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Ostprignitz-Ruppin Wegen der Jeanshose nach Hause geschickt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wegen der Jeanshose nach Hause geschickt
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00:40 13.09.2015
Die ehemaligen Abiturienten mit ihrem Mathematiklehrer Helmut Kaatz (2.v.l. oben). Quelle: Renate Zunke
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Kyritz

So hell und freundlich hätten sie ihre alte Schule aber nicht in Erinnerung, meinten am Mittwoch sechs Frauen und fünf Männer in der Kyritzer Carl-Diercke-Oberschule. Eher grau in grau sei es im Inneren des Gebäudes gewesen, in dem für sie 1961 als Schüler der Erweiterten Oberschule (EOS) ein neuer Lebensabschnitt begann. Nach dem Abitur vor 50 Jahren und dem anschließenden Studium waren sie als Ärzte, Diplomingenieure, Ökonomen, Bibliothekare und Lehrer tätig. Heute sind sie Rentner. Einige sind in Kyritz geblieben. Andere reisten aus Hamburg, Chemnitz, Dresden, Stendal, Barsikow, Wusterhausen und Neustadt an. An dem Klassentreffen nahm auch ihr einstiger Mathematiklehrer Helmut Kaatz teil.

Seinerzeit wurden die EOS-Schüler in der oberen Etage der damaligen Wilhelm-Pieck-Schule unterrichtet. 22 Mädchen und Jungen gehörten 1961 zur Klasse 9 b. Ihr Klassenleiter war Horst Kühn. 18 konnten dann vier Jahre später ihr Abiturzeugnis in Empfang nehmen. Annett Bendick, stellvertretende Leiterin der Diercke-Schule, führte die Ehemaligen freundlicherweise am Mittwoch durch das sanierte Haus. Sie erklärte: „Wir sind auch technisch sehr gut ausgestattet. Nur an der Außenhülle gibt es noch zu tun.“

Trotz der nun modernen Ausstattung war der Wiedererkennungswert bei den ehemaligen Abiturienten groß. „Wisst ihr noch? Hier war der Raum für die mündliche Prüfung und hier der Chemieraum“, hieß es. Und: „Stammt die alte Wandkarte mit dem Periodensystem nicht sogar noch aus unserer Zeit?“ Im einstigen Klassenraum wurde dann gerätselt, als es um die damaligen Sitzplätze ging.

Beneiden können die Abiturienten von 1965 die heutigen Diercke-Schüler auch um die tolle Turnhalle. Sie war in den 1960er Jahren trist und muffig. Mädchen und Jungen erhielten getrennt Sportunterricht. In der Halle standen die Geräte herum. Heute verschwinden Schwebebalken, Barren, Bock und Co. bei Nichtgebrauch hinter fast unsichtbaren Türen in der Wandverkleidung.

In dieser Schule hätte er von allen Schulen, in denen er einst unterrichtete, im Winter am meisten gefroren, bemerkte Lehrer Helmut Kaatz. Seine ehemaligen Schüler witzelten: „Uns wurde eher warm, wenn Sie den Klassenraum betreten haben.“ Nicht jeder war eben ein Mathe-Ass wie Jochen Hans. Drei-Schritt-Lehrer haben seine Schüler den Mathematiklehrer genannt, weil er wegen seiner Größe mit nur drei Schritten von der ersten bis zur letzten Bankreihe gelangte.

Ihn hätten zwei Lehrer am meisten geprägt, stellte Peter Königsmann fest, der Elektrotechnik studierte und jetzt in Stendal lebt. Das seien Mathematiklehrer Kaatz und Russischlehrer Kaehlbrandt gewesen. Deren Lehrmethoden könne er noch heute loben. Dass die Schule seinerzeit auch sehr systemgeprägt war, haben die ehemaligen Abiturienten nicht vergessen. Weil sie eine Jeanshose trugen, wurden zum Beispiel Wolfgang Salditt und Verena Kurth beim Fahnenappell vor versammelter Schülerschaft zum Umziehen nach Hause geschickt. Dass das seinerzeit noch eine verhältnismäßig geringe Strafe war, weiß man. Anderen wurde wegen dieses „Deliktes“ sogar das Abitur verweigert. Beim Klassentreffen überwog die Erinnerung an lustige Begebenheiten. Nach der Stippvisite im Schulhaus und Kaffeetafel ging es am Mittwochabend nach Bantikow, am Tag darauf nach Neustadt. Dort erlebten die Ehemaligen die Generalprobe der Hengstparade.

Von Renate Zunke

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