Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Wegemuseum widmet sich der Reformation
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wegemuseum widmet sich der Reformation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 16.03.2017
Ein Pilger aus Holz hält vor dem Wegemuseum inne, das sich auch mit dem Wilsnacker Pilgerweg befasst.
Anzeige
Wusterhausen

Katharina Zimmermann, Leiterin des Wusterhausener Wegemuseum, hatte gleich an mehreren Tagen bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin alle Hände voll zu tun. Einerseits vertrat sie dort die Arbeitsgemeinschaft historischer Stadtkerne, in der zahlreiche Prignitz-Städte vertreten sind. Andererseits informierte sie zu den Vorhaben der Kleeblattregion im Lutherjahr 2017 – und zu diesem hat nun vor allem auch Wusterhausen einen umfangreichen Veranstaltungskalender vorgelegt.

„Das Land Brandenburg konzentriert sich mit den großen Vorhaben auf die Regionen, die mit Luther selbst mehr zu tun hatten“, sagt sie. „Dennoch haben wir hier viel Interessantes zu bieten.“ Neben der Reformation spielt auch der Pilgerweg eine große Rolle, eine Ausstellung mit Fotografien von Wolfgang Holtz und Julia Lüneburg läuft bereits und noch bis zum 29. April.

„Zehn Gebote, der Heilige Achatz und eine halbe Kirche“

Ab 7. Mai können sich die Besucher des Museums dann auf eine vollständig neue Ausstellung freuen, die vor allem auch dem Einsatz der neuen Museumschefin zu verdanken ist.

Die Angebote des Wegemuseums und der Städte im Kleeblatt fanden viel Interesset auch bei Branchenkunden wie etwa dem Busunternehmen Schrödfer aus segeletz. Quelle: Claudia Bihler

„Wer nach Brüsenhagen kommt, dem fallen die Reste der Dorfkirche direkt ins Auge“, sagt Zimmermann: „Nur der Turm steht noch, das ist geradezu rührend.“ Obwohl die Kirche nicht mehr vorhanden ist, konnte die Museumsleiterin noch mehrere Gegenstände aus dem Kirchenbestand bergen. „Zehn Gebote, der Heilige Achatz und eine halbe Kirche“ wird die Ausstellung heißen, in der sie die Fundstücke präsentiert – unter anderem zehn Gebotstafeln. Die Tafeln stammen zwar aus dem 17. Jahrhundert, dennoch sieht Zimmermann einen bezug zur Reformation: „Wir wollen ja zeigen, wie es anschließend weitergegangen ist.“

Für die Ausstellung verspricht sie einen weiteren Hingucker: „Wir präsentieren einen protestantischen Beichtstuhl.“ Auch, wenn ein Hauptgrund für die Reformation der Ablasshandel für Beichtende war und in evangelischen Kirchen die Beichte heute nicht mehr üblich ist: „Luther hatte ja nicht eine Abkehr von der Beichte gefordert, sondern nur in Frage gestellt, dass Menschen Absolution erteilen“, sagt Katharina Zimmermann: „Insofern gibt es durchaus mehrere protestantische Beichtstühle.“ Dennoch ist das Wusterhausener Exemplar so selten, dass das Wegemuseum den Wissenschaftler Ulrich Schöntube als fachlichen Unterstützer gewinnen konnte: Schöntube hatte bereits seine Promotion über die Ausstattung Prignitzer Kirchen geschrieben. Thema der Ausstellung wird zudem der Wusterhausener Prediger Bartolomeo Ehlerdt sein, der während der Reformation im Bistum Havelberg eine gewichtige Rolle gespielt hat und als bedeutender Reformator gilt.

Stelen zur Reformation

Auch die Stadt Wusterhausen selbst wird das Thema Reformation aufgreifen. Am Dienstag, 28. März, wird das historische Pfarrhaus der Stadt Denkmal des Monats der Arbeitsgemeinschaft historische Stadtkerne sein. An diesem Tag werden auch die Stelen zur Reformation eingeweiht werden.

Bereits heute führen etwa mit der Tour Brandenburg und der Bischofstour mehrere Langstreckenradwanderwege durch die Kleeblattregion. Nach der Neuordnung der Tourismusverbände Ruppiner Seenland und Prignitz sind nun zwei neue Touren durch die Kyritzer Seenkette ausgewiesen, entsprechendes Kartenmaterial gibt es kostenlos. Und weil die 20. Tour de Prignitz in diesem Jahr durch die Dosse-Seen-Region führt, hat auch das Wegemuseum etwas in Vorbereitung: Gezeigt wird eine Fahrradausstellung.

Von Claudia Bihler

Die alten Zeiten will wohl keiner mehr zurück. Die alte Bahnverbindung schon. Wo heute zwischen Rheinsberg und Zechlin nur in großen Abständen Busse fahren, rollten zwischen 1928 und 1945 stündlich Züge bis Berlin. Wilfried Schmidt, Flecken Zechliner Hobby-Historiker, hat in den alten Archiven gekramt.

16.03.2017

Ronald Wendt hat sich mit seinem ersten Roman „Breiter“ auch seine eigene Vergangenheit ein Stück weit von der Seele geschrieben. Der ehemalige Freyensteiner machte das Städtchen zum Schauplatz seiner Geschichte.

16.03.2017

Immer wieder schafft es der Musikverein Neuruppin, die Kulturlandschaft zu bereichern. Dirigent Takao Ukigaya holte einmal mehr das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt, das er leitet, nach Neuruppin. Dazu spannende Solisten. Am Sonntag eröffnete Nachwuchstalent Johanna Krech mit einem schwierigen Klarinettenpart das Konzert.

16.03.2017
Anzeige