Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Wegemuseum: Drahtesel vor der Kameralinse

Wusterhausen Wegemuseum: Drahtesel vor der Kameralinse

Das Wegemuseum in Wusterhausen setzt die Digitalisierung seiner Bestände fort. Nach dem Schuhmacherhandwerk rückt nun die Fahrradsammlung in den Fokus. Das Ergebnis der Arbeit sollen Interessierte später auf der Internetseite des Museums abrufen können.

Voriger Artikel
Betriebsausflug in den OP
Nächster Artikel
Neue Wehrführung im Amt

Björn Scheewe, hier mit der Vorsitzenden des Kulturvereins Bärbel Hartwig und Museumsleiterin Katharina Zimmermann (von links), findet seine Motive auch in der Sonderausstellung von Fahrrädern.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Wusterhausen. Das Wegemuseum in Wusterhausen beschäftigt sich in einem weiteren Projekt mit der Digitalisierung seiner Bestände. Nachdem bereits die Präsentation des Schuhmacherhandwerks in den Fokus gerückt worden ist – Wusterhausen wurde einst wegen der großen Anzahl der Handwerker in dieser Profession „Schusterhausen“ genannt – geht es jetzt um die Fahrradsammlung.

Im Museum befinden sich etwa 20 Räder des örtlichen Radfahrvereins. Dazu gehören Objekte von Radballspielern und Radpolo-Sportlerinnen, die die Sammlung auch überregional interessant machen. Weiterhin gibt es Zeitschriften, Zubehör und Dokumente aus der Zeit, als der Sport auf schmalen Reifen an der Dosse in seiner vollen Blüte stand.

Mitmach-Zettel bei der Tour de Prignitz ausgelegt

Die Räder sind in einem guten Zustand, müssen allerdings durch Entfernen beziehungsweise den Ersatz von nicht originalen Teilen dem Einst-Zustand wieder angenähert werden. Alle Einwohner sind aufgerufen, dabei mitzuhelfen. „Schon, als die Tour de Prignitz im Mai bei uns kurz Station machte, hatten wir Mitmach-Zettel ausgelegt“, sagt Museumsleiterin Katharina Zimmermann. Die Reaktion darauf ist bisher mau. Konkret beschränkt sie sich auf die Gabe eine Vollgummi-Reifens, den ein Wusterhausener beisteuerte. „Der Aufruf gilt weiterhin“, so Zimmermann.

Wichtiger Bestandteil des Vorhabens, das vom Landesmuseum für Wissenschaft, Forschung und Kultur zu 90 Prozent finanziert und mit den restlichen zehn Prozent vom örtlichen Kulturverein mitgetragen wird, ist die fotografische Erfassung der Radflotte. Damit beschäftigt ist zur Zeit Björn Scheewe aus Lenzen. Der Restaurator, der dem Museum bereits bei der Bewertung aufgefundener Wandbespannungen aus dem Depot behilflich war, ist selbst Fahrradfreak mit Erfahrung sowohl als Radler als auch als Hobby-Mechaniker.

25 bis 50 Objekte werden fotografiert

Vor die Linse seiner Kamera kommen 25 bis 50 Objekte. Von den Rädern sind mindestens drei Ansichten je Exemplar erforderlich. Mitglieder des Kulturvereins stellen Informationen zu den Objekten zur Verfügung. Vorgesehen ist, Zeitzeugen zu interviewen. Zu Herstellern, technischen Details und Besonderheiten der Alttechnik soll es noch Recherchen geben.

Katharina Zimmermann sieht in der Digitalisierung der Fahrradsammlung einen Qualitätssprung für das Wegemuseum. „Mit der Darstellung auf Internetseiten wie museum-digital und später auch in der Deutschen Digitalen Bibliothek lassen sich unsere Objekte besser in Brandenburger Zusammenhänge einordnen. Das Projekt ermöglicht es, enger mit anderen Museen zu kooperieren.“ Nutzer können alle Daten später im Internet auch auf der lokalen Museumsseite abrufen. Und für Sonderausstellungen sind sie ebenfalls immer griffbereit.

Radsporthochburg Wusterhausen

Als Radfahrklub 1896 fanden sich Ende des 19. Jahrhunderts interessierte Wusterhausener, die Spaß an gemeinsamen Ausfahrten hatten.

Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten Richard Dossmann, Rudolf Rehfeld, Karl und Paul Elend den Klub neu. Aus den Spazierfahrten entwickelte sich der Rennsport. Mitte der 20er kam das Reigenfahren in Mode. Nichts für Männer, dachten sich damals Walter Schindelhauer, Bruno Quast, Eberhard Lindner, Werner und Willi Schulz. Sie wollten lieber Radball spielen. Die Blütezeit erlebte der Sport im „Bund Deutscher Radfahrer, Gau 23, Prignitz“ zwischen 1935 und 1936.

Ende der 40er Jahre saßen Bruno Quast, Franz Mauer, Emil Grube und Walter Schindelhauer wieder auf ihren Maschinen. Spielstätten waren zunächst das Hotel „Schwarzer Adler“ in der Berliner Straße, später die Gaststätte „Märkischer Hof“.

Die Tradition des Radsports in Wusterhausen, gekrönt von vielen Meistertiteln, endete im Jahr 1971.

Von Wolfgang Hörmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg