inkom, die den Preis mit initiiert hatte, ist beeindruckt: „Es ist toll, dass sich Jugendliche in diesem Alter schon mit solche Themen beschäftigen.“

Kurmann würde gern öfter solche Projekte starten. Für ihn ist es ein Weg „weg von der Kreidephysik“ zu kommen, wie er es nennt. Doch die eine Stunde Physik pro Woche im Lehrplan reiche kaum für mehr Praxisbezug im Unterricht, sagt er. Um Gäste aus Betrieben einzuladen oder Unternehmen zu besuchen, ist das zu knapp.

Er und die Jugendlichen hoffen, dass die Stadtverwaltung vielleicht wenigstens einzelne ihrer Ideen umsetzen kann. Offen waren die Mitarbeiter dort für die Vorschläge jedenfalls sehr, sagt Hans-Albrecht Kurmann. Daten, die noch fehlen, wollen die Schüler nachliefern. Etwa Zahlen,was die Umrüstung auf LED-Lampen kosten würde.

Von Reyk Grunow

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